Teil 3Ölwechsel

Boote Redaktion

 · 26.03.2022

Teil 3: ÖlwechselFoto: Torsten Moench

Der regelmäßige Austausch des Motoröls gewährleistet nicht nur eine gute Schmierung des Motors, er reinigt auch den Motor und schützt vor Korrosion und Oxidation. Wir erklären die Hintergründe.

Wann man das Motoröl wechselt, ist fast schon eine Glaubensfrage. Die Einen bevorzugen den Wechsel vor dem Winter, die Anderen verschieben den Ölwechsel auf 's Frühjahr. Egal wann, wichtig ist er allemal. Die Frage ist nur wie? Ganz so einfach wie beim Auto, wo man das Altöl nach dem Lösen der Ablassschraube einfach in eine darun- ter gestellte Schüssel laufen lässt, geht’s auf dem Boot in der Regel nicht. Wohl dem, der einen Diesel der gehobenen Leistungsklasse mit fest montierter Absaugpumpe besitzt.

Wer keinen großen Diesel hat, ist auf mobile Absaugpumpen angewiesen. Die gibt es in verschiedenen Ausführungen bei jedem gut sortierten Zubehörhändler. Im Angebot sind simple Handpumpen, elektrische Pumpen und manuelle Vakuumpumpen mit integriertem Auffangbehälter. Der hat in der Regel ein Fassungsvermögen von sechs Litern und steht relativ sicher. Hand- und Elektropumpe lassen sich besser stauen, haben aber den Nachteil, dass man einen separaten Auffangbehälter mit an Bord schleppen muss.

Wichtig ist, den Motor vor dem Ölwechsel warmlaufen zu lassen. Warmes Öl ist dünnflüssiger als kaltes und lässt sich deshalb leichter abpumpen, egal mit welcher Pumpe. Nach dem Abstellen des Motors wird die aus flexiblem Kunststoffrohr bestehende Absaugsonde (gehört bei allen Pumpen zum Lieferumfang) in die Öffnung des Ölmessstabes gesteckt. Und zwar so weit, bis sie in der Ölwanne aufstößt – keine Angst, das merkt man. Einen Anhaltspunkt, wie lang die Sonde mindestens sein muss, liefert der Ölmessstab. Sollte die mitgelieferte Sonde zu dick, zu dünn oder zu kurz sein, im Zubehörhandel oder im Baumarkt gibt es die biegsamen Kunststoffrohre in verschiedenen Abmessungen. Achtung: Vor dem ersten „Pumpenhub“ prüfen, ob die Leitungsanschlüsse an der Pumpe festsitzen und der Auffangbehälter sicher steht. Es gibt wohl kaum eine größere Schweinerei als Altöl in der Bilge oder im Cockpit.

Ölwechsel mit einer elektrischen PumpeFoto: Torsten Moench
Ölwechsel mit einer elektrischen Pumpe

Schon deshalb sollte man sich von der Hauruck-Methode, den Ölfilter mit einem quer durch den Filter geschlagenen Schraubendreher zu lösen, sehr schnell verabschieden. Ein spezieller Filterschlüssel (gibt es im Baumarkt und im Zubehörhandel) leistet hier gute Dienste. Ganz ohne Ölleckagen geht’s auch mit dem besten Schlüssel nicht. Deshalb sind Putzlappen und eine kleine Schüssel, die beim Abschrauben unter den Filter gestellt oder gehalten wird, wichtig. Prüfen Sie vor der Montage des neuen Filters den korrekten Sitz der Gummidichtung an dem Filter und bestreichen (mit Finger) Sie die Kontaktfläche mit Öl. Ganz wichtig: Schrauben Sie den Filter nur handfest (kein Werkzeug benutzen!) an, sonst bekommen Sie ihn nie wieder los. Fest steht auch, dass man beim Filterwechsel Original-Ersatzteile verwenden sollte.

Das Motoröl muss nicht unbedingt das Etikett ihres Motorenherstellers haben. Wichtig sind die vorgeschriebene Viskosität (zum Beispiel 15W/40) und Spezifikationen (API-Klassifikation). Kurz gesagt: Die Angaben auf der Öldose müssen mit denen in der Bedienungsanleitung übereinstimmen. Füllen Sie das Öl bis zur maximalen Markierung am Messstab auf. Anschließend den Motor starten und im Leerlauf laufen lassen. Wichtig ist, dass die Kontrolllampe für den Öldruck nach ein paar Sekunden ausgeht und sich rund um den Filter keine Ölleckage zeigt. Stoppen Sie den Motor, kontrollieren Sie den Ölstand, und füllen Sie, wenn erforderlich, Öl nach. Denken Sie zum Schluss bitte daran, dass Altöl und Filter Sondermüll sind und deshalb entsprechend entsorgt werden müssen – der Umwelt zuliebe.

Tipp: Gurtbandzange

Spezielle Gurtbandzangen für den Ölfillterwechsel bekommt man im Zubehörhandel. Sie erleichtern sich den Wechsel enorm und ersparen Verletzungen an den Händen.

Vakuumpumpe

Durch das im transparenten Auffangbehälter erzeugte Vakuum (10–15 Pumpenhübe) wird das Öl mühelos abgesaugt und kann anschließend ohne Kleckerei entsorgt werden. Nachteil: keiner.

Handpumpe

Die preiswerte Lösung sollte immer aus Metall gefertigt sein. Nachteil: Das heiße Öl erwärmt natürlich auch die Pumpe, die dann nur noch mit Handschuhen gehalten werden kann. Bei einem Standardmotor mit etwa vier Litern Motoröl dauert diese Prozedur rund zehn Minuten.

Elektrische Pumpe

Die kompakte Kreiselpumpe läuft mit 12 Volt. Nachteil: Man benötigt in jedem Fall einen separaten Auffangbehälter, der entsprechend groß und standfest sein muss. Darüber hinaus muss eine 12-Volt-Versorgung entweder über die Bordbatterie oder ein sogenanntes „Power Pack“ vorhanden sein.

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