FahndungslisteDiese Boote sind aktuell als gestohlen gemeldet

Gernot Apfelstedt

 · 16.09.2022

Fahndungsliste: Diese Boote sind aktuell als gestohlen gemeldetFoto: Eigner

Vorsicht bei verdächtigen Angeboten, es könnte sich um Diebstahl handeln: Diese Boote, Jetskis und Motoren sind als gestohlen gemeldet!

Seit 25 Jahren gibt es in BOOTE die Rubrik “Wanted“. Ein kostenloser Service für die öffentlichen und privaten Ermittler, Versicherungen, Clubs und Eigner, die in unserer Fahndungsrubrik oft die letzte Chance sehen, ihr geliebtes Boot doch noch wiederzubekommen.

Fahndungsliste: Diese Boote sind aktuell als gestohlen gemeldet

STINGRAY 195 CS: Gestohlen zwischen dem 26. und 29. April 2022 in Heidesee, OT Bindow, Bootshalle Bindowbrück, Baujahr: 2004, Farbe: weiß, Maße: 5,94 m x 2,31 m, Rumpf-Nr. US-PNYUSUXBL405, Motor: Volvo Penta 3.0 l, Motor-Nr. 4012145031, Kennzeichen: LDS - 2273, Trailer: Heinemann, Fahrzeug-Ident.-Nr. 182H00175, Kennzeichen: KW - E 37, Hinweise: Tel. 07531/59 02 300

Wiederholt konnten durch ihre Hinweise Boote sichergestellt werden – sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland. In vertrauensvoller Zusammenarbeit mit MCS und anderen privaten Ermittlungsbüros wie YISS, verschiedenen Wasserschutzpolizei-Revieren und besonders dem Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität Baden-Württemberg in Konstanz (KBK) ist im Laufe der Jahre ein Netzwerk entstanden, von dem alle Beteiligten profitieren. Gemeinsames Ziel: gestohlene Boote, Jetskis, Motoren etc. wiederfinden und Langfingern das Geschäft verderben.

Ermittler befürchten Anstieg der Diebstähle

Nach einem Corona-bedingten Rückgang in den letzten Jahren erwartet das KBK für 2022 einen „Boom“, denn die Nachfrage insbesondere nach Außenbordmotoren ist so hoch wie selten zuvor. Zudem sind Ersatzteile und Neumotoren durch die derzeit in fast allen Marktbereichen vorherrschenden Lieferschwierigkeiten kaum oder nur mit langen Wartezeiten verfügbar. Das macht sie für Diebe und Hehler noch attraktiver. Die Polizei bittet die Bevölkerung deshalb um erhöhte Wachsamkeit in den Häfen, insbesondere im Bereich von Trockenliegeplätzen. Im öffentlichen Verkehrsraum oder sichtbar auf Privatgrundstücken abgestellte Wasserfahrzeuge mit Außenbordmotoren sind nicht minder potenzielle Beuteobjekte, warnt das KBK. „Die Tätergruppen arbeiten nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern suchen sich ihren ,Arbeitsplatz‘ gezielt aus und kundschaften diesen vor der Tat regelmäßig aus“, heißt es im Lagebericht der Konstanzer Spezialisten, gefolgt von einem dringenden Appell an Bootsleute: „Stellen Sie fest, dass sich unberechtigte Personen an den genannten Örtlichkeiten aufhalten und Fotos machen, sollten Sie sofort die Polizei verständigen. Hinweise über mitgeführte Fahrzeuge, Personenbeschreibungen sind für die Fahnder hier immer sehr hilfreich.“

