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Marktübersicht: Elektro-Außenborder

Alle auf einen Blick

Sebastian Gollasch am 20.08.2017

Gestriegelt und gezügelt Wir haben die gängigen Elektro-Außenborder-Modelle zusammengefasst und der Leistung nach geordnet.

Elektrische Antriebsmotoren gehören auf dem Wasser wie auch auf der Straße noch immer zur Minderheit. Es gibt allerdings Gewässer in Deutschland wie auch im näheren Ausland, in denen Elektromotoren, neben muskelbetriebenen Fahrzeugen, die einzige zugelassene Möglichkeit bieten, ein Boot übers Wasser zu bewegen.

Weitere Beweggründe, die besonders gern von Anglern genannt werden, sind die leichte Handhabe (geringes Gewicht) und leise Fortbewegung. Aber auch umweltbewusste Skipper setzen aus ökologischer Überzeugung inzwischen immer häufiger auf Elektromobilität. Frei von den Beweggründen, weshalb man sich für einen Elektroaußenborder entscheidet, wollen wir informieren, was der Markt momentan zu bieten hat.

Damit man den passenden Motor für sein Boot findet, gibt es zwei unterschiedliche Herangehensweisen.

Will man erreichen, dass das Boot die gleiche Geschwindigkeit wie mit einem Verbrenner schafft, orientiert man sich einfach an der Watt-Leistung beider Motoren. Ist einem die Geschwindigkeit nicht so wichtig wie das nahezu geräuschlose Fahren, kann man sich an den Tabellen der Motorenhersteller Talamex oder MinnKota halten.

Sie geben Auskunft über das maximale Bootsgewicht bei der entsprechenden Motorleistung. Danach kann man mit 360 Watt ein Boot von bis zu 850 kg bewegen. Mit rund 500 Watt Leistung klettert das maximale Bootsgewicht in den Bereich zwischen 1000 kg und 1450 kg, je nachdem was es für ein Motortyp ist.

Für die schweren Boote gibt es wie bei den benzinbetriebenen Außenbordern ebenfalls spezielle Schubmodelle.

Um dem Bootseigner den Ein- oder Umstieg so leicht wie möglich zu machen, sind nahezu alle Modelle ab 1000 Watt mit Pinne oder Fernbedienung sowie in verschiedenen Schaftlängen erhältlich.

Soll der Motor zukünftig seine Arbeit im Salzwasser verrichten, ist darauf zu achten, dass er dafür entsprechend zugelassen ist, andernfalls erlöscht die Werksgarantie. Während einige Hersteller spezielle Salzwassermodelle im Angebot haben, geben nicht alle ihre Motoren für den Betrieb im Salzwasser frei.

Batterien oder Akkus sind ein großes Thema in der gesamten Elektromobilität. Sie beeinflussen maßgeblich Reichweite und Leistung des Motors. Nicht alle Batteriearten eignen sich für das, was der Skipper mit der Motor-Batterie-Kombination vor hat. Daher bieten einige Motorenhersteller auch gleich die passenden Batteriesysteme für ihre Motoren an.

Im Fall des Torqeedo-Travel-Modells ist beispielsweise der Akku direkt im Motor aufgesteckt, kann aber auch problemlos abgenommen oder gewechselt werden. Diese Bauweise spart gegenüber den anderen Motoren mit externer Batterie Platz an Bord und erleichtert die Handhabe. Bei größeren Motoren muss man, um akzeptable Reichweiten zu erreichen, mit Batteriebänken arbeiten. Auch hier gibt es größere Unterschiede in Gewicht, Speicherkapazität und letztlich auch beim Preis.

Batterien

Batterien: Die Größe macht's

Unser Tipp: Rechnen Sie bei der Leistung ausreichend Sicherheitsreserven ein. Immer am oberen Leistungslimit zu fahren, braucht zum einen viel Energie, wodurch sich der Akku schnell entleert, und zum anderen kommt man auf Fließgewässern unter Umständen nicht gegen die Strömung an. Ein gutes Beratungsgespräch kann den ersten Schritt in die Elektromobilität aufzeigen, ohne dass es gleich richtig teuer wird.

