TestSaver MG 710 - Gelungenes Debüt

Unbekannt

 · 25.11.2018

Test: Saver MG 710 - Gelungenes DebütFoto: Dieter Wanke

Die Saver MG 710 gehört zur neuen Gummikollektion der sizilianischen Werft. Wir fuhren den italienischen Spaßmacher mit Suzukis DF 200A am Heck

Bekannt ist Saver für solide GFK-Boote zwischen fünf und zehn Metern Länge in offenen und Kabinenversionen. Kopf der Marke ist Giuseppe Sorbera, der die Boote seit 1986 in seinem Familienbetrieb in Gioiosa Marea am Fuß des Ätna baut.

Die Polster sind dabei, der Stauraum ist üppig
Foto: Dieter Wanke

Dass sich große Festrumpfschlauchboote nicht nur im Mittelmeerraum wachsender Beliebtheit erfreuen, ist dem Bootsbauer nicht entgangen. Deshalb startete die Werft Ende 2015 auch mit der Produktion von RIBs, die auf der boot 2016 in Düsseldorf als MG-Serie erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurden.

Zum damaligen Flaggschiff MG 710 gesellte sich noch eine 520er und eine 580er. Inzwischen wurde mit der MG 820 aufgestockt.

Saver steht für durchdachte Konstruktionen mit guten Laufeigenschaften und ordentlichem Qualitätsniveau bei moderaten Preisen. Das trifft nach unserer Sichtung auch auf die Probandin zu. Wir betreten die MG 710 über eine Trittfläche im Bug, die den GFK-Ankerkasten abdeckt. Eine elektrische Ankerwinde gehört zu den Optionen.

Es folgen Sitzflächen in U-Form mit darunter befindlichen Stauräumen. Durch eine Einlage wird der Fußraum geschlossen und eine Verbindung zu dem im vorderen Teil der Zentralkonsole untergebrachten Sitz hergestellt. So entsteht eine Liegefläche für drei Personen.

Alternativ lässt sich ein mitgelieferter Tisch montieren. Die kombinierte Sitz- und Liegefläche im Heck dient bis zu drei Crewmitgliedern als Sitzgelegenheit oder einer Person als Sonnenliege. Auch hier kann durch eine Einlage ergänzt werden, dann ist Platz für zwei Sonnenanbeter. Damit ist aber der Raum bis zur raffinierten Wetbar, die durch Vorklappen der Sitzfläche des Fahrersitzes zum Vorschein kommt, komplett verbaut. Waschbecken, ein 70-Liter-Frischwassertank und die damit auch versorgte Heckdusche gehören zur Serienausstattung.

Der am Testboot montierte Suzuki DF 200A erweist sich als sehr sportliche Alternative, die viel Fahrspaß vermittelt. Der Griff zur Topmotorisierung mit 184 kW (250 PS) ist Luxus. Mit zwei Personen an Bord erreichen wir die Gleitfahrt nach nur drei Sekunden bei 2800 U/min und 10 kn. Die Spitzengeschwindigkeit von immerhin 41,6 kn ist nach nur 16 Sekunden bei 6220 U/min erreicht, was geringfügig über der Nenndrehzahl liegt. Selbst bei einer Geschwindigkeit von fast 32 kn bei 5000 U/min ist der Geräuschpegel mit 72 db(A) niedrig. Erst danach wird es lauter. Der 200-Liter-Einbautank dürfte für akzeptable Reichweiten sorgen.

Das Boot bringt samt montiertem Außenborder gut 1,1 t auf die Waage, ist also bestens trailerbar. Die Breite von 2,73 m wird durch Ablassen der Luft auf legale Abmessungen reduziert. Zugelassen ist die MG 710 nach CE-Kategorie C für Küstengewässer und bis zu 18 Personen. Wer über die Anschaffung nachdenkt, der muss für das Boot etwa 32 000 Euro ansparen. Dazu kommen der Suzuki DF 200A, der mit weiteren 22 600 Euro zu Buche schlägt, samt Montagekosten. Den Vertrieb in Deutschland teilen sich das Bootscenter Menken in Gersthofen (Süd) und Schütze Bootshandel in Köpenick (Nord).

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