Tonne „Müritz-Mitte“, Müritz Tonne „Müritz-Mitte“, Müritz
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Müritz bekommt Unwetter-Warnsystem

Andreas Fritsch / YACHT am 29.08.2011

Ab Herbst 2012 sollen insgesamt 16 Blitzleuchten im Revier Wassersportler rechtzeitig vor heraufziehendem Sturm oder Gewitter warnen.

Tonne „Müritz-Mitte“, Müritz

Die Tonne „Müritz-Mitte“ bei frischem Wind.

Manche Skipper kennen das geplante Warnsystem von den süddeutschen Binnenrevieren: Fest montierte Blitzlampen werden im Falle heraufziehender Stürme oder Gewitter aktiviert und warnen so Wassersportler rechtzeitig, um einen sicheren Hafen oder Ankerplatz anzusteuern. Die Planung für das Wetter-Informations-System (WIS) sei bereits weit fortgeschritten, erklärte Kai Seiferth, Kreisrechtsdirektor des Landkreises Müritz.

„Gerade Revierunkundige und die vielen Gäste mit kleinen Wasserfahrzeugen sind dankbar, wenn sie von einer amtlichen Stelle Informationen bekommen. Hiermit ergänzen wir regional die Hinweise des Wetterdienstes und der Rundfunksender. Wenn alles wie geplant läuft, werden wir im Herbst 2012 den Probebetrieb aufnehmen und zur Saison 2013 startklar sein“, so Seiferth.

Darüber hinaus sei es von Anfang an das Bestreben der zuständigen Behörden gewesen, nicht nur die Müritz mit ihren 112 Quadratkilometern Wasserfläche in ein Frühwarnsystem einzubinden, sondern alle sogenannten mecklenburgischen Oberseen. Dies sind neben der Müritz auch der Kölpinsee, der Fleesensee und der Plauer See sowie alle sie verbindenden Gewässer. Die Kette reicht also von Rechlin im Süden der Müritz bis Plau im westlichen Nachbarkreis.

Die Müritz ist der größte deutsche Binnensee und bietet mit den verbundenen Gewässer ein einzigartiges Wassersportdorado in Mecklenburg-Vorpommern. Zusammen mit den anderen mecklenburgischen Oberseen beläuft sich die Fläche auf weit über 220 Quadratkilometer. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 25 Kilometer, in Ost-West-Richtung sind es rund 34 Kilometer. Über 300 Charterboote haben ihren Heimathafen in der Region, und die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Derzeit läuft die Feinabstimmung zur Standortwahl. Aus der Erfahrung anderer Bundesländer heraus hat man sich für ein Blitzlichtwarnsystem entschieden, das miteinander vernetzt ist und digital angesteuert wird. Angebunden ist die Technik an die zentrale Leitstelle der Landkreise. Angesteuert werden die Blitzleuchten auf regionaler Ebene bei entsprechender Vorwarnung durch den Wetterdienst.

Darüber hinaus wird es Zugriffsmöglichkeiten für die Wasserschutzpolizei und das Wasserschifffahrtsamt geben, damit regionale Wetterbeobachtungen berücksichtigt werden können. Trotz des weitläufigen Wassergebietes geht man derzeit davon aus, mit insgesamt 16 Leuchten auszukommen. Die sollen bauartbedingt recht unauffällig sein, im Landschaftsbild bei Nichtgebrauch kaum wahrnehmbar.  

Andreas Fritsch / YACHT am 29.08.2011