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Die Fusion der Königsklassen

Sven Sieveke am 17.11.2014

Class 1 und V 1 auf Ibiza: Während bei den Kats das Victory Team seine Vormachtstellung behauptet, bringen die V-Rümpfe neue Spannung in die Serie

Class 1

Nadir Bin Hendi und Arif Al Zaffain haben nach zwei Jahren nichts verlernt

Der einen mangelte es an Teams, der anderen an Veranstaltungen. Den beiden Schwergewichten der Offshore- und der Endurance-Kategorie ging in den letzten Jahren zunehmend die Luft aus. Während die Class 1 noch einige Rennen aufbieten konnte, trugen die V-Rumpf-Boote der Evolution-Klasse 2013 lediglich eine WM-Veranstaltung in den Niederlanden aus. Fast unausweichlich kam der Gedanke einer gemeinsamen Serie.

Mit dem Einverständnis des Weltverbandes UIM war das Administrative schnell unter Dach und Fach, und man konnte Anfang September schließlich als "UIM C1 & V1 World Powerboat Championships" gemeinsam in die Saison starten. Dabei sorgte Ibiza für das entsprechend mondäne Party-Ambiente an Land, und das Starterfeld von 13 Booten versprach reichlich Spannung auf dem Wasser. So skeptisch man den V-Rümpfen zunächst gegenüberstand, sie sorgten schnell für die lange vermissten packenden Duelle.

Gleich sieben Teams lockte die neue V1-Serie an, darunter das Searex Team von Siegfried Greve. Greve hatte nach der WM 2013 einen neuen Rumpf aufgebaut, der nun in Ibiza erstmals zum Einsatz kam. Klare Zielvorgabe: Ankommen. Von technischen Schwierigkeiten nahezu verschont, hatten Greve sowie seine Co-Piloten Udo Groß und Andreas Podolski, die sich im Cockpit abwechselten, jedoch mit Gewichtsproblemen zu kämpfen. Aufgetankt und im Renntrimm brachte die neue "Nassau" deutlich mehr auf die Waage als die Konkurrenz.

Mehr als Platz 5 und 6 waren so beim Debüt zwar noch nicht drin, aber Greve ist mehr als zuversichtlich, das bis zum nächsten Lauf hinzubekommen. An der Spitze lieferten sich alte Bekannte aus Endurance-Zeiten ein tolles Rennen. So teilten sich das maltesische "Chaudron"-Team von Aaron Ciantar mit dem Italiener Marco Pennesi vom Metamarine-Team die Siege. Dazu mischte das Vater-Sohn-Team Antonio und Guiseppe Schiano mit ihrer "Karelpiu" vorn mit. Ein Trio, das durchweg auf WM- und EM-Erfolge schauen kann.

Bei den Kats der C1 lief es hingegen wie schon in den letzten sieben Jahren. Das nach zwei Jahren wiedervereinte "Victory"- Duo mit Weltmeister Arif Al Zaffain und Nadir Bin Hendi dominierte souverän beide Rennen. Lediglich im Qualifying machte ihnen die "LFF10" von Luca Fendi und Giovanni Carpitella zu schaffen. Ein Getriebedefekt beendete das Duell vorzeitig. Hinter der "Victory" teilten sich Vizemeister "Relekta Zabo Isiklar" und die "New Star-Poliform" die Podiumsplatzierungen. Ob der gelungene Event in Ibiza nur eine Eintagsfliege war, oder ob die C1 & V1 Serie tatsächlich dauerhaft neues Interesse wecken kann, muss sich zeigen. Ende Oktober ging es für beiden Klassen beim Italian Grand Prix in Terracina in die zweite Runde. Darüber berichten wir in der nächsten BOOTE-Ausgabe.

Sven Sieveke am 17.11.2014