Der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
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Motorboot aus Brandung gerettet

Christian Tiedt / DGzRS am 03.09.2011

Rettung aus dem Brandungsgürtel vor Darßer Ort: Seenotretter bargen eine Motorbootbesatzung bei Windstärke neun und bis zu vier Meter hohen Wellen.

Der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Im schweren Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis 90 Kilometer pro Stunde haben die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Montagabend, 29. August 2011, zwei Menschen vor Darßer Ort aus einer lebensgefährlichen Notlage gerettet. Das neun Meter lange Motorkajütboot (Heimathafen Wismar) der beiden drohte in bis zu vier Meter hohen Wellen im Brandungsgürtel zwischen Ahrenshoop und der Darßspitze zu kentern.

Bei neun Windstärken und schlechter Sicht hatte die zweiköpfige Besatzung Schutz unter Land gesucht, offenbar um den Nothafen Darßer Ort anzusteuern. Dabei waren der 70-jährige Skipper und seine 48-jährige Tochter auf Legerwall geraten: Der west- bis südwestliche, auflandige Sturm hatte ihr Boot soweit unter Land gedrückt, dass es sich nicht mehr aus eigener Kraft freiarbeiten konnte.

Gegen 19.25 Uhr alarmierte die Seenotleitung Bremen der DGzRS den Seenotkreuzer „Theo Fischer“ von der Station Darßer Ort. Der besorgte Sohn des Skippers hatte sich telefonisch bei den Seenotrettern gemeldet, weil sein Vater kein UKW-Funkgerät an Bord hatte. Per Handy nahm nun ihrerseits die Mannschaft der „Theo Fischer“ Kontakt zu der Motorbootbesatzung auf und verließ sofort den Nothafen Darßer Ort.

Nur etwa 30 Meter vor dem Darßer Weststrand fanden die Seenotretter den Havaristen nach kurzer Suche. „Der Anker war hinter der ersten Sandbank ausgebracht, ließ sich aber nicht mehr lösen. Das Boot wäre in der hohen Brandung unweigerlich gekentert. Selbst weiter draußen hatten wir noch etwa drei Meter Seegang“, berichtet Frank Weinhold, Vormann des Seenotkreuzers. Mit dem flachgehenden Tochterboot „Ströper“ näherten sich die Seenotretter dem im nur etwa 1,5 Meter tiefen Wasser regelrecht tanzenden Havaristen.

„Die Situation war lebensgefährlich. Wir mussten das Boot in der Brandung zurücklassen“, schildert Weinhold. Die Tochterboot-Besatzung begann mit der Abbergung. Die Übernahme des Skippers und seiner Tochter gestaltete sich schwierig. Dank immer wieder geübter Handgriffe benötigten die erfahrenen Seenotretter dennoch nur drei Anläufe, um die beiden an Bord zu nehmen.

Unterdessen hatten sich die freiwilligen Seenotretter der Station Prerow/Wieck mit ihrem geländegängigen Allradfahrzeug strandseitig der Unfallstelle genähert, um das Unternehmen von Land aus abzusichern. Im Nothafen Darßer Ort übergaben die Seenotretter die völlig erschöpften, durchnässten und unter Schock stehenden Geretteten schließlich in die Obhut ihrer ehrenamtlichen Kollegen, die sich bereits um trockene Kleidung und eine Unterkunft für die Nacht gekümmert hatten.

Erneut zeigte sich bei diesem Einsatz die Notwendigkeit, gerade in diesem Bereich der Ostseeküste eine DGzRS-Station vorzuhalten, von der aus die Seenotretter in Notfällen unmittelbar und schnell eingreifen können. Allein in den vergangenen zehn Tagen ist der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ vier Mal in ähnlichen Notfällen im Einsatz gewesen.
 

Christian Tiedt / DGzRS am 03.09.2011
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