Fahndungserfolge durch Vernetzung der Ermittler

Egal ob die „Beute“ aufgrund von rechtzeitigen Hinweisen abgefangen wird, bevor sie von organisierten Kriminellen außer Landes geschafft werden kann oder – noch besser – dadurch Diebstähle von vornherein vereitelt werden: Des Diebes „Leid“ ist des Eigners und Fahnders Freud. Dabei profitieren öffentliche wie private Ermittler zunehmend von ihrem über viele Jahre gewachsenen Netzwerk, mittels dessen sich Fahndungsaufrufe schnell und direkt an die „Nahtstellen“ im europäischen Raum verbreiten lassen, was gezielte Kontrollen in Echtzeit ermöglicht. Die Konstanzer Fahnder beraten mittlerweile europaweit Polizeidienststellen unter Vermittlung von Europol. So konnte durch aufwendige Auswertungen des KBK eine große Anzahl von europaweit begangenen Außenborderdiebstählen zusammengeführt und einer internationalen Tätergruppe zugeordnet werden. Vorausge­gangen waren monatelange, akribische Ermittlungen französischer Fahnder mit Festnahmen und Durchsuchungen in den Herkunftsländern der Täter. Fünf Beschuldigte sitzen in Frankreich in Haft und warten auf ihre Verurteilung.

Weiteres Beispiel: Anfang Juni trafen sich Fahnder aus 18 Nationen, einschließlich Montenegro und Albanien, auf Einladung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex in Hamburg zu einem Workshop unter Leitung des KBK und der Bootsspezialisten aus den Niederlanden, um die aktuelle Situation zu analysieren und Gegenmaßnahmen miteinander abzustimmen. Wie wichtig diese internationale Vernetzung ist, zeigt sich auch an einem Aufgriff kurz nach dem Workshop, als eine Motoryacht im Wert von 255.000 Euro unter Umgehung des Wirtschafts­embargos gegen Russland aus der EU über einen Drittstaat unter Flagge eines Karibikstaates in den Nahen Osten verschifft werden sollte. Mit dem Frontex-Beamten vor Ort konnten die KBK-Fahnder den Fall schnell klären, worauf die Yacht vom Zoll beschlagnahmt wurde. Insgesamt stellte das KBK in Zusammenarbeit mit Polizeidienststellen in Deutschland und acht europäischen Ländern 2021 14 Sportboote, acht Jetskis, 62 Außenbordmotoren und drei Boots­trailer im Gesamtwert von knapp einer Million Euro sicher

Stammt das angebotene Boot aus einem Diebstahl?

Auf der Website www.stolenboats.info unterhält MCS die derzeit umfangreichste Onlineliste von gestohlenen Booten, Jetskis und Motoren weltweit. Sie ist vor allem denjenigen zu empfehlen, die sich vor dem Kauf eines Gebrauchtbootes vergewissern möchten, keine heiße Ware angeboten zu bekommen. Wer sich dennoch unsicher ist, ob es sich bei dem in Augenschein genommenen Boot um eines aus einem Diebstahl handelt, wendet sich an das bei der Wasserschutzpolizeistation Konstanz beheimatete KBK (Telefon 07531/59 02 300). Diese Spezialeinheit besteht seit 21 Jahren und koordiniert in Deutschland die Fahndungsmaßnahmen nach gestohlenen Sportbooten, Außenbordmotoren und Trailern. Die Arbeit der drei Fahnder ist europaweit ausgerichtet und insbesondere mit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex und Europol sehr eng verknüpft.

Im Auftrag von Frontex waren 2021 zwei KBK-Fahnder in Rumänien, um dort gestohlene Außenborder aufzuspüren und ihren rumänischen Kollegen Basiswissen zu vermitteln. Insgesamt fünf in verschiedenen europäischen Ländern gestohlene Motoren im Wert von über 60 000 € konnten die Beamten dort direkt identifizieren und sicherstellen. In weiteren 45 Fällen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, die das KBK noch immer beratend begleitet.

Fahndungserfolg: Diese gestohlenen Außenborder entdeckten die Ermittler in SlowenienFoto: Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität (KBK), Konstanz
Fahndungserfolg: Diese gestohlenen Außenborder entdeckten die Ermittler in Slowenien

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