Harro Koebke Harro Koebke
News

Doppelter Einsatz für „Harro Koebke“

DGzRS am 14.11.2013

Zu Land und zu Wasser: Seenotretter auf Rügen bergen verletzte Frau von einer Steilklippe, und kurz darauf einen Seemann von Bord eines Frachters.

Harro Koebke

Seenotretter im Einsatz vor Sassnitz

Die Seenotretter der Station Sassnitz konnten am vergangenen Wochenende gleich zwei Menschen aus akuten Notlagen befreien: An der Piratenschlucht, bei den Kreidefelsen von Rügen, war eine Wanderin so unglücklich gestürzt, dass sie sich eine Fraktur zugezogen hatte. Da der Landrettungsdienst die Frau an den Klippen nicht transportieren konnte, holten die Seenotretter die Verletzte von der Steilküste. Bei einem weiteren Einsatz wurde ein verletzter philippinischer Seemann von Bord eines niederländischen Handelsschiffes geholt.

Schauerböen und stürmischer Wind mit sieben bis acht Beaufort (bis zu 74 km/h) erschwerten die Einsätze. Zunächst hatte die Landrettungsleitstelle Rügen die Seenotleitung Bremen  der DGzRS um 13.10 Uhr um Hilfe gebeten. Der Seenotkreuzer „Harro Koebke“ lief sofort aus.

Mit dem Schlauchboot an Land

Vor der Küste in Höhe der sogenannten Piratenschlucht setzten die Seenotretter das Tochterboot „Notarius“ mit zwei Mann Besatzung aus. Es schleppte ein kleines Schlauchboot bei schwerem Seegang bis unter Land, da selbst das Tochterboot an der steinigen Küste nicht eingesetzt werden kann. Eine Notärztin und Sanitäter hatten die Verletzte zwischenzeitlich stabilisiert und mit Hilfe der Feuerwehr auf eine Trage gelegt. In dem unwegsamen Gebiet war an eine Rettung über Land nicht zu denken.

Die Notärztin, die die Seenotretter der Station Sassnitz auch als Freiwillige unterstützt, verfügt inzwischen über nicht unerhebliche Erfahrung im Umgang mit der Behandlung auf dem Seenotkreuzer. Zunächst mit dem Schlauchboot und schließlich auf dem Seenotkreuzer „Harro Koebke“ wurde die Urlauberin an Land gebracht. Im Hafen von Sassnitz übergaben die Seenotretter sie an den Rettungstransportwagen.

Ausgerenkter Unterkiefer vor Kap Arkona

Gerade stand nach diesem Einsatz der Kaffee "auf der Back"*, kam die nächste Alarmierung durch die Seenotleitung, und „Harro Koebke“ lief wieder aus. Auf einem niederländischen Handelsschiff hatte ein philippinischer Seemann sich den Unterkiefer ausgerenkt. Er benötigte so schnell wie möglich ärztliche Behandlung. Die „Harro Koebke“ forderte einen Notarzt an – und lief wenig später mit derselben Notärztin aus, die bereits am Mittag den Einsatz begleitet hatte.

Aufgrund des schweren Wetters mit hohem Seegang entschied der Vormann, dass eine Übergabe auf offener See zu gefährlich war. Der Kapitän des Handelsschiffes, dass sich zu diesem Zeitpunkt noch 16 Seemeilen (ca. 36 Kilometer) nordöstlich von Kap Arkona befand, wurde deshalb gebeten, in  Richtung Arkona zu laufen, wo die Übergabe um 18 Uhr auf See im Schutz der Insel in der Bucht Tromper Wiek stattfand.

Die 36 Meter lange Seenotkreuzer ging bei dem niederländischen 90 Meter langen Frachtschiff längsseits und übernahm den Patienten. Im Bordhospital wurde der junge Seemann mit Unterstützung der Seenotretter auf dem Weg zum Sassnitzer Hafen behandelt. Dort übergaben die Seenotretter den Mann an den Rettungswagen. Um 19.30 Uhr meldete sich die „Harro Koebke“ „klar P 3“ (einsatzbereit auf der Station).

DGzRS am 14.11.2013