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Doppelter Einsatz vor Rügen

DGzRS / Christian Tiedt am 27.06.2013

Segler in Not: Gleich zweimal mussten die Seenotretter Mitte Juni vor Rügen auslaufen. Dabei bewährte sich auch ein neuartiges RIB-Tochterboot.

Tochterboot „Notarius“

Tochterboot „Notarius“ birgt die Segler von ihrer gekenterten Jolle.

Für zwei Segler endete ein Törn auf der Ostsee am 14. Juni an Bord des neuen Seenotkreuzers „Harro Koebke“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Nachdem ihr Boot im Nordwestwind gekentert war, nahmen die Seenotretter der Station Sassnitz die unterkühlten Männer vor der Nordküste der Insel Rügen an Bord. Nahezu zeitgleich kamen die freiwilligen Seenotretter der Nachbarstation Glowe etwas weiter westlich einem Alleinsegler zu Hilfe.

SRK „Harro Koebke“

Seenotkreuer „Harro Koebke“

Die beiden gekenterten Segler waren am späten Vormittag mit ihrem etwa acht Meter langen Boot im kleinen Hafen von Lohme an der Nordküste der Halbinsel Jasmund in östliche Richtung aufgebrochen. Der Vater und sein erwachsener Sohn wollten Sassnitz ansteuern. Etwa auf halber Strecke zwischen Lohme und Stubbenkammer brachte bei nordwestlichen Winden von sechs bis sieben Beaufort (bis ca. 60 km/h Windgeschwindigkeit) offenbar eine Bö ihr Boot zum Kentern.

Ein Spaziergänger beobachtete die Seenot der Segler von Land aus und wählte den Notruf. Die Seenotleitung Bremen der DGzRS alarmierte den Seenotkreuzer „Harro Koebke“ auf der Station Sassnitz. Die Besatzung des 25 Knoten (ca. 48 km/h) schnellen Spezialschiffs legte sofort ab und anschließend "alle Hebel auf den Tisch": Mit den über 6.500 PS Leistung der drei Fahrmaschinen benötigten die Seenotretter weniger als eine halbe Stunde, um den Unglücksort an der Nordküste zu erreichen.

Die Seenotleitung Bremen bezog zur Sicherheit das nördlich der Insel fahrende Zollboot "Rügen" und den Rettungshubschrauber Christoph 47 der DRF Luftrettung aus Greifswald in die Suche nach den Schiffbrüchigen mit ein. Doch die Seenotretter fanden den Havaristen schnell selbst: Etwa eine halbe Seemeile vor der Küste war die Jolle gekentert.

"Die beiden Segler hatten sich auf den Rumpf des kieloben treibenden Bootes gerettet. Glücklicherweise trugen sie Rettungswesten", berichtet Dirk Neumann, Vormann der „Harro Koebke“. Mit dem Tochterboot „Notarius“, einem neuartigen RIB-Typ mit festem Aufbau,  übernahmen die Seenotretter die unterkühlten Schiffbrüchigen bei etwa zwei Metern Wellenhöhe. Anschließend versorgten sie die beiden Männer im Bordhospital des Seenotkreuzers. In Sassnitz übergaben sie sie an den Landrettungsdienst.

Nahezu zeitgleich waren die freiwilligen Seenotretter der DGzRS-Nachbarstation Glowe im Einsatz. Das Seenotrettungsboot „Kurt Hoffmann“ schleppte ein etwa sechs Meter langes Segelboot sicher nach Glowe ein. Der allein segelnde Skipper aus Schweden war ohne Motor unterwegs und der Küste recht nahe gekommen. Ein Angelkutter beobachtete die gefährliche Lage und alarmierte über den internationalen Sprechfunk-Notrufkanal 16 die Seenotleitung.

DGzRS / Christian Tiedt am 27.06.2013