Motorboote

Absolute 56 STY

Unbekannt

 · 27.04.2014

Absolute 56 STYFoto: Absolute Yachts

Kein Renner, sondern Cruiser: Mit der Absolute 56 STY wirbt eine geräumige Yacht mit hohem Anspruch an Ästhetik und Ergonomie um die Gunst der Käufer.

  Die neue Absolute 56 STYFoto: Absolute Yachts
Die neue Absolute 56 STY
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Die neue Absolute 56 STY

Absolute strotzt nur so vor Selbstbewusstsein und zeigt ein Feuerwerk neuer Modelle. Die junge italienische Werft ist längst ihrer Gründerzeit entwachsen und die Chefin Patrizia Gobbi aus den Fußstapfen ihres Vaters herausgetreten. Sie geht in alter Familientradition konsequent ihren Weg. Aktuell produziert Absolute achtzehn Modelle von 40 bis 72 Fuß Länge – wir fahren eine 56 STY Sportyacht. Absolute zählt zu den innovativen europäischen Bootsherstellern und legt besonderen Wert auf gutes Design, edle Materialien und feine Verarbeitung.

Am Testboot gibt es bis auf die etwas zu eckige Schnittkante vom Motorraumausschnitt hinsichtlich der Kunststoffverarbeitung außen und unter Deck nichts auszusetzen. Die Arbeit der Möbelbauer und Sattler gefällt, nichts stört das Auge, die Linien stimmen außen und innen. Der Eindruck im Salon ist erfrischend, nicht zu modern, aber stilvoll.

Das Testboot wartet mit drei Kabinen plus eine für die Crew auf. Eigner und Gäste verfügen über zwei geräumige Bäder mit Toilette und Dusche. Der Eigner logiert in einer Suite, die über die gesamte Bootsbreite unter dem Salon angeordnet ist, Gäste wohnen in der großen Bug- und in der etwas kleineren Steuerbordkabine.

Eine Etage höher liegt der Salon mit Fahrstand, Dinette und Pantry auf einer Ebene mit dem Cockpit. Die Pantry hat die Werft an Backbord eingebaut, wo sie als Bar und kulinarischer Mittelpunkt zwischen den beiden Sitzgruppen vorn, der gegenüber angeordneten Dinette und der ausladenden Sitzbank samt Tisch im Cockpit fungiert. Licht und Luft gelangen durch seitliche Fenster und das transparente Schiebedach, das auf Knopfdruck die 56 STY zu einer Open werden lässt, wenn noch die Glasfront zwischen Salon und Cockpit offen steht. Sonnenanbeter können wählen zwischen der Liege hinter der Cockpitbank und der Sonnenliege auf dem Vordeck.

Das Testboot ist mit zwei 600 PS starken D11-IPS-800-Dieselmotoren mit IPS-Antrieben und zusätzlicher Joysticksteuerung ausgestattet. Letztere hilft, das Boot auf der Stelle zu drehen und in langsamer Fahrt in jede Richtung zu manövrieren. Im Hafen kann man die Fahrt bis auf 2 kn reduzieren, wenn man sich im Trollingmodus bewegt.

In diesem Modus drehen die Motoren 600/min, während die Getriebeausgangsdrehzahlen abgesenkt werden. Die langsamen Passagen durchfahren wir bei gleichen Drehzahlen im Normalmodus mit 6 kn Fahrt, um die vom Boot erzeugten Wellen auf niedrigem Niveau zu halten. Mit zunehmenden Drehzahlen machen sich die Kompressoren ab 1400/min akustisch bemerkbar, während die 56 STY mit einem Tempo von 13 kn zu gleiten beginnt. Der Übergang von Verdränger- in Gleitfahrt ist mit minimaler Vertrimmung verbunden, und ab 1600/min oder 16 kn nimmt man kaum merklich wahr, dass sich der Bug absenkt.