Reichweite

Aktionsradius und Reichweite sind besonders im Bereich der Elektromobilität ein Thema, egal, ob an Land oder auf dem Wasser. Die oftmals niedrigen zurücklegbaren Entfernungen und hohen Ladezeiten schrecken so manchen potenziellen E-Skipper ab. Das muss nicht sein, denn zum "Stromschlucker" werden Elektromotoren wie ihre Verbrennerkollegen erst, wenn man viel Leistung (hohe Geschwindigkeit) abfordert.

Entsprechend gilt auch hier, Strecke machen funktioniert am besten im effizienten Teillastbereich. Damit der Skipper den Verbrauch und die Batterieladung im Auge hat, sind alle größeren Motoren mit entsprechenden Anzeigen ausgerüstet. Zudem gibt es Unterspannungs-Warnsysteme. Wenn man so will, besitzt ein E-Boot also ebenfalls eine Verbrauchs- und Tankanzeige wie die Kraftstoff verbrennende Konkurrenz.

Der Hersteller Torqeedo geht noch einen Schritt weiter und bietet im Zubehör für die Travel-, Cruise- und Ultralight-Modelle ein Bluetooth-Modul mit entsprechender App an. Welche Vorzüge diese dem Skipper bietet, lesen sie unter dem Stichwort "Zubehör" 

Informationen satt per App

Displays und Apps wie TorqTrac informiern den Skipper wie es um den Motor und wichtiger noch um die Batterieladung/Reichweite steht.

Zubehör

Der Zubehörmarkt für Elektro-Außenborder umfasst neben den Standartartikeln wie Propeller, Schaltungen, Batterien und Ladegeräten viele elektronische Helfer wie den TorqTrac aus dem Hause Torqeedo. Nach der Installation des Bluetooth-Moduls, das mittels Bajonettverschluss zwischen Batterie und Motor kommt, und dem Herunterladen der entsprechenden App, die es für die Betriebssysteme iOS und Android gibt, auf ein Smartphone oder Tablet, kann man sich viele Daten anschauen.

So kann der Skipper sich über die gefahrene Geschwindigkeit und den Ladezustand der Batterie informieren. Zudem werden die momentane Leistung, Triplänge, Entfernung in Strecke und Zeit zum Startpunkt sowie die voraussichtliche Reichweite in Strecke und Laufdauer angezeigt. Die Reichweite kann man sich in einer Kartendarstellung als Kreis um seine eigene Position anzeigen lassen und sich Wegpunkte erstellen. Die Grundlage dafür bildet das Kartenmaterial von Google Maps.

Ladetechnik

Sind die Batterien einmal leer, geht es ans "Auftanken". Hier zeigt sich ein Nachteil von vollelektrisch betriebenen Booten – er lautet Ladezeit. Beim Boot mit Verbrenner geht es im Verhältnis blitzschnell, den leeren Tank mit neuem Kraftstoff zu füllen. Beim Elektroantrieb dauert es mitunter schon mehrere Stunden, bis die Akkus wieder voll geladen sind. Abhilfe schaffen sollen sogenannte Schnell-lader. Man kann so die Wartezeit an der Steckdose um das fünffache reduzieren.

Nachteil dieser Technik ist die Verringerung der Lebensdauer der Batterie. Zudem kommt, dass nicht alle Stromnetze an den Stegen der Marinas genügend Kapazitäten haben. Für den Großteil der kleinen Motoren reicht allerdings schon ein gutes Ladegerät, das auch für Kraftfahrzeuge verwendet wird. Torqeedo bietet sogar ein Solarpaneel zum Laden der kleinen hauseigenen Akkus an. 

Ladetechnik

Ladetechnik

Drehmoment

Großer Vorteil von Elektromotoren gegenüber der Verbