Außenbordmotoren 2,5 PS Außenbordmotoren 2,5 PS
Außenbordmotoren

Außenborder: 2,5-PS-Modelle im Test

Erich Bogadtke am 01.08.2011

Wer wird der König der Zwerge? Für das aktuelle BOOTE-Heft testeten wir fünf Viertakter und einen Elektromotor aus der Klasse der 2,5-PS-Außenborder.

Außenbordmotoren 2,5 PS

Mercury F 2.5 M, Tohatsu MFS 2.5

Zugegeben, eine tragende Rolle spielen die kleinsten, serienmäßig gefertigten Außenborder auf der großen Bühne des motorisierten Wassersports nicht; sie deshalb in die Kategorie „Spielzeug“ einzuordnen ist jedoch für viele eine krasse Fehleinschätzung. Zum einen werden sie mit großem technischen Aufwand gebaut und sind in der getesteten Kurzschaftversion der perfekte Antrieb für das kleine Beiboot, das in den Davids hängt oder aufgerollt (Schlauchboot) im Stauraum unter Deck liegt.

Fotostrecke: Außenbordmotoren: 2,5 PS

Zum anderen muss, wer mit ihnen seinen Spaß haben will, zwar keinen Führerschein besitzen, in jedem Fall aber geistig und körperlich zum Führen eines Bootes geeignet und auf Binnenschifffahrtsstraßen mindestens sechzehn Jahre alt sein. Auf Seeschifffahrtsstraßen kommt es allein auf die Eignung an, eine Altersbegrenzung gibt es dort nicht.

Außenbordmotoren 2,5 PS

Yamaha F 2.5 A MHS, Suzuki DF 2.5

Das heißt, selbst wenn die Handhabung der kompakten Motörchen kinderleicht ist, dürfen „unsere lieben Kleinen“ damit noch lange nicht fahren. Jedenfalls nicht immer und überall. Schade, weiß doch (fast) jeder, dass der Umgang mit kleinen Motoren und den dazu passenden Booten Kindern einen Heidenspaß macht und das perfekte Training für zukünftige Freizeitkapitäne ist. In der Welt der Erwachsenen haben sich die beliebten Minis als praktische Helfer beim Landgang mit dem Beiboot und als Flautenschieber bewährt.

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Honda BF 2.3 Schu, Torqeedo Travel 1003 S

Auf der Besetzungsliste dieses Vergleichstests stehen die Viertakt-Ottomotoren von Honda, Mercury, Suzuki, Tohatsu und Yamaha. Selva hat auf unsere Einladung zum Test leider nicht reagiert. Zum ersten Mal mit dabei Torqeedos Travel 1003 S, ein Elektromotor, dessen Leistung laut Herstelleraussage mit der eines 3 PS starken Benzinmotors vergleichbar ist.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Auftritt sind in dieser Leistungsklasse geringes Gewicht, kleines Packmaß, einfache Handhabung und ein attraktiver Preis. Zielsetzung Nummer 1 erreichen Honda und Suzuki, die beide fahrfertig 14 Kilogramm auf die Waage bringen, sprichwörtlich am leichtesten.

Torqeedos Elektromotor liegt mit 15 kg knapp dahinter, aber immer noch deutlich vor den „Mittelgewichtlern“ von Mercury und Yamaha, die mit einem Gewicht von 18 kg an den Start gehen. Schwerer als ein normaler Kasten Bier ist in diesem Test allein der 20 kg schwere Tohatsu.

Dafür, dass es dennoch auch hier keine ernst zu nehmenden Transportprobleme gibt, sorgt wie bei allen anderen Testmotoren ein ausreichend großer, gut verrundeter Tragegriff. Soll der Motor in die Backskiste oder den Kofferraum, braucht sich der Torqeedo-Eigner keine großen Gedanken machen, Pinne und Akku lassen sich ohne jedes Werkzeug mit nur einem Handgriff abnehmen und separat verstauen.

Bei den Benzinern, die in diesem Test ausnahmslos als Einzylinder mit oben liegender Nockenwelle und Zweiventiltechnik auftreten, müssen die Belüftung des integrierten Tanks und der Benzinhahn geschlossen und der Motor auf die gekennzeichnete Seite gelegt werden. Liegt der Motor auf der falschen Seite und/oder der Kopf höher als der Schaft, kann das Motoröl auslaufen. Auf eine klappbare Pinne, die das Packmaß reduziert, verzichtet bei den Kleinen keiner der Hersteller.

Bei der Handhabung gilt die Devise „Anhängen, Anziehen, Abfahren“. Wobei man jedoch nicht vergessen darf, vor dem Start den Quickstop einzusetzen und die Tankbelüftung und den Benzinhahn zu öffnen. Wer sich für den Elektromotor entscheidet, kann die Themen „Anziehen“ und „Tank“ vergessen. Versagt die Handstarteinrichtung, die sich mit Ausnahme des Yamahas bei allen Benzinern mit Bordwerkzeug demontieren lässt, den Dienst, können die Motoren mit dem serienmäßigen Notstartseil gestartet werden.

Ein Kritikpunkt ist die Tatsache, dass die Motoren mit eingekuppeltem Getriebe gestartet werden können. Die Ausnahme der Regel ist der Honda, der im Gegensatz zu seinen Benziner-Konkurrenten kein Getriebe mit Vorwärts-Neutral-Schaltung, sondern eine Fliehkraftkupplung besitzt.

Den höchsten Sicherheitsstandard und Komfort bietet in diesem Punkt der Elektromotor von Torqeedo, bei dem nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Fahrtrichtung durch einfaches Drehen am Gasgriff bestimmt wird. Will man mit den Benzinern rückwärts fahren, muss der Motor um 180 Grad gedreht werden. Hört sich vielleicht etwas kompliziert an, ist aber mit etwas Übung wirklich kein Problem. Gleiches gilt für die Einstellung der Leichtgängigkeit der Pinnen und Gasdrehgriffe.

Die Leichtigkeit endet bei der Einstellung der Trimmposition, die sich lediglich bei Mercury und Tohatsu auch im Wasser mühelos verändern lässt. 

Den ganzen Testbericht mit allen Messergebnissen und Verbrauchswerten finden Sie in der aktuellen August-Ausgabe von BOOTE, die es jetzt am Kiosk gibt!

Erich Bogadtke am 01.08.2011