Dieselmotoren im Leistungsvergleich

Unbekannt

 · 17.11.2011

Dieselmotoren im LeistungsvergleichFoto: Morten Strauch

Wer beim Bootskauf die Wahl von Motorenherstellern hat, steht oft vor einem Rätsel. Wir sagen, welche Diesel zwischen 350 und 370 PS etwas draufhaben.

  Diesel-Motoren VergleichFoto: Morten Strauch
Diesel-Motoren Vergleich
Diesel-Motoren Vergleich
Foto: Morten Strauch

Wir fuhren drei Diesel-Fabrikate in identischen 28-Fuß-Sportbooten der Marke Aquador, die von der finnischen Werft Bella Boats gefertigt wird. Neben der Länge von 8,80 m und einer Breite von 3,10 m bringt die 28 HT ohne Motor stolze 3200 kg auf die Waage. Das maximal zulässige Gewicht mit Motor und Getriebe gibt die Werft mit 5300 kg an. Das Boot ist ausgestattet mit vier plus zwei Kojen, großzügig geschnittenem Cockpit, Pantry und WC-Raum. Für optimales Fahren installiert die Werft neben einer hydraulischen Lenkung Trimmklappen. Beim Motor (Single) hat der Kunde eine ordentliche Auswahl bezüglich Hersteller und Leistung. Man kann die Aquador 28 HT mit Maschinen von 260 PS bis 370 PS bestücken lassen.

Gemeinsam ist allen drei von uns gefahrenen Motoranlagen, dass sie ihre Kraft von 350 PS beim Cummins TDI 4.2 sowie 370 PS bei Volvo Penta D6-370 und Yanmar 8LV-370Z über einen Z-Antrieb ins Wasser bringen. Mit den genannten Leistungen bewegt man sich an der obersten Grenze der Möglichkeiten der Aquador. Der Kraftstoffeinbautank fasst 380 l, abzüglich 15 % Reserve bleiben 323 l zum Fahren.

Messergebnisse sind das eine, die gefühlte Kraftentfaltung das andere. Beim Volvo Penta D6-370 macht sich schon bei geringen Drehzahlen ein hohes Drehmoment bemerkbar. Die Beschleunigung erfolgt über den gesamten Drehzahlbereich konstant bei geringer Geräuschentwicklung. Der Grund ist die Doppelaufladung durch Kompressor und Turbolader. Letzterer wurde von Volvo Pentas Ingenieuren so gewählt, dass dieser erst bei höheren Motordrehzahlen seinen optimalen Arbeitsbereich hat. Der elektrisch gesteuerte Kompressor beatmet die 5499 ccm Hubraum so lange, bis der vom Turbo erzeugte Druck ausreicht. Die Kontrolle der Drehzahl und des Power-Trimms erfolgt beim Volvo über eine griffige Einhebelschaltung.

Beim Beschleunigen ist der Yanmar bis 2000/min etwas behäbig. Steigt die Drehzahl jedoch darüber, blasen die zwei Turbolader dem Motor ordentlich Leben ein. Die 4461 ccm Hubraum errechnen sich aus einer Zylinderbohrung von 86 mm im Durchmesser und einem Kolbenhub von 96 mm. Die Nenndrehzahl gibt die japanische Motorenschmiede mit 3800/min an. Seine 550 kg im trockenen Zustand bescheren ihm nicht die Plakette „Leichtester im Test“. Der Vergleich – 220 kg weniger als der Volvo und 81 kg mehr als der Cummins – relativiert das Gewicht jedoch. Die 469 kg des Cummins TDI sind ungeschlagen in unserem Test. So kann beim Einbau des TDI gegenüber dem Volvo das Boot mit 301 kg mehr beladen werden. Die 350 PS erreicht Cummins mithilfe von Common-Rail und zwei Turboladern mit variablen Abgasgeometrien. Der Motor ist vielen noch aus der Volkswagen-Marine-Abteilung bekannt, die von Cummins Anfang des Jahres übernommen wurde.

DEN GESAMTEN TEST KÖNNEN SIE IN DER AKTUELLEN BOOTE LESEN.

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