Seenotretter und Krabbenkutter Seenotretter und Krabbenkutter
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Krabbenkutter vor Untergang bewahrt

Christian Tiedt / DGzRS am 18.10.2011

Mit ihren leistungsstarken Lenzpumpen verhinderten die Seenotretter am Montag den Untergang des Krabbenkutters „Korona“ in der Nordsee vor Eiderstedt.

Seenotretter und Krabbenkutter

Der Krabbenkutter „Korona“ im Schlepp des Seenotrettungsbootes „Paul Neisse“. Dem Heck des Kutters nähert sich der Seenotkreuzer „Theodor Storm“, um die Lenzarbeiten zu unterstützen.

Der Seenotfall begann als scheinbarer Routineeinsatz für die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes „Paul Neisse“ von der Station Eiderdamm. Am Vormittag hatten die Fischer mit Netz im Propeller ihres 17-Meter-Kutters um Hilfe gebeten. Der steife Westwind mit Stärke 7 (über 60 km/h Windgeschwindigkeit) spitzte die Situation jedoch zu: Der manövrierunfähige Holzkutter kam bald etwa 1,5 Seemeilen südlich des Leuchtturms St. Peter-Böhl im Watt fest.

Nachdem die kraftvolle und wendige „Paul Neisse“ die „Korona“ befreit hatte, meldeten die beiden Fischer plötzlich Wassereinbruch im Maschinenraum. Die Seenotretter gaben über das Heck des Havaristen eine Lenzpumpe an Bord des Kutters. Das Längsseitsgehen war ihnen unmöglich, da die Fischer aufgrund der ausgefallenen Elektrik der „Korona“ das zu beiden Seiten ausgebrachte Fanggeschirr nicht mehr einholen konnten.

Um die Lenzarbeiten zu unterstützen, fuhr der Seenotkreuzer „Theodor Storm“ von seiner Station Büsum aus dem Schleppverband entgegen. Unterdessen bekam die „Korona“ bei gut einem Meter Seegang etwa fünf Grad Schlagseite nach Backbord. Gegen 12.50 Uhr erreichte die „Theodor Storm“ etwa sieben Seemeilen westlich des Eidersperrwerks den Kutter und begann sofort ebenfalls mit dem Lenzen, während die „Paul Neisse“ den Havaristen weiterhin im Schlepp behielt.

Die Seenotretter brachten den Krabbenkutter in den Außenhafen des Eidersperrwerks, den sie gegen 14 Uhr erreichten. Dorthin hatte die Seenotleitung Bremen der DGzRS zwischenzeitlich auch Feuerwehrkräfte bestellt. Gemeinsam gelang es, den Kutter schwimmfähig zu halten. Die beiden Krabbenfischer blieben unverletzt.

Christian Tiedt / DGzRS am 18.10.2011
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