Je nach Motorisierung bietet Absolute die 56 STY mit zwei unterschiedlich großen Kraftstofftanks aus. Standard ist eine Tankkapazität von 1700 l. Da unser Testboot aber mit den stärkeren D11-IPS-800 ausgestattet ist, fassen die Tanks im Testboot 1900 l. Für die Reichweiten bedeutet das: Unser Boot kommt in langsamer Fahrt theoretisch knapp 1040 sm weit, bevor die 15-%-Reserve angegriffen wird. In schneller Gleitfahrt läuft es zwischen 2000–2200/min (26–31 kn) am wirtschaftlichsten, und eine Tankfüllung reicht für knapp 270 sm nonstop plus Reserve. In voller Fahrt loggen sich maximal 39 kn auf dem GPS ein; beide Motoren leeren den Tank theoretisch nach etwa 253 sm bis zur Reserve.

Damit erfüllt die Absolute 56 STY unsere Forderung von wenigstens 270 sm Aktionsradius plus Reserve. Das ist gut. Als gut werten wir auch den Schalldruck, der im geschlossenen Salon in voller Fahrt nicht über 76 dB/A steigt und sich im Cockpit bei 82 dB/A einpendelt.

Die Einschlagwinkel von IPS-Antrieben sind programmierbar und damit abhängig von der Fahrgeschwindigkeit und den Drehzahlen der Motoren, was auch jedes extreme Manöver verhindert. Einzig etwas Slalomfahren ist möglich, wobei das Boot leicht und ungefährlich über die Längsachse pendelt. Wenn man mit ganz eingeschlagenen Antrieben aus dem Stand anfährt, bewegt man sich spiralförmig und schließt erst später den Vollkreis, der bei dem Testboot bei Vollgas einen Durchmesser von fast sportlichen 150–180 m beträgt. In der Praxis heißt das, wer noch engere Kurven fahren möchte, muss die Motoren drosseln. Dank des transparenten Schiebedaches und der etwas nach achtern gezogenen Windschutzscheibe ist man bei Backbordkurven nicht im Blindflug unterwegs. Über Steuerbord muss man sich ein wenig bücken, um seitlich die Sicht zu behalten.

Grauer Himmel, Windstärke drei bis vier und ruppiges Wasser stellen keine besondere Herausforderung für unser Testboot dar. Allerdings muss man den beiden IPS 800 "die Zügel etwas stramm ziehen" und in eine ruhigere Gangart wechseln. Die Absolute 56 STY ist ein Cruiser und kein Renner, mit dem man ungestüm wie mit einem Formel-1-Boot über die Wellen fegt. Man muss Gas wegnehmen und beide Drehzahlmesser auf 1600/min oder maximal 1800/min einpendeln lassen. Das sind immer noch 16 bis 21 sm bei Wellen, die stellenweise über einen Meter Höhe messen. Es ist nicht die Wogenhöhe, sondern die kurze Abfolge und die quer verlaufenden Wellen, die nach moderater Fahrt verlangen.

Eine Cockpitbodenöffnung mit Klappe plus Leiter bildet den bequemen Zugang zum Motorraum. Er beinhaltet neben den Dieseltanks noch Batterien, Generator und einiges mehr an Technik. Der Motorraum zeigt sich geräumig, was die täglichen Kontrollen oder Servicearbeiten begünstigt.

Die technischen und elektrischen Installationen passen, bis auf die mit Montageschaum abgedichteten Durchbrüche an der Motorraumdecke vor der Motorraumschottwand. Geschäumte Abdichtungen erscheinen nicht zeitgemäß und zerbröseln. Dadurch werden Kabel und Schläuche nicht mehr festgehalten und scheuern an den unbehandelten Schnittkanten. – Das kann Absolute besser machen, verspricht uns die Chefin.

Vorbildlich und der Sicherheit dienlich sind per Hand zu betätigende sowie elektrische Lenzpumpen und Kraftstoffvorfilter mit Wasseralarmsensoren. Dass der Dieselfluss mittels Magnetventilen gesteuert wird ist Serie. Gleiches gilt für die Hauptschalter-Relais. Die Seitendecks sind bequem begehbar, und passend angebrachte Handläufe sorgen zusammen mit der stabilen Reling für Halt. In der hydraulisch absenkbaren Badeplattform ist eine Leiter integriert, die auch vom Wasser aus gut zu handhaben ist.

Fazit: ein feines und sauber verarbeitetes Motorboot mit genügend Raum, in dem man sich sofort gut aufgehoben fühlt.

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