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Reportagen

Zehn Jahre BOOTE-Fahrtraining für Frauen

Gernot Apfelstedt am 13.08.2014

Vor zehn Jahren wurde auf der Interboot in Friedrichshafen eine Aktion geboren, die Schule machte: das Motorboot-Training von Frauen für Frauen.

Ende September, jedes Jahr wieder, verwandelt sich in Friedrichshafen der Hafen der Bodensee-Schiffsbetriebe für neun Tage in ein farbenfrohes Test- und Event-Areal mit voll belegten Stegen und nicht minder frequentierten Kaianlagen. Es ist Interboot-Zeit. Mit derselben Regelmäßigkeit wiederholt sich dort seit mittlerweile zehn Jahren eine Aktion, deren beispiellosen Siegeszug bei der Premiere im Jahr 2004 niemand auch nur annähernd ahnen konnte. 

Fotostrecke: 10 Jahre BOOTE-Fahrtraining für Frauen

Gleich nach dem Hafeneingang oberhalb des ersten Steges steht ein mit dem BOOTE-Logo gebrandetes Pagodenzelt mit kleiner Sitzgarnitur, davor – flankiert von BOOTE-Beachflags – ein großer Plakatständer mit einem exklusiven Angebot: "Fahrtraining für Frauen. Kostenlos, mit erfahrenen Trainerinnen, kein Führerschein erforderlich." Eine Gemeinschaftsaktion von Messe Friedrichshafen, Boote Pfister und der BOOTE-Redaktion.
Die Interboot hat gerade erst eröffnet, als kurz vor 10.30 Uhr drei Frauen das BOOTE-Zelt im Hafen ansteuern. Sie meldeten sich schon am Vortag der Messe telefonisch an, nachdem sie aus unserem Magazin und den Lokalzeitungen von dieser Möglichkeit erfahren hatten.

Sie werden von Fahrtrainerin Anja Schult und BOOTE-Mitarbeiter Manfred Welkamer empfangen, der die Anmeldungen koordiniert und das Trainingsboot mit allem Nötigen versorgt. Es sind Frauen verschiedener Generationen, die sich hier zum ersten Mal begegnen und aus unterschiedlichen Motiven an dem Training teilnehmen. Eine hat noch nie in einem Motorboot gesessen und möchte einfach mal unverbindlich ausprobieren, ob ihr das liegt und Spaß macht. Die andere ist von ihrem Mann ermuntert worden, das Messeangebot zu nutzen, wohl wissend, dass er als Partner nicht der geeignete Coach ist, doch von dem Wunsch beseelt, das Bootshobby mit seiner Frau auf Augenhöhe zu teilen. Die dritte hat vor einigen Jahren den Bootsführerschein gemacht, aber keine Praxis, weil der Käpt’n an Bord sie nicht ans Ruder lässt.

Entsprechend steht allen drei Frauen die Skepsis ins Gesicht geschrieben, als sie mit Anja Schult die Treppe hinunter zum Steg gehen. Dort liegt, vom Kai aus geradezu ins Auge fallend, das "Schulschiff", das uns Boote Pfister aus Schwebheim bei Schweinfurt – seit 2004 jedes Jahr wieder – für unser Motorboot-Training von Frauen für Frauen zur Verfügung stellt. Diesmal ist es ein werftneuer Bowrider vom Typ Larson LSR 2000, motorisiert mit einem 223 PS starken Innenborder Marke MerCruiser 4,3 MPI (Testbericht in Heft 4/2014). "Entweder gescheit oder gar nicht", sagt Joachim Pfister.

Er will die Chance nutzen, Frauen das Bootshobby in puncto Power, Optik und vor allem Spaß von der besten Seite zu zeigen. Denn Frauen haben nach Pfisters Erfahrung beim Kauf eines gemeinsamen Bootes in der Regel das entscheidende letzte Wort. "Bootfahren bringt die Familie zusammen", lautet Pfisters Credo. "Es ist das einzige motorisierte Hobby, an dem die ganze Familie teilhat." Frauen ins Boot und mit ans Ruder zu bringen, das ist ihm Jahr um Jahr das Einsetzen eines neuen "Frauenbootes" während der Interboot wert. Zurück zum Steg...

DEN GESAMTEN TEST DER  PERSHING 62 FINDEN SIE IN DER SEPTEMBER-AUSGABE VON BOOTE, DIE ES AB DEM 20. AUGUST IM HANDEL GIBT.

Gernot Apfelstedt am 13.08.2014