Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch

MotorbooteGlastron 185 GT

Unbekannt

 3/27/2014, Lesezeit: 5 Minuten

Glastron 185 GT : Der US-Gleiter kommt als vielseitiger „Spaßmacher“ für Einsteiger, die Badetouren, Wasserski oder Ausflüge zu sechst mögen.

  Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GTFoto: Morten Strauch
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GT
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Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GT
Test Glastron 185 GT

Glastron-Boote gibt es bereits über 50 Jahre. Seitdem steht der Name für sportliche Flitzer, die sogar als Filmstars auftraten. Das Batboat in dem Streifen "Batman" und Roger Moores sagenhafter Sprung mit einer Glastron 150 in seinem 007-Thriller "Leben und sterben lassen" waren solche Highlights.

Unser Testboot 185 GT eignet sich jedoch auch für "ganz normale" Leute. Mit seinen 18 Fuß Länge und einem 3.0-l-Benziner (135 PS) ist es ein Einsteigermodell, mit dem man auch ohne Übernachtungsmöglichkeit viel Freizeitspaß haben kann. Und das auf den unterschiedlichsten Revieren, denn mit einem Leergewicht von 1090 kg lässt sich die Glastron noch ohne große Probleme trailern.

Unser Testrevier war der Rhein bei Budenheim, wo der Importeur Europe Marine seinen Firmensitz hat. Eine Ecke, die je nach Schiffsverkehr kabbelig werden kann. An unserem Testtag hatten wir es mit mäßigem Kabbelwasser zu tun, das die Glastron mit kleiner Gleitfahrt sicher, trocken und weich durchfuhr.

Für unsere Messungen haben wir uns auf den Ausweicharm hinter die Flussinsel Rettbersaue verdrückt. Im Mittel erreichten wir dort eine maximale Geschwindigkeit von gut 35 kn. Durch die Spritleitung laufen dann 1,13 l/sm, was mit dem 91-l-Tank abzüglich 15 % Reserve eine Reichweite von 69 sm ergibt. Dieser Bootstyp muss nach unserem Maßstab 60 sm bringen, somit liegt die Glastron bereits bei Vollgas "im Plus".

Am wirtschaftlichsten gleitet man bei 3500/min mit fast 23 kn und einem Verbrauch kurz unter 1,00 l/sm. Hier erhöht sich die Fahrstrecke nochmals um gut 10 sm. Mit 84 dB/A ist das Fahrgeräusch bei 3500/min akzeptabel, im Vollgasbetrieb mit 95 dB/A dagegen ohrenbetäubend. – Wer das Boot zum Wasserskilaufen und Tubefahren nutzen möchte, benötigt eine flache Heckwelle und gutes Spurtverhalten.

Beim Beschleunigen zeigt sich mit Antrieb "down" etwa 2 s der Bug im Sichtfeld. Lösung: Der Skipper nimmt kurz die Stehposition ein, dann geht es ohne Blindflug. In Gleitfahrt zeigt sich eine flache Heckwelle, die weiter abnimmt, wenn man den Power-Trimm betätigt und den Antrieb anhebt. Maximal hatten wir etwa ½ auf der Trimmanzeige.

Wer schnelle Kurven fahren möchte, muss den Antrieb ganz nach unten trimmen, damit der Propeller keine Luft zieht und man neu anfahren muss. So getrimmt geht es in Backbord-Kreisen ohne Einhaken oder Schaukeln eng zur Sache. In die andere Richtung darf man den Radius dagegen nicht zu eng fahren, sonst reduziert sich die Motordrehzahl des 3,0-l-MerCruisers (Vergasermotor) selbstständig. Als Ursache vermutet der Importeur Spritprobleme wegen der Fliehkräfte und will nachjustieren.

Bei Slalomkursen oder beim Verreißen des Steuers verhält sich der Rumpf "gutmütig"; die Lenkung lässt sich bei allen Manövern sicher und leichtgängig bewegen. Mit nicht mehr als 1 ½ Bootslängen dreht sich die Glastron bei langsamen Manövern mit voll eingeschlagener Lenkung. Zusammen mit dem direkten Umsteuerverhalten in Rückwärtsfahrt sind das gute Voraussetzungen für exakte Hafenmanöver.

