Bénéteau Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch

MotorbooteBénéteau Swift Trawler 50

Unbekannt

 8/3/2014, Lesezeit: 5 Minuten

Die neue Fahrtenyacht der französichen Werft wurde für Entdecker entworfen, die lange Törns mit vielen Seemeilen auf dem Meer im Sinn haben.

Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50
Test Swift Trawler 50

Mit dem Begriff "Trawler" bezeichnet man ursprünglich Schiffe, die mittels Schleppnetzen Fische fangen. Und da diese Schiffe bei fast jedem Wind und Wetter fahren, mitunter wochenlang unterwegs sind, müssen sie besonders seetüchtig und gut ausgerüstet sein. Von daher hat der Trawler ein positives Image, das man gern verwendet und damit Boote bezeichnet, die, bis auf das Schleppen von Netzen, ähnliche Eigenschaften besitzen. Neben anderen Werften nutzt auch der französische Bootsbauer Bénéteau diesen Ruf und bezeichnet eine seiner Baureihen so.

  Test Beneteau Swift Trawler 50Foto: Morten Strauch
Test Beneteau Swift Trawler 50

Die Absicht dahinter ist – da Bénéteau bekanntermaßen neben Motorbooten auch Segelschiffe fertigt – Seglern, denen (bei-spielsweise aus Altersgründen) das "Auf- und Abrödeln" zu viel geworden ist, eine Alternative zu bieten. Ein Trawler ist in diesem Fall ein Bootstyp, auf den gern umgestiegen wird. Besonders für solche "Umsteiger" ist das neue Flaggschiff Swift Trawler 50 gedacht.

Aber auch für Motorbootfahrer, die etwas Größeres für die ganze Familie suchen oder gern mit Freunden unterwegs sind, ist die Swift Trawler 50 geeignet. Reist man mit ihr außerhalb von Küstengewässern (CE-Kategorie B), dürfen insgesamt 14 Personen das Vergnügen an Bord teilen, bleibt man in der Nähe der Küste (CE-Kategorie C), sind sogar 18 Personen gestattet, sofern sie samt Gepäck nicht die erlaubte Zuladung überschreiten. Wir reden vom Mitfahren, nicht vom Schlafen an Bord. Das können unter Ausnutzung aller Möglichkeiten (zwei gewandelte Schlafplätze im Salon) "nur" neun Personen, rechnet man neben den drei Kabinen noch die Crew-Kabine hinzu.

Bénéteau hat die neue 50 geschickt zwischen der kleineren Swift Trawler 44 und der größeren 52 platziert, sodass sie mit ihrer Länge über alles von 14,99 m auf dem Rhein ohne das Rheinsportschifferpatent gefahren werden darf, das für Boote ab 15 Metern Gesamtlänge benötigt wird. Wer sich allerdings mehr im Binnenrevier aufhält muss wissen, dass die Höhe des Schiffes von 6,82 m über der Wasserlinie einige Touren wegen niedriger Brücken ausschließt.

Wir fahren einer der ersten Swift Trawler 50 auf dem Mittelmeer vor Palma. Und da macht das Testboot auf der ruppigen See seinem Ruf alle Ehre: Wir queren auch mal Wellen, die bis zu 1,50 m hoch sind. Die Motorenauswahl beschränkt sich auf zwei D6 IPS600 von Volvo Penta, die jeweils 435 PS leisten. Und IPS-Antriebe heißt, dass die Kurvendurchmesser (bei unserer Test-Bénéteau liegen die Vollgas-Radien zu beiden Seiten um die 180 m) in schneller Fahrt von Geschwindigkeit und Drehzahlen abhängig sind.

Wer enge Kurven drehen möchte, muss Tempo herausnehmen. Aber IPS bedeutet auch, dass zum Fahren und Manövrieren in langsamer Gangart ein Joystick die Kommandos gibt und man das Boot in jede Richtung lenken kann. Das erleichtert An- und Ablegemanöver. Wer aber den Schubkräften der Doppelpropeller nicht traut, der kann sich ein Bugstrahlruder dazubestellen, um auch bei heftigem Seitenwind oder starker Querströmung das Schiff gut im Griff zu behalten.

