Antique Boat Museum Antique Boat Museum

Reportage: Antique Boat Museum

Home of the Legends

Christian Tiedt am 17.02.2019

Das „Antique Boat Museum“ in Clayton im US-Bundesstaat New Yorkverfügt über die weltweit größte Sammlung klassischer Motorbooten. Wir haben die Legenden besucht

leich kann es losgehen! Zumindest scheint es so, als würde die noch menschenleere Halle nur darauf warten, dass sich ihre Tore für erwartungsvolle Besucher öffnen. Messebesucher. Alles ist vorbereitet: Stoffbahnen in den Farben des Sternenbanners schmücken Decke und Wände, die Stände sind geputzt, die Informationstafeln aufgestellt und am Kiosk in der Mitte liegen Übersichtspläne aus. "Welcome to the ,National Motor Boat Show‘", steht breit geschwungen über dem Eingang.

Alle Größen der Branche sind gekommen, um ihre Bestseller, Flaggschiffe und generell schönsten Stücke zu zeigen: Gar Wood Incorporated etwa, "the Greatest Name in Motorboating", wie man selbst sagt.

Die Firma des Sport- und Rennbootpioniers zeigt unter anderem ihre Baby Gar von 1927, seinerzeit das schnellste Seriensportboot der Welt. Dank eines Zwölfzylinder-Flugzeugmotors vom Typ Liberty T-25 (der nach dem Ersten Weltkrieg leicht zu haben war) kommt der 33-Fuß-Gleiter auf mehr als 40 Knoten.

Der Preis? Keine 10 000 Dollar. Sicher, der amerikanische Durchschnittsarbeiter verdient momentan nicht mehr als 1400 jährlich. Aber dafür wird auch ein Traum Wirklichkeit, oder? Ansonsten wäre noch der Speedster von 1935 im Angebot, etwas kleiner zwar, aber dafür fast genauso schnell – und das zu einem Zehntel des Preises. Deal?

Gemächlicher geht es gegenüber bei der Electric Launch Company zu – kurz Elco. Schließlich ist man auf komfortable Motorkreuzer spezialisiert. "Your home afloat", so das Motto, "Ihr schwimmendes Zuhause". Zwei Modelle hat man mitgebracht, darunter die Forty-Two, ein Backdecker mit edlen Linien und scharfem Steven – der aber dennoch Platz für sieben Kojen bietet.

Beim Rundgang an Bord kann man sich davon überzeugen. So geht es weiter in der Halle: Dodge Boats, die Consolidated Shipbuilding Company und natürlich Christopher Columbus Smith und seine Söhne, besser bekannt als Chris-Craft, die auch ihr barrel-back De Luxe Runabout von 1942 präsentieren. Mahagoni, Chrom und Messing überall: eine glanzvolle Versammlung.

Doch der Schein trügt: Natürlich ist es keine Bootsmesse im eigentlichen Sinn, die der Besucher vor sich hat. Nichts ist hier verkäuflich – zum Glück! Auch die Zeitreise ist eine Illusion.

Man schreibt weder die "Goldenen Zwanziger" noch die boomenden Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. Und der Schauplatz ist nicht New York City, wo im Jahr 1905 die erste echte nationale Motorbootausstellung der Vereinigten Staaten stattfand.

Die hier so passend präsentierten Schätze sind nur ein kleiner Teil der Kollektion des "Antique Boat Museums" in Clayton, weit im Norden des Bundesstaates New York. Diese Region am Übergang von Lake Ontario und Sankt-Lorenz-Strom, direkt an der Grenze zu Kanada, ist mit ihren vielen Inseln seit jeher ein Mekka des Wassersports. Ihr Name: Thousand Islands. Die richtige Ecke also für ein Museum, das über die weltweit größte und faszinierendste Sammlung von klassischen Motorbooten verfügt. Im vergangenen Jahr feierte man das fünfzigste Jubiläum.

Die vollständige Reportage lesen Sie in der März-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 20.02.19 am Kiosk gibt – für Abonnenten natürlich schon eher. 

Christian Tiedt am 17.02.2019