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Hamburger sagen nein!

Torsten Moench am 10.07.2020

Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Hamburger Dove-Elbe als Sportbootrevier bläst zum Angriff auf weitreichende Eingriffe

Gemeinhin gelten die Hamburger als zurückhaltend, besonnen und teils wortkarg. Laute Auftritte oder gar Demonstrationen sind den Hanseaten ein Gräuel. Geht es aber um die Lebensader ihrer Stadt, die Elbe, weicht das sprichwörtliche "hanseatische Understatement" einer entsprechend klaren Entschlossenheit. "Wir sagen Nein", ist dann auch der ebenso einfache wie deutliche Slogan einer Bür­ger­ini­tia­ti­ve gegen den strombaulichen Anschluss des Nebenarms Dove-Elbe an die Elbe.

Zum Hintergrund: Aufgrund der intensiven wirtschaftlichen Nutzung der Elbe ist unter anderem der Tidenhub, also die Wasserstandsänderung zwischen Niedrig- und Hochwasser, stetig gestiegen. Um dieser ungewollten Entwicklung, die unter anderem zur Verschlickung der Fahrwasser und Nebenarme führt, etwas entgegenzusetzen, gründeten die Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg sowie der Bund die Arbeitsgemeinschaft "Forum Tideelbe".

Zweck der Arbeitsgemeinschaft ist die Vorlage von Vorschlägen zur Verringerung dieser Effekte.
Von ehemals 29 möglichen Maßnahmen stehen heute noch fünf zur Diskussion. Eine davon: die Öffnung der Dove-Elbe zum Hauptstrom. Die Folge: Dem Brackwasser der Elbe wird mehr Platz eingeräumt, es strömt zweimal täglich in den Fluss­arm und lässt bei Niedrigwasser Schlick und Schlamm zurück.

Die von der Bürgerinitiative "Dove-Elbe-retten" befürchteten Folgen wären dramatisch. Initiativensprecher Andreas Gabriel sieht die Existenz zahlreicher Firmen und Vereine gefährdet: "Tausende Hamburger kommen in den Sommermonaten zum Baden, Chillen, Bootfahren, Wandern, Radfahren an die Dove-Elbe und genießen die intakte Natur. Auch weit über die Grenzen von Hamburg hinaus ist das Naherholungsgebiet von touristischer Bedeutung. Das alles hat ein Ende, wenn unsere Dove-Elbe zum Brackwasser-Tümpel verkommt."

Dazu muss man wissen, dass die rund 18 km lange Dove-Elbe in ihrer heutigen Form tatsächlich ein Eldorado für Wassersportler darstellt. Im Schutz der Tatenberger Schleuse entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten ein Revier, welches im Norden seinesgleichen sucht. Eisvogel, Biber und zahlreiche Fischarten leben hier "Tür an Tür" mit erholungssuchenden Großstädtern.

Gabriel weiter: "Wir sagen Nein! Wir werden unser Revier nicht kampflos aufgeben und organisieren derzeit eine Kampagne gegen die Öffnung der ­Dove-Elbe zur Tideelbe. So wird es beispielsweise am 25. Juli eine Protestfahrt mit Sportbooten von der Dove-Elbe zu den Hamburger Landungsbrücken geben. Wer dabei sein will, ist herzlich eingeladen und findet unsere Kontaktdaten auf der Website www.dove-elbe-retten.de. Darüber hinaus planen wir am 12. August ein Musikkonzert auf der Dove-Elbe sowie im September eine weitere Protestfahrt und die Übergabe einer Petition an den Hamburger Senat. Wir müssen diesem Irrsinn etwas entgegensetzen."

Torsten Moench am 10.07.2020
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