Die langsamen Passagen fahren wir mit 1200/min, damit die vom Boot erzeugten Wellen nicht stören. Mit zunehmender Fahrt beginnt der Bug sich anzuheben und senkt sich kaum merklich ab 3000/min bei einem Tempo von 15 kn. Die Sicht bleibt in dieser Übergangsphase erhalten. Die Werft nennt eine Marschfahrt zwischen 3000/min bis 3200/min, in der der Swift Trawler zwischen 15 kn bis 18 kn schnell fährt.

Nach Auswertung unserer Messwerte errechnet sich bei 3200/min mit den zweimal 1200 l fassenden Dieseltanks ein theoretischer Aktionsradius von 270 sm plus 15 % Reserve. Bei Vollgas (3500/min) loggen sich maximal 23 kn im GPS ein, und die Reichweite erhöht sich erstaunlicherweise noch um 5 sm, somit auf 275 sm. Das ist für eine Fahrtenyacht, als die wir das Testboot werten, allerdings zu wenig.

Wir fordern wenigstens 430 sm plus Reserve, die man nur erreicht, wenn man mit der Bénéteau als schneller Verdränger bei Drehzahlen um 1900/min ein Tempo von etwa 9 kn fährt. Wer weiter kommen möchte, reduziert die Drehzahlen auf 1200/min und erreicht theoretisch eine Strecke von knapp 1900 sm, bevor er sich nach einer Bunkerstation umschauen muss, damit die Reserve erhalten bleibt.

Ein wichtiger Punkt der Werft war beim Entwurf der 50 die Sicherheit auf und im Boot. Das ist aber nur teilweise gelungen, da man im Innenraum, wo man geht und steht, auf scharfkantige Möbelecken stößt. Aber das soll gemäß Aussage von Bénéteau geändert werden. Ansonsten ist das "Unternehmen Sicherheit" gelungen, sofern noch der eine und andere Handlauf beziehungsweise Haltegriff an strategisch wichtigen Punkten, wie auf der Flybridge, montiert wird.

Das Boot ist asymmetrisch gebaut, das Seitendeck an Backbord misst in der Breite 29 cm und an Steuerbord 41 cm. Dank des hohen Schanzkleides plus der darauf angebrachten Reling ist der Rundgang auch bei Wellen sicher.

An beiden Fahrständen hat man alles im Griff. Das Testboot ist am Salonfahrstand mit einem übergroßen Steuerrad ausgestattet, das offenbar eine Hommage an die Segler ist, damit die sich nicht umgewöhnen müssen.
Kritik gilt der Tatsache, dass man am oberen Fahrstand das Boot achtern nicht einsehen kann, weil die lang gezogene Flybridge achtern mit einem großen Tenderparkplatz versehen ist, der den Blick beeinträchtigt.
Ansonsten kann man sein Dingi auch auf der absenkbaren Badeplattform unterbringen – wenn man bei dieser in einem der Ausstattungspakete "Avantage", "Elegance" oder "Exclusive" ein Kreuz gemacht hat.

Fazit: Die Swift Trawler 50 ist ein ordentlich gebautes Boot, das hinsichtlich Verarbeitung und Installationen keine Kritik erfährt. An die Alpi-Holzoberflächen muss man sich etwas gewöhnen. Der Motorraum gibt – bis auf den fehlenden Wasseralarm in den Kraftstoffvorfiltern – keinen Anlass zum Nörgeln; Kontrolle und Service steht nichts im Wege. Minus: Die Scheibenwischer am Salonfahrstand haben nach Ansicht des Testers zu kleine Wischflächen. Gut sind wiederum die Räumlichkeiten und großen Stauräume, die bei umfänglicheren Ausflügen nichts vermissen lassen.

Datenblatt: Beneteau Swift Trawler 50

Werft: Bénéteau

Typbezeichnung: Beneteau Swift Trawler 50

CE-Kategorie: B - Außerhalb von Küstengewässern

Material von Rumpf und Deck: Kunststoff

Länge: 14,99 m

Breite: 4,65 m

Verdrängung: 16,00 t

Preis: 682.820,00 €