Austin Healey Austin Healey

Reportage: Austin Healey

Der Traum eines echten Sportsmanns

Gerald Guetat am 20.03.2018

Im Jahr 1952 wird der Austin Healey BN1 „100“ zu einem archetypischen Roadster der Nachkriegszeit. Nur wenige Jahre später stürzt sich Donald Healey in den gewerblichen Motorbootsbau.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts knüpften mehrere Automobilpioniere, darunter Delahaye, Fiat oder Mercedes, ihr persönliches Schicksal an Platzierungen bei den großen Motorbootrennen der damaligen Zeit, vor allem dem in Monaco.

Austin Healey

Danach ließen der Erste Weltkrieg und der unausweichliche Trend der Automobilbranche hin zur Massenproduktion von Autos den Motorbootbau ins Hintertreffen geraten. Dieser lag bald zumeist in den Händen kleinerer, unabhängiger Werften.

Mitte der Fünfziger Jahre ändert dann ein kleiner, jedoch namhafter Sportwagenhersteller den Lauf der Geschichte, indem er seinen Namen und die dazugehörige Marke weitläufig dazu nutzt, die eigenen Ambitionen zu Lande wie zu Wasser zu untermauern.

Austin Healey

Donald Healey wird kurz vor Beginn des Automobilzeitalters geboren, was sein gesamtes Wirken als Ingenieur, Fahrer und Hersteller prägen soll. Er tritt, damals im Jahre 1916 erst 16 Jahre alt und Lehrling in der Flugzeugfabrik Sopwith, in den britischen Royal Flying Corps ein. Später absolviert er ein Ingenieur-Studium.

Anfang der Zwanziger Jahre eröffnet er eine Werkstatt und einen Fahrzeugverleih. Doch schnell verliert er wieder die Lust an diesem von ihm als öde empfundenen Arbeitsleben und beginnt bald darauf mit dem Tunen von Fahrzeugen für Autorennen. Seine erste Rallye Monte Carlo absolviert er 1929 am Steuer eines Triumph 7.

Austin Healey

Im Jahr 1931 schließlich gewinnt er dieses Rennen als Fahrer eines Invicta mit einem 4 ½-Liter-Motor. Kurz nach diesem Erfolg verkauft er seine Firma, um in das Automobilunternehmen Riley einzusteigen. Irgendwann siedelt er schließlich nach Coventry zu Triumph über.

Dort wird er zum technischen Leiter ernannt und erhält als Verantwortungsbereich die Entwicklung neuer Fahrzeugmodelle, wie des Southern Cross und der Dolomite. Am Steuer eines Gloria, bei dessen Konstruktion und Design er selbst mitgewirkt hat, kommt er bei der 1934er Ausgabe der Rallye Monte Carlo als Dritter ins Ziel.

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitet er wieder als Flugzeugtechniker, sehnt sich jedoch nach einer Rückkehr in die Automobilbranche. Unmittelbar nach dem Krieg gründet er sein eigenes Unternehmen namens Donald Healey Motor und zieht mit diesem in einen früheren Gebäudekomplex der Royal Air Force im englischen Warwick ein.

Austin Healey

Er hat bereits eine Vorahnung für das Potenzial, welches im US-amerikanischen Markt für britische Sportwagen liegt. Er wird zum Schöpfer der Marke Nash-Healey, für welche die Montage in Großbritannien und den USA erfolgt. Die Karosserie stammt jedoch von dem italienischen Designstudio und Karosseriebauunternehmen Pininfarina.

Der "Pink Panther"
Im Jahr 1951 geht Healey eine ambitionierte Partnerschaft mit Austin ein. 1952 stellt er seinen BN1 Roadster auf der London Car Show vor. Jungdesigner Gerald "Gerry" Charles Cocker leistet ganze Arbeit, als er einen langen und schlanken, aber dennoch kraftvollen Zweisitzer auf den Markt bringt.

Dieser basiert auf einem Fahrgestell, für das Barrie Bilbie verantwortlich zeichnet, und das mit einem Motor des Modells Austin 90 kombiniert wird. Um sich auf diese bahnbrechende Markteinführung vorzubereiten, sichten Donald und Gerry unzählige Muster und Farbtabellen auf der Suche nach einer absoluten Knaller-Kombination.

Austin Healey

Sie gehen wie Modedesigner vor und entscheiden sich schließlich für eine atemberaubend schnittige Karosserie in Schwarz und Pink mit pinkfarbenen Sitzen und schwarzen Auspuffrohren. Leonard Lord, der Übervater von Austin, spendet gepflegt Beifall. Die Kundschaft findet durchaus Gefallen an dem neuen Austin Healey. Doch es geht um mehr, als nur darum, ein "sexy Kleid" zur Schau zu tragen.

Der BN1 "100" ist in der Lage, die "magische Grenze" von 100 mph (ca. 161 km/h) zu knacken, worauf übrigens auch sein Name hindeutet. Die Fertigungsstätte schickt bald darauf Rennwagen in berühmte Langstreckenrennen und -rallyes, unterbietet dabei Geschwindigkeitsweltrekorde auf den Salzseen von Utah und lässt die Träume unzähliger Amateurrennfahrer wahr werden.

Die vollständige Reportage lesen Sie in der April-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 21. März 2018 im Handel gibt. Für Abonnenten natürlich schon eher.

Gerald Guetat am 20.03.2018