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Qatar Cup 2015: Sieg der Leidenschaft

Sven Sieveke am 25.04.2015

Full House in Doha: Scheich Hassan bin Jabor Al-Thani lud mehr als 45 Rennteams aus aller Welt zum Offshore-Klassentreffen an den Persischen Golf ein

Qatar Cup 2015

Action rund um die Uhr, große Starterfelder, Klassenvielfalt – ist das die Zukunft von Offshore Racing? Der Qatar Cup in der Bucht von Doha setzte jedenfalls neue Maßstäbe 

Wohl kaum ein Offshore-Rennen hat in den vergangenen Jahren für mehr Aufmerksamkeit und Unruhe gesorgt, als der Qatar Cup 2015 vom 4. bis 7. Februar in Doha. Initiator Sheikh Hassan bin Jabor Al-Thani hatte bereits 2014 einen Versuch gestartet, war aber an der Logistik gescheitert. Vor allem die US-Teams hatten den Sprung über den Atlantik nicht gewagt. Diesmal ging es dank Sponsoren weniger um die Frage, ob das Rennen überhaupt stattfindet, sondern vielmehr darum, ob es der neugegründeten OPGP gelingt, unter Schirmherrschaft der UIM/APBA Chancengleichheit für die Offshore Teams aus der ganzen Welt hinzubekommen.

Nicht zuletzt war es die Leidenschaft der Organisatoren, Teams und Fahrer, die diesen Erfolg schließlich ermöglichte. Sheikh Hassan und der Qatar Marine Sports Federation (QMSF), Throttleman Steve Curtis und Gro Helgesen vom Team Qatar, Jason Miller von der OPGP und Lucy Nicandry vom Suncoast GP in Florida gelang es  in enger Zusammenarbeit, über 45 Offshore-Rennboote in Doha zu versammeln und so eine der größten Flotten seit langem zusammenstellen. Während die QMSF an Land alle Register der Gastfreundschaft zog, sorgten Curtis und seine Crew auf dem Wasser mit einem Handicap-System für Chancengleichheit und damit für volle Starterfelder bei den Rennen.

So überzeugte der Qatar Cup auf der ganzen Linie. Während der vier Tage sorgten etliche Rennen für tolle Unterhaltung. Insbesondere dann, wenn die großen SuperCat und SuperVee auf die Strecke gingen. Schon im ersten Lauf entfachten die Lokalmatadore Ali Al Neama und Billy Moore Begeisterung, als sie in ihrer "Spirit of Qatar 20" einen Start-Ziel-Sieg vor Steve Curtis und Joe Sgro in deren V-Rumpf "Outerlimits" landeten. Im zweiten Rennen verzettelten sich die beiden allerdings in einem Duell, das mit einem heftigen Dreher der "Outerlimits" im letzten Turn endete. Damit war der Weg zum Sieg für Jay Cooke und Randy Sweers in der "Racing for Cancer" frei.

Am Ende reichte der "Spirit of Qatar" jedoch Platz 3, um den Gesamtsieg vor der "Racing for Cancer" zu holen. Die neuseeländischen Champions Wayne Valder und Chris Hanley sicherten sich in ihrer "ProFloors" mit einem dritten und einem zweiten Platz Gesamtrang 3 bei den SuperCats. Die "Outerlimits" gewann die SuperVee-Wertung vor der "Twisted Metal".

Nach dem dumpfen Bollern der V8-Armada schlugen die SuperCat Lite mit ihren 2,5 l 2-Takt-Außenbordern andere Töne an. Dabei zeigten Arif Al Zaffain und Nadir Bin Hendi, warum sie zur Weltspitze gehören. Souverän stellten sie die "Victory" bei jedem Lauf ganz oben auf das Treppchen. Lediglich die US-Amerikaner Robert Nunziato und Dan Lawrence konnten mit ihrer "Hulk" ein wenig gegenhalten.

Den verbliebenen Podiumsplatz in den Rennen und der Gesamtwertung übernahmen die XCat-Neueinsteiger Faleh Al Mansoori und Rashed Al Tayer vom Team Abu Dhabi. Neben den Topklassen zeigten auch die Class 3 225, die nationalen Einsteigerklassen und Aquabikes ihr Können und sorgten so für eine kurzweilige Veranstaltung mit vielen Ein- und Ausblicken in den Rennbootsport. Unabhängig vom persönlichen Erfolg waren sich am Ende alle einig – man wird sich 2016 wiedersehen.   

Sven Sieveke am 25.04.2015