In Rückwärtsfahrt gilt es ein Limit von 2000/min zu beachten, damit kein Schwellwasser über die Lufteinlässe in den Motorraum schwappt.Auf langsamen Vorwärtstouren mit Geschwindigkeiten zwischen etwa 3 und 6 kn fährt der Rumpf bis auf kleine Schlenker, die man etwas ausgleichen muss, passabel geradeaus.

Gewichtsverlagerungen haben nur geringen Einfluss auf den Kurs und mäßigen auf die Krängung. Fahrer und Beifahrer nehmen auf sportlich gepolsterten Schalensitzen Platz. Für Sicherheit sorgen Seitenlehnen und Fußstützen sowie der Beifahrerhaltegriff an der Seitenwand. Steuerrad und Einhebelschaltung liegen bedienerfreundlich. Gleiches gilt für die Ziehschalter mit englischer Beschriftung.

Den Instrumentenblick stört (je nach Höheneinstellung) das Lenkrad. Spiegelungen fallen auf den Instrumenten und der geteilten Sicherheitsglas-Windschutzscheibe gering aus; Kritik gibt es aber für den fehlenden Wischer und die scharfen Kanten des Scheibenrahmens bei aufgeklapptem Mittelfenster.

Ist Letzteres geöffnet, gelangt man bequem in den Bug mit Sitzecke, die sich mit einem Einlegepolster zur Liegefläche wandelt. Festhalten kann man sich, wie auch bei der stramm gepolsterten Heckbank vorhanden, an zwei Nirogriffen. Hinter der Bank befindet sich die Sonnenliege mit aufstellbarem Kopfteil, es fehlt jedoch ein Handlauf, der die Liege zum Heck begrenzt.

Zum Sprung ins kühle Nass laden auf unserem Testboot eine integrierte (Standard) und eine zusätzlich angesetzte Plattform (Extra) ein, beide mit Antislipstrukturen. Um leicht ins Wasser und wieder herauszusteigen, benutzt man die unter einer Klappe befindliche Leiter. Vorbildlich: Beides lässt sich vom Wasser aus problemlos bedienen. Für Bewegungssicherheit auf allen Böden sorgen Teppiche.

Die Ausrüstung mit nur einer elektrischen Bilgenpumpe bemängeln wir, eine Handlenzpumpe muss dabeisein. Weiters Minus: Feuerlöschanlage und Feuerlöscher suchten wir auf unserem Testboot vergeblich. Der installierte Lüfter im Motorraum wiederum bekommt ein Plus.

Einen positiven Eindruck hinterlässt nicht nur die Kunststoffverarbeitung, sondern ebenfalls die übersichtliche Installation von Leitungen und Schläuchen mit Schellen und Kabelbindern im Motorraum. In Schlaufen liegen die Leitungen in der Wegerung, unter dem Fahrstand sind sie ordentlich zugentlastet. Die Tankan-lage besteht aus Kunststofftank, Federventil und motoreigenem Filter. Zum Sichern der Spritschläuche verwendet der Techniker teilweise nur eine Schraubschelle.

Die Elektrik fällt mit gut verzurrter Batterie (88 Ah), Hauptschalter und spritzwassergeschützten Sicherungen in den Zuleitungen bootstypisch aus. Letzteres gilt auch für die Installation von drei Schlepp-, Trailerösen (1 x vorn,
2 x achtern), Wasserskizugöse, fünf passenden Klampen (1 vorn, 2 mittig, 2 achtern) und den Stauraum. Die Scheuerleiste passt zum Boot, die Beleuchtung hat keine Zulassung für Seereviere und Teile der deutschen Binnengewässer. Persennings stehen auf der Zubehörliste.

Fazit: Die Glastron 185 GT bietet mit dem 3.0-l-Benziner ordentliche Fahr- und Manövriereigenschaften. Wer’s sportlicher möchte, kann einen 4,3-l-Sechszylinder (220 PS) ordern; Skipper, die sparen wollen, bestellen eine rund 2000 € günstigere "abgespeckte" GTX-Version.

Datenblatt: Glastron 185 GT

Werft: Glastron

Typbezeichnung: Glastron 185 GT

CE-Kategorie: C - Küstennahe Gewässer

Material von Rumpf und Deck: Kunststoff

Länge: 5,49 m

Breite: 2,26 m

Verdrängung: 1,09 t

Preis: 28.478,00 €