Gudrun Gudrun

Reportage: Gudrun – ein Scheunenfund

Zeitreise

Dieter Wanke am 20.07.2018

Fast wie in einer Zeitkapsel kommen auf „Gudrun“ wahre Raritäten zum Vorschein. An dem seltenen Fundstück gab es nie signifikante Veränderungen

Gelegentlich geraten einst geliebte Objekte in Vergessenheit, um dann nach Jahrzehnten aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Die Motoryacht "Gudrun" ist so ein seltenes Stück Zeitgeschichte.

Der Fund ist kein Zufall. Als Joachim Siebold bei einem tragischen Unfall auf einem Arbeitsboot ums Leben kommt, erinnert sich sein Nachbar Rolf Gersch daran, dass in dem Bootsschuppen am Rhein, neben seiner Steganlage in Mainz-Kastell seit den 1980er Jahren noch ein Erbstück des Unfallopfers eingelagert ist.

Nach einer ersten Besichtigung reift die Idee, die völlig eingestaubte Yacht zu retten. Mit den Verwaltern des Nachlasses ist sich Gersch schnell einig, und so geht „Gudrun" Anfang 2016 in seine Hand über.

Das Boot gehörte einst Heinz Siebold, dem Vater des Verunglückten. Ein erfolgreicher Unternehmer aus Hanau. Das Leben auf dem Wasser zog ihn an. Es muss um 1965 gewesen sein, als sein Entschluss reift, eine Motoryacht für längere Bordaufenthalte bauen zu lassen, denn große Touren in andere Länder waren Teil seines Traums.

Gudrun

Um möglichst komfortabel zu Reisen, hat er die 15-Meter-Grenze ausgeschöpft. Umgesetzt hat den Plan die Jachtwerf Gebrüder Visch im niederländischen Warmond. Der Betrieb ist damals bekannt für solide Stahlkonstruktionen mit Holzaufbauten.

So bekannt, dass sich 1971 kein geringerer als Rainier von Monaco von der Werft seinen 24 Meter langen Familienkreuzer "Stalca" bauen lässt. Doch zuerst kommt die Baunummer 143 von Siebold an die Reihe und die sieht 1966 ihrer Erstwasserung entgegen.

Werftbesuche während des Baus sind penibel mit der Kamera dokumentiert. Die Fotos findet man im Familienalbum, das ebenfalls erhalten ist. Sogar den Betrieb gibt es noch, aber irgendwann war Schluss mit dem Bootsbau. Aus der Werft wird die Marina Visch Watersport, die 2008 mit der Marina 't Fort zur heutigen Fort Marina in Warmond fusioniert. ...

Die vollständige Reportage lesen Sie in der August-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 18. Juli 2018 im Handel gibt – für Abonnenten natürlich schon eher. Das Heft ist im DK-Shop erhältlich, oder Sie laden sich den Test direkt über den Link unten herunter.

Dieter Wanke am 20.07.2018