An BordJeanneau DB/43

Ralf Marquard

 · 30.05.2022

An Bord: Jeanneau DB/43Foto: Julian Fietze

Mit Leichtigkeit in den Tag: Ein „Day Boat“, mit dem Jeanneau in einem sehr erfolgreichen und trendigen Bootssegment antritt

Die Bootspalette von Jeanneau ist vielseitig und modern, daher ist es nicht verwunderlich, dass man mit der neuen DB-Baureihe einem aktuellen Trend folgt. Der bedeutet Boote, die ein hohes Maß an Komfort für Tagestouren bieten, aber auch die Option zum Übernachten ermöglicht. Unser Jeanneau-Testboot, die DB/43, wird nicht das einzige Modell bleiben, weitere sind schon in Vorbereitung. Die Bezeichnung DB ist jedoch nicht neu bei der Werft, sondern es gab sie bereits in den Achtzigerjahren. Damals hieß das Modell DB 33 und war ein Boot mit klassischen Powerboat-Linien.

Verlagssonderveröffentlichung

Zur neuen DB/43: Ihre offizielle Vorstellung sollte auf der boot 2022 in Düsseldorf stattfinden. Da diese bekannterweise coronabedingt ausfiel, wurde das Boot der Fachpresse und den Händlern auf den Testtagen Ende März in Cannes präsentiert. Hier sind wir die Innenborder-Version gefahren, eine Außenboder-Variante mit drei Motoren gibt es ebenfalls.

Laut Werft stellt die neue Jeanneau DB/43 „ein einzigartiges Statement im Segment der Premium-Dayboats dar. Sie vereint einen exklusiven Stil mit einer sorgfältigen Verarbeitung und einer beispiellosen Großzügigkeit. Die DB/43 bleibt den Werten des hohen Komforts und guten Handlings von Jeanneau treu und bietet einzigartige Lösungen, um maximalen Spaß an Bord zu ermöglichen.“


Das Boot

  • Werft: Jeanneau/F
  • Typ: DB/43
  • CE-Kategorie: B/10 Personen
  • Länge über alles: 13,03 m
  • Breite: 3,82 m
  • Gewicht: 10.038 kg
  • Kojen: 5
  • Motorisierung: 2x Volvo Penta D6-380 mit je 280 kW (380 PS)
  • max. Motorisierung: 2x 380 PS
  • Preis: ab 653.191 €
  • Händlernachweis: www.jeanneau.com

Wir betreten das Boot über die Badeplattform und ahnen hier schon, dass das Leben im Freien eine besondere Rolle spielt, denn die Seitenwände achtern lassen sich herunterklappen und erweitern die Bade-Area und die Bewegungsfreiheit ungemein. Damit das Badevergnügen auch mit Leichtigkeit zu genießen ist, bietet Jeanneau eine lange, breite Leiter zum Einhängen; eine Notstufe sitzt außerdem an der Badeplattform. Auch der weitere Komfort im Cockpit wird bei der DB/43 großgeschrieben. Besonders variabel fällt die Sitzgelegenheit aus: Achtern kann sie zur Sonnenliege gewandelt werden, und in der umgebauten Version dient sie als Sitzbank für die riesige Sitzgruppe mit großem Tisch. Die nach vorn anschließende Bank lässt sich wiederum nach hinten schieben. So kann sich die Fahrgemeinschaft beispielsweise um die Galley versammeln, an der sich prima Meeresfrüchte und andere Leckereien zubereiten lassen. Über allem thront ein Hardtop, das mit einem Sonnendach ausgerüstet ist. Bei schlechtem Wetter lässt sich der Bereich mit Seitenteilen verschließen, und ein geschützter Raum entsteht. Eine weitere Freiluftbühne findet man im Bug, dort bringt der Designer eine wandelbare Sonnenliege unter. Für die Fläche direkt im Bug bekommt man ebenfalls ein Sitzkissen, und die „Social Area“ ist komplett.

Unter Deck hat der Käufer im Eingangsbereich die Wahl, ob er zwei Nasszellen haben möchte oder wie bei unserem Testboot eine Nasszelle und einen Pantryblock (an Backbord), den Jeanneau „Breakfast Point“ nennt. Im Bug bringt die Werft eine Kabine mit Doppelkojen und modernes, helles Interieur unter. Letzteres gilt ebenfalls für die Unterflurkabine, die ihren Gästen ein Doppelbett und ein Sofa, auf dem noch eine weitere Person übernachten kann, bietet.

Mit den ausklappbaren Bordwänden liegt die schicke DB/43 klar im Trend. Die Badeplattform mit Notstufe gibt es als HydraulikausführungFoto: Julian Fietze
Mit den ausklappbaren Bordwänden liegt die schicke DB/43 klar im Trend. Die Badeplattform mit Notstufe gibt es als Hydraulikausführung

Nun aber wieder raus ins Cockpit an den Fahrstand. Er überzeugt mit Ergonomie und doppelten Monitoren, auf denen nicht nur Position sondern auch die Betriebszustände der beiden Motoren zu sehen sind. Hier installiert die Werft zwei D6-380-Volvo-Penta-Diesel mit Z-Antrieben. Die beiden Motoren werden nicht nur über die normale elektronische Schaltung und Lenkung gesteuert, sondern auch von einem Joysticksystem, das An- und Ablegen zusammen mit einem Bugstrahlruder einfach macht. Wir hatten die Gelegenheit, das Boot an einem recht rauen Seetag zu fahren. Hier zeigte die neue Jeanneau, dass sie mit den Kabbelwellen auf dem Mittelmeer gut zurechtkommt. Getrimmt wird das Boot mithilfe der Powertrimm-Einrichtung (Z-Antriebe) und Trimmklappen. Die DB/43 beschleunigt problemlos in Gleitfahrt, die etwa bei 17 Kno- ten beginnt. Für Cruising-Speed lässt man die beiden Diesel um 3000 U/min drehen. Dann fährt der Rumpf mit gut 23 Knoten sicher und weich durchs Wasser. Mit den Mess­er­geb­nis­sen der Werft errechnet sich (800 Liter Tankinhalt) in dieser Situation eine Reichweite von 153 Seemeilen plus 15 Prozent Reserve. Mit Vollgas bei 33,1 Knoten kommt die Jeanneau noch etwa 139 Seemeilen weit. Schlägt man bei dieser Geschwindigkeit das Ruder voll ein, zieht der Rumpf ebenfalls weich und sicher seine Runden. Gleiche „Gelassenheit“ zeigt das Boot auf dem Slalomkurs und beim Verreißen der Lenkung.

Noch mehr Informationen? Den Artikel zur Jeanneau DB/43 finden Sie mit weiteren Bildern in BOOTE-Ausgabe 06/2022 – seit dem 18. Mai 2022 am Kiosk oder online direkt im Delius-Klasing-Shop.

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