MesseLa Grande Motte 2022

Gernot Apfelstedt

 · 12.07.2022

Messe: La Grande Motte 2022Foto: Dieter Wanke

Mehrrümpfer satt: Die Bootsmesse La Grande Motte ist einzigartig, denn hier gibt es ausschließlich Mehrrumpfboote zu sehen. Der Anteil an reinen Motorbooten in dem Segment wächst

Zum 13. Mal fand vom 20. bis 24. April 2022 die International Multihull Show in La Grande Motte statt. Hier gibt es nur Mehrrümpfer, überwiegend mit Segeln, aber auch interessante Neuheiten ohne Mast. Letztere haben inzwischen einen Marktanteil von etwa 15 Prozent. Nicht ohne Grund findet die Messe in Frankreich statt, denn die einheimischen Werften produzieren mit etwa 1.000 Einheiten im Jahr rund 70 Prozent des Weltmarkts. An zweiter Stelle steht Südafrika mit etwa 200 Booten. Von den 15.000 Besuchern in diesem Jahr kamen mehr als die Hälfte nicht aus Frankreich.

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Über 65 Mehrrümpfer waren im Hafen zu sehen. Darunter zehn Europa- oder Weltpremieren. Bei den Motorkatamaranen war das die Leopard 46PC. Allerdings müssen Käufer ein erhebliches Maß an Geduld mitbringen, denn die Nachfrage ist bei Mehrrumpfbooten enorm. Die Werften sind für zwei bis drei Jahre ausgebucht. Neben den Yachten waren natürlich auch Ausrüster, Motorenhersteller, Segelmacher, Banken, Versicherungen und Transportunternehmen anwesend. Eine wichtige Neuerung war die Fountaine Pajot 4.S, die wir unmittelbar nach der Messe testen konnten. Der Test ist in der vorigen Ausgabe (BOOTE 7/22) zu finden. Bemerkenswert ist auch die Aventura 14 der französisch-tunesischen Werft, die wir ebenfalls testeten. Der Bericht folgt demnächst.

Ihre Premiere in Europa feierte die Leopard PC43, die größere Schwester PC53 war ebenfalls vor Ort. Ein sehr spezieller Doppelrümpfer lag mit der C-CAT 40 Power Fish von C-Catamarans an den Stegen. Die römische Werft bietet damit einen Katamaran speziell zum Hochseeangeln an. Noch spezieller wird es bei der Overboat 100F von Neocean (www.neocean.com), einem 3,10 Meter langen einsitzigen Kat mit Foiler-Technik und 4,5 kW Torqeedo-Elektroantrieb. Die Foils können im Flachwasser eingezogen werden. Die Batterie mit 70 Ah und 48 Volt soll bei 11 kn für zwei Stunden reichen. Ein Zweisitzer soll noch kommen.

Neben den Motorkatamaranen, die an den Stegen lagen, waren an den Ständen auch interessante Projekte zu sehen, die noch in der Entwicklung oder im Bau waren. Ein sehr innovatives Konzept zeigte die neue französische Werft Sea Venture Yachting (www.aseaventure.com) mit ihrer Seavy 11. Das Weekender-Konzept wird auch als „GT der Meere“ bezeichnet. Der 11-Meter-Powerkat bietet mit 30 m² Decksfläche und klappbaren Bordwänden viel Platz zum Sonnen­baden und Entspannen. Wahlweise ist der Spaßbringer mit Außen- oder Innenbordern bestellbar. Mit insgesamt 740 PS sollen 40 kn machbar sein. Innovativ auch die Produktion, denn das Boot wird in einem Stück in einer trennbaren mehrteiligen Form laminiert. Die Baunummer eins wird im Sommer an einen Eigner aus Deutschland ausgeliefert. Ebenfalls ein sehr spezielles Projekt ist die Archipelago 47 (www.archipelago-yachts.co.uk), ein Expeditionskat in Voll-Alu-Bauweise mit Reichweiten von 3000 sm. Das erste Boot soll in Southampton auf der Messe zu sehen sein. Speziell ist auch die Whisper 50 (www.whisper-yachts.com) mit Elektroantrieb. Neben Solarzellen zum Laden der Akkus sollen auch Generatoren geordert werden können. Wer die nächste Messe nicht verpassen möchte, kann sich für 2023 den Termin vom 12. bis 16. April vormerken.

Diesen Artikel finden Sie in BOOTE-Ausgabe 08/2022, ab dem 13. Juli 2022 am Kiosk oder online direkt im Delius-Klasing-Shop.

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