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Formel 2: Rush Hour auf dem Comer See

Sven Sieveke am 03.12.2014

Ivan Brigada war im nagelneuen BaBa-Rumpf nicht zu schlagen: In der Heimat sicherte sich der Italiener die Krone in der Formel-2-Europameisterschaft.

Comer See

Formel 2: Ivan Brigada, ganz vorn mit der Nummer 80, war auf dem Comer See das Maß aller Dinge

In Abwesenheit des amtierenden Champions Erik Stark gingen bei der Formel-2-Europameisterschaft Ende September auf dem Comer See 18 Teams auf Titeljagd. Mit einem brandneuen BaBa-Rumpf trat der Italiener Ivan Brigada an. Brigada, in den letzten Jahren für das Caudwell F1 Team unterwegs, musste sich im ersten Lauf dem Schweden Pierre Lundin beugen, kam dann aber richtig in Schwung und machte mit zwei Laufsiegen den Titel klar. Auftaktsieger Lundin musste zweimal David Del Pin den Vortritt lassen und konnte ihn erst nach einem weiteren Sieg im Finallauf auf den dritten Platz verweisen.

Nur knapp verpassten Stefan Hagin und das Team Germany mit dem neuen Mol-gaard-Boot die Podiumsränge. Kleinere Probleme mit der Lichtmaschine bremsten Hagin zunächst im Training und den Qualifikationsrunden ein. Mehr als Startplatz 13 war daher nicht drin. Doch pünktlich zum Rennen bekam das Team alles in den Griff und Hagin kämpfte sich im ersten Rennen bis auf Platz 4 vor. Mit der besseren Startposition für den zweiten Lauf schlug Hagin dann ein weiteres Mal zu. Bis eine Runde vor Rennende lag er auf Platz 3 und konnte den immer wieder attackierenden Pierre Lundin hinter sich halten.

Erst im Schlussspurt zeigte sich die leichte Überlegenheit von Lundins Moore-Rumpf im rauen Wasser, und er konnte vorbei ziehen. Im dritten Lauf kam Hagin erneut gut weg und wieder hieß sein Gegner Lundin. Nur gerade so konnte Hagin im Duell mit ihm ein Aufsteigen seines Bootes verhindern und fand sich auf Platz 8 wieder. Nur noch einen Platz konnte er danach im Verkehr gutmachen und den Lauf auf Platz 7 beenden. Dazu kamen Probleme mit der Servolenkung und der Elektrik. So trat Hagin im vierten Lauf nicht mehr an. Weil bei der EM nur drei Läufe für das Endergebnis gezählt werden, reichte es trotzdem für einen sehr guten fünften Platz in der Gesamtwertung.

Beim High Performance Team übernahm in dieser Saison erstmals Dominic Stahl das Steuer. Dabei stand von vornherein fest, dass der EM-Einsatz überwiegend Testzwecken dienen sollte. Ohne Anspruch auf Bestzeiten und eingedenk seines Trainingsdefizites ging es Stahl locker an. Nachdem es im Training recht gut lief, entschied sich das Team nach dem ersten Rennen zum Aufhören. Bei der starken Konkurrenz und den äußerst rauen Bedingungen war die Gefahr zu groß, das Boot zwei Wochen vor dem dritten WM-Lauf noch zu beschädigen.
Auch bei Nick Bisterfeld und seinem Teamkollegen Rupert Temper lief es in Como nicht nach Wunsch. Nach einem tollen achten Startplatz erwischte es Bisterfeld gleich im ersten Rennen. Auf Platz 5 liegend musste er mit einem technischen Problem aufgeben. Nach einem 13. Platz im ersten Lauf, einem Unfall im zweiten und Platz 10 im dritten war die EM dann auch für Rupp Temper gelaufen. 

Sven Sieveke am 03.12.2014