Sparschleuse Hausen, Main-Donau-Kanal Sparschleuse Hausen, Main-Donau-Kanal
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Main-Donau-Kanal feiert 20. Geburtstag

WSA Süd am 02.10.2012

Am 25. September 1992 wurde der Main-Donau-Kanal für den Verkehr geöffnet. Zum 20. Jubiläum der Wasserstraße zieht die WSD Süd nun offiziell Bilanz.

Sparschleuse Hausen, Main-Donau-Kanal

Großbaustelle der Sparschleuse Hausen während des Baus des Main-Donau-Kanals.

Der Main-Donau-Kanal zwischen Bamberg und Kelheim rechnet sich aus Sicht der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd gleich mehrfach. „Er ist nicht nur wichtiger Teil der Wasserstraße zwischen Nordsee und Schwarzem Meer, sondern auch bedeutende Infrastrukturmaßnahme, vor allem im Unteren Altmühltal“, sagt
Präsident Detlef Aster im Vorfeld der Feierlichkeiten am Mittwoch, 25. September. Vor 20 Jahren wurde auch das letzte Teilstück für den Verkehr freigegeben.

Da die Kritiker des Kanals in diesen Tagen die bekannten Argumente verwenden, stellt Aster eine positive Bilanz auf. Besonders wichtig ist ihm die ökologische Bilanzierung. „Sie ist weitaus besser ausgefallen, als viele gedacht haben“, sagt er. In den sensiblen Bereichen der Südstrecke, im Sulz-, Ottmaringer, und Altmühltal, wurden rund 20 Prozent der dortigen Baukosten für den Kanal in die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen investiert, insgesamt hat der Kanal 2,3 Milliarden Euro gekostet. 

Neben der Wasserstraße entstanden großflächige Feuchtgebiete, Altwässer und Nebenarme, die heute wertvolle Rückzugsgebiete für geschützte Tier- und Pflanzenarten bieten. Die ökologischen Kontrollbilanzen der Haltungen Kelheim (Abschnitt Kelheim bis Riedenburg) und Riedenburg (Riedenburg bis Dietfurt) weisen einen Zielerfüllungsgrad von 97% bzw. 97,5% aus. Insgesamt wird festgestellt, dass die Artenvielfalt sich erhöht hat. 

Aus naturschutzfachlicher Sicht werden die Haltungen Kelheim und Riedenburg als regional bis überregional bedeutsam für die vorkommenden Tier- und Pflanzenarten eingestuft. Mehr als ein Drittel aller vorgefundenen Tierarten sind Rote-Liste-Arten. 

Die ökologischen Kontrollbilanzen für die Haltungen Dietfurt und Berching werden zurzeit mit den höheren Naturschutzbehörden an der Regierung von Oberbayern und Oberpfalz abgestimmt und sollen Anfang 2013 abgeschlossen werden. Die ökologischen Ziele im Ottmaringer Moos zwischen Beilngries und Dietfurt und in den Irrle-Wiesen unterhalb Dietfurt konnten leider nicht erreicht werden. Dafür wurden andere Maßnahmen für den ökologischen Ausgleich durchgeführt und noch während der Bauzeit ausgeführt sowie finanzielle Leistungen an
den Freistaat Bayern für andere ökologische Projekte gezahlt.

Der Bau des Kanals gerade im Unteren Altmühltal war ein Meilenstein in Sachen Naturschutz. Im engen Dialog mit den Verbänden wurde versucht, die jeweils beste Lösung zu finden. Darauf baut auch die EU-Studie auf, in deren Rahmen zurzeit der mögliche Ausbau der Donau in Niederbayern untersucht wird. Im Herbst sollen die Ergebnisse vorgelegt werden. Nur wenn sowohl hinter Ökologie als auch hinter Ökonomie ein Haken gemacht werden kann, ist ein Ausbau dort auch sinnvoll.

„Kommt der Ausbau, kann der Kanal leicht doppelt soviel Fracht aufnehmen“, sagt Aster. „Sind es derzeit sechs bis sieben Millionen Tonnen pro Jahr, können es in Zukunft bis zu 12 Millionen Tonnen werden.“  er Main-Donau-Kanal
Mit nur 16 Kanalstufen überwindet der Main-Donau-Kanal auf einer Länge von 171 Kilometern einen Höhenunterschied von insgesamt 243 Metern.

Vom Main kommend, werden die Schiffe um 175 Meter zur europäischen Hauptwasserscheide auf 406 Meter über Normalnull gehoben, womit der höchste Punkt (tatsächlich handelt es sich um die Strecke der Scheitelhaltung mit 16,5 km) im europäischen Wasserstraßennetz erreicht wird. Anschließend geht es wie auf einer Treppe zur Donau wieder 68 Höhenmeter hinab. 

Der Main-Donau-Kanal verfügt über die größten Schleusen in Deutschland mit Hubhöhen bis zu 24,7 Meter. Die Schleusen werden seit 2007 rund um die Uhr von vier Fernsteuerzentralen aus gesteuert.  Moderne Großmotorgüterschiffe und Schubverbände bis zu einer Länge von 190 Metern, einer Breite von 11,45 Metern und einem Tiefgang von 2,70 Metern befahren den Main-Donau-Kanal. 

WSA Süd am 02.10.2012