Yachtakademie Yachtakademie

Ausbildung: „Yachtakademie“

Fit für die Praxis

Alexander Worms am 04.12.2018

Zur neuen Saison startet der Delius Klasing Verlag eine Fahrschule für Yachten und Boote. In der „Yachtakademie“ liegt der Fokus auf der praktischen Ausbildung

Beeindruckt zeigt sich der Prüfer an Bord der Linssen 30 AC, auf der Ausbilder des Delius Klasing Verlages ihren Kursteilnehmern den Stoff für die praktische Prüfung zum Sportbootführerschein beibringen. Ein solches Schiff sei dabei ungewöhnlich. "Ich habe das auch schon auf einem 3,50-Meter- Schlauchboot gemacht", sagt er.
So auch die selbstverständliche Arbeit der Probanden mit den Leinen: Da wird tatsächlich mit einer Achterspring abgelegt. Nicht verwendete Enden werden aufgeschossen und eine Erfolg versprechende Wurftaktik wird ebenfalls geübt.

Ebenso verwundert gibt sich der Prüfer über den Umstand, dass die vier Kursteilnehmer schon seit zwei Tagen an Bord sind, um den Inhalt für die Prüfung und noch mehr zu lernen. Anderswo hätten die Prüflinge gerade mal eine Stunde an Bord zugebracht, bevor es in die Prüfung geht, so der Prüfer. Später auf dem Wasser sieht dann alles anders aus.

Denn Bootfahren darf man zwar höchst offiziell nach einer solchen für die Prüfung ausreichenden Ausbildung, doch man kann es schlichtweg nicht. Zu kurz ist die Zeit für die Ausbildung.

Das Resultat: Der erste Anleger auf der Charteryacht mit etwas Wind geht in die Hose. Die Crew ist verunsichert, der Skipper noch mehr. Spaß macht das nicht. Und ehe man sich’s versieht, steht man auf dem Golfplatz oder mit dem Wohnmobil auf einem langweiligen Stellplatz. Der Traum von der Freiheit auf dem Wasser ist geplatzt. Ursache: eine unzureichende Ausbildung.

Die haben im Übrigen meist nicht die Schulen zu verantworten. Sie befinden sich in einem harten Wettbewerb um den niedrigsten Preis für eine "Besteh-Ausbildung". Eine fundierte und damit zeitlich aufwendige Ausbildung ist so nicht möglich. "Diesen Teufelskreis wollen wir durchbrechen", erklärt Torsten Moench, BOOTE-Chefredakteur und Mitinitiator der Yachtakademie.

"Wir können und wollen interessierten Wassersportlern näherbringen, warum es sinnvoll ist, von Anfang an in eine gute Ausbildung zu investieren. Unsere Yachtakademie-Kurse finden bei ausgewählten Partnerschulen statt und werden durch uns zertifiziert", so Moench.

"Nur so", fügt der erfahrene Wassersportler hinzu, "mache Bootfahren auch von Anfang an Spaß." Konkret beinhaltet die Ausbildung zusätzlich zu den reinen Prüfungsinhalten praxisrelevante Themen, in denen auf die Belange der praktischen Bootsführung eingegangen wird.  Dazu zählen beispielsweise An- und Ablegemanöver unter verschiedenen Bedingungen. Dazu Moench: "Was nützt es dem Einsteiger, wenn er zwar weiß, wie man längsseits anlegt, in der Praxis aber mehr als 90 Prozent aller Liegeplätze sich in Boxen befinden? Prüfungsbestandteil ist das aber nicht".

Die Theorie wird über ein Hybridkonzept angeboten. Das bedeutet, dass die Inhalte teils im Präsenzunterricht an einem Wochenende und teils im eigenverantwortlichen Lernen mit der Delius-Klasing-E-learning-Plattform stattfinden. So kann jeder angehende Wassersportler selbstbestimmt lernen und hat dennoch die Möglichkeit, Fragen persönlich zu klären. Auch die Navigationsaufgaben werden detailliert besprochen.

Natürlich bietet auch die Theorieausbildung Raum für Extrainhalte. Moench: "Wir zeigen den Leuten, was elektronische Seekartenplotter und AIS sind und wie sie funktionieren, aber auch die Arbeit mit der Papierkarte wird verständlich erklärt. Zudem gehen wir beispielsweise auf die Besonderheiten von Tidengewässern ein. Das sind alles Dinge, die man in den meisten Theoriekursen bisher vergebens sucht, die aber in der Praxis durchaus wichtig sind".

Zur Abrundung des Ausbildungsprogramms werden die Führerscheinkurse der Yachtakademie durch sogenannte Zusatzmodule wie beispielsweise ein Schleusen-, Trimm- oder Ankertraining ergänzt. So werden Schüler wirklich fit für die Praxis.

Alexander Worms am 04.12.2018