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Jürgen Straßburger am 01.02.2011

Alle Informationen zu Bootspapieren und zur Bootskennzeichnung. Welche Bootspapiere gibt es?

Welche Bootspapiere gibt es?

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen amtlichen und amtlich anerkannten Bootspapieren.

Amtliche Bootsdokumente:

  • Ausweis über das Kleinfahrzeugkennzeichen
  • Schiffsbrief
  • Flaggenzertifikat
  • Schiffszertifikat

Amtlich anerkannte Bootsdokumente:

  • Internationaler Bootsschein (IBS)

DIE DOKUMENTE IM EINZELNEN:

Bootspapiere

Ausweis über das Kleinfahrzeugkennzeichen.

Ausweis über das Kleinfahrzeugkennzeichen

Die im Kleinfahrzeug-Ausweis eingetragene Nummer bildet zusammen mit den Kennbuchstaben des zuteilenden Wasser- und Schifffahrtsamtes das amtliche Kennzeichen. Dieses Dokument wird von allen Wasser- und Schifffahrtsämtern in Deutschland auf Antrag vergeben. Der Ausweis und das Kennzeichen sind unbefristet gültig. Änderungen an den im Ausweis eingetragenen Daten müssen der ausstellenden Stelle unverzüglich gemeldet werden. Die Zuteilung dieses amtlichen Kennzeichens einschließlich Ausstellung des Ausweises kostet 18 Euro, die Eintragung einer Änderung der Eigentumsverhältnisse 15 Euro, alle übrigen Änderungen 10 Euro, eine Ersatzausfertigung 13 Euro.

Bootspapiere

Schiffsbrief.

Schiffsbrief (Binnenschiffe)

Das aus diesem Dokument resultierende Kennzeichen besteht aus der im Schiffsbrief ausgewiesenen Schiffsregisternummer, gefolgt vom Kennbuchstaben „B“. Zusätzlich muss der Name des Schiffes und der Heimat- oder Registerort am Boot angebracht werden. Den Schiffsbrief erhalten nur Boote, die in einem Binnenschiffsregister eingetragen sind. Binnenschiffe mit einer Wasserverdrängung von 10 m3 und mehr müssen ins Binnenschiffsregister eingetragen werden. Eintragungsfähig sind Binnenschiffe mit einer Wasserverdrängung von mindestens 5 m3.

Die bei der Anmeldung eines Binnenschiffs anzugebenden Daten und Dokumente sind in der „Schiffsregisterordnung“ (BGBl I, 1994, S. 1134) festgelegt. Hierzu gehört unter anderem der „Eichschein“, der von der Zentralstelle Schiffsuntersuchungskommission/Schiffseichamt bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest nach erfolgter Eichung (Vermessung) des Bootes ausgestellt wird (siehe: Verordnung über die Eichung von Binnenschiffen, BGBl. I, 1975, S. 1785). Binnenschiffsregister werden bei den Amtsgerichten geführt. Die Kosten für den Eintrag ins Binnenschiffsregister richten sich nach dem Wert des Bootes. Hinzu kommen Gebühren für die Ausstellung des Schiffsbriefes. 

Bootspapiere

Flaggenzertifikat.

Flaggenzertifikat

Das aus diesem Dokument resultierende amtliche Kennzeichen besteht aus der im Flaggenzertifikat ausgewiesenen Nummer, gefolgt vom Kennbuchstaben „F“. Zusätzlich muss der Name des Heimathafens am Heck sowie der Schiffsname in gut sichtbaren und fest angebrachten Schriftzeichen geführt werden. Das Flaggenzertifikat wird vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) auf Antrag für Seeschiffe vergeben, deren Rumpflänge 15 m nicht überschreitet. Da die einzureichenden Unterlagen sehr umfangreich sind, sollte vor der Antragstellung das Merkblatt „Hinweise zum Antrag auf Ausstellung eines Flaggenzertifikates“ beim BSH angefordert oder im Internet heruntergeladen werden. Das Flaggenzertifikat ist acht Jahre gültig und kostet 40 Euro. Nach acht Jahren kann das Dokument für 25 Euro verlängert werden. Änderungen und Ersatzausfertigungen schlagen ebenfalls mit 25 Euro zu Buche. 

Bootspapiere

Schiffszertifikat.

Schiffszertifikat (Seeschiffe)

Das aus diesem Dokument resultierende Kennzeichen besteht aus der im Schiffszertifikat ausgewiesenen Seeschiffsregisternummer. Falls vorhanden, kann auch das Funkrufzeichen (einschließlich Unterscheidungssignal) als amtliches Kennzeichen geführt werden. Zusätzlich müssen der Schiffsname und der Heimathafen am Boot angebracht werden. Das Schiffszertifikat erhalten nur Boote, die im Seeschiffsregister eingetragen sind. Seeschiffe mit einer Rumpflänge von 15 m und mehr müssen ins Seeschiffsregister eingetragen werden. Kleinere Boote können auf Wunsch des Eigners ins Seeschiffsregister eingetragen werden.

Die bei der Anmeldung eines Seeschiffs anzugebenden Daten sind in der „Schiffsregisterordnung“ (BGBl I, 1994, S. 1134) festgelegt. Dazu gehört unter anderem der „Schiffsmessbrief“, der für Sportboote bis 24 m Länge auf Antrag vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ausgestellt wird. Seeschiffsregister werden bei den Amtsgerichten geführt. Die Kosten für den Eintrag ins Seeschiffsregister richten sich nach dem Wert des Bootes. Hinzu kommen Gebühren für die Ausstellung des Schiffszertifikates. 

Bootspapiere

Internationaler Bootsschein (IBS).

Internationaler Bootsschein (IBS)

Das aus diesem Dokument resultierende Kennzeichen besteht aus der Nummer des Internationalen Bootsscheins, gefolgt von dem Kennbuchstaben der zuteilenden Organisation. Dabei steht der Kennbuchstabe „M“ für den Deutschen Motoryachtverband (DMYV), der Kennbuchstabe „S“ für den Deutschen Seglerverband (DSV) und der Kennbuchstabe „A“ für den Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC).

In Deutschland ist der Internationale Bootsschein als amtlich anerkannter Kennzeichenausweis so lange gültig, wie sich an den eingetragenen Daten nichts ändert. Als Bootsdokument im internationalen Einsatz darf der IBS nicht älter sein als zwei Jahre. Er muss für diesen Einsatz also alle zwei Jahre verlängert werden. Mitglieder zahlen bei „ihrer“ Organisation 20 Euro für die Neuausstellung eines IBS. Nichtmitglieder zahlen 25 Euro. Erneuerungen, Verlängerungen und Änderungen kosten 18 Euro.

Es gibt also fünf verschiedene Bootsdokumente, unter denen sich jeder Bootseigner für das Dokument seiner Wahl frei entscheiden kann – mit zwei Ausnahmen: Ein Binnenschiff ab 10 m3 Wasser­verdrängung muss ins Binnenschiffsregister, ein Seeschiff ab 15 m Länge muss ins Seeschiffsregister eingetragen werden. Da stellt sich sofort die Frage, was ist ein See- und was ein Binnenschiff? 

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Jürgen Straßburger am 01.02.2011