Der Konvoi Der Konvoi

Der Konvoi

Der Konvoi

Ingrid Bardenheuer am 18.11.2010

Hamelns Rattenfänger ahnt, dass diejenigen, die ihm heute als Anhang versprochen sind, einen eigenen Kopf haben: 42 an der Zahl. Niemand kümmert sich um ihn, munter schwatzt das Grüppchen. Rattenfänger, Lügenbarone und Knochenbrecher - ein Törn der besonderen Art über Oberweser und Fulda.

Der Konvoi

In Reih' und Glied Kurve um Kurve entlang der Oberweser.

Samt nautischem Beistand zählt der Tross um die 90 Akteure, Hunde nicht miteingerechnet. Für diesen Tag hat der Trupp in Hameln festgemacht, morgen geht’s die Oberweser weiter hoch.

Im Konvoi und mit Leitboot vorneweg. Nachdenklich blickt der „Rattenfänger“ auf die Sportbootfahrerschar, die ihm immer noch nicht folgen mag. Es gibt aber auch reichlich zu erzählen. Über den Konvoi zum Beispiel. Von Minden die Oberweser zu Berg nach Hann. Münden, weiter auf der Fulda Richtung Kassel und zurück nach Minden – das ist die Strecke.

Der Knackpunkt: die Oberweser. Im Gegensatz zur staugeregelten Fulda fließt sie frei dahin und durcheilt dabei ihr fraglos hübsches Umfeld im Schnitt mit etwa 5 km/h. In Engstellen kann sich die Stromgeschwindigkeit verdoppeln, was den Gegebenheiten an Ober- und Mittelrhein sehr nahekommt.

Die Wasserstände der Oberweser sind launisch, Fahrwasserkennzeichnungenkaum vorhanden. Wer die Pegel nicht beachtet und Revierhinweise ignoriert, den setzt die Oberweser schnell auf Schiet. Und der kann hier schon mal aus blankem Fels bestehen. Bei den „Latferder Klippen“ etwa, rund zwölf Flusskilometer oberhalb von Hameln.

Allein der Name des Nadelöhrs verspricht Nervenkitzel.
„Jeder Fehler ist ‚tödlich‘. Aber das ist nicht schlimm“, beruhigt Benno Wiemeyer, 1. Stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Motorbootsport Niedersachsen. Sein Verband hat den knapp 14-tägigen Flusstörn zusammen mit dem Landesverband Motorbootsport Hessen auf die Beine gestellt.

Gemeinsam und unter sachkundiger Anleitung sollen revierunkundige Skipper ein oft geschmähtes, aber sehr wohl reizvolles Fahrgebiet kennenlernen. Bis ins Detail hat Benno Wiemeyer die Reise vorbereitet. In der Sache steckt sein Herzblut. Das spürt man.

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Ingrid Bardenheuer am 18.11.2010