Honda-Akademie in Erlensee Honda-Akademie in Erlensee
Motoren

Auf Bildungsreise in Sachen Außenborder

Sebastian Gollasch am 04.06.2012

Hondas Händler für Außenborder werden in der hauseigenen Akademie in Erlensee weiter- und fortgebildet. Wir haben in Lehrraum und Werkstatt zugehört.

Honda-Akademie in Erlensee

Honda-Akademie in Erlensee

Außenborder des japanischen Herstellers Honda sind bekannt für zuverlässigen, verbrauchs- und geräuscharmen Lauf. All diese Dinge kommen jedoch nicht von ungefähr. Die modernen Motoren von heute haben mit ihren Vorgängern in puncto Kraftstoff-Luft-Aufbereitung kaum mehr etwas gemein. Um die immer strengeren Abgasvorschriften einzuhalten und den Verbrauch auf ein Minimum zu reduzieren, wurden und werden die Motoren mit immer mehr Technik ausgerüstet.

So verfügt der Großteil der Honda-Außenborder heute über eine elektronische Kraftstoffeinspritzung. Mit dieser sind Systeme wie „ECOmo“ zur Kraftstoffeinsparung beim Cruisen durch ein besonders mageres Gemisch erst möglich. Gleiches gilt für Hondas „BLAST“, das das Beschleunigen des Bootes durch einen Eingriff ins Zündsystem verbessert. Doch was kann ein Skipper machen, wenn die Technik versagt?

Da nicht jeder Sportbootkapitän einen Ingenieurstitel im Bereich Maschinenbau hat, nicht viel. Er ist auf die Werkstatt seines Vertrauens angewiesen. Damit diese immer auf dem neuesten Stand in Sachen Modelle, Änderungen und Reparaturen ist, baute Honda sich eine eigene Akademie, die seit Ende 2009 in Erlensee bei Frankfurt am Main steht. In den Räumen werden Schulungen und Fortbildungen aller Honda-Händler durchgeführt.

Neben Gartengeräten, Motorrädern und Autos gibt es natürlich auch einen Marine- Bereich, der neben einem Wasserbassin mit genügend Reserven für Volllast-Tests der gesamten Motorenpalette auch über alle Spezialwerkzeuge und Werkplätze für Arbeiten am Motor, Getriebe oder der Honda-Software „Dr. H.“ verfügt.

BOOTE hat als erstes Magazin an einem Lehrgang von Honda teilgenommen. Dabei handelte es sich um einen
sogenannten „Marine-Profi-Kurs“. Der Motorenhersteller setzt bei der Teilnehmerzahl auf kleine Gruppen – der Lehrgangsleiter soll sich so besser auf die Teilnehmer und ihre Wünsche einstellen können. In einem kurzen Vorgespräch klärt Kursleiter Hermann Weber, der „Sachbearbeiter Technik Marine“ ist (also der Anlaufpunkt für die Werkstatt, wenn sie nicht weiterkommt) und sich mit 16 Jahren Berufserfahrung im Hause Honda in der Materie gut auskennt, mit den Teilnehmern die Schwerpunkte und speziellen Wünsche ab. Es stellt sich heraus, dass man vermehrt mit der Dr.-H.-Software arbeiten will.

Zu Beginn läuft im Seminarraum eine Präsentation der neuen BF250A- und BF115D- Motoren. Die Informationen gehen von Design über Mechanik bis hin zu technischen Daten. Mit Bildern, Diagrammen und Videos wird dem Mechaniker die Technik hinter den Motoren verständlich gemacht. Im Anschluss tauscht man sich über die am häufigsten gestellten Fragen der Skipper zu den einzelnen Systemen wie BLAST und ECOmo aus.

Man erarbeitet sich so durch Kommunikation untereinander ein höheres Verständnis dem Kunden gegenüber. Nach der Theorie folgt die Praxis. In kleinen Arbeitsgruppen von ein bis zwei Personen hat jeder Kursteilnehmer die Möglichkeit, sich in der Akademiewerkstatt an den Testmotoren zu versuchen. Fragen wie „Wie stellt man die elektrisch unterstützte Drosselklappe richtig ein?“ werden auf diese Weise schnell und nachhaltig geklärt. Honda scheint bestrebt zu sein, noch besser zu werden. So bittet man am Ende des Kurses jeden Teilnehmer um Anregungen. Die Händler nehmen diese Möglichkeit – ebenso wie den Kurs selbst – für ihre Kunden gern wahr.

Sebastian Gollasch am 04.06.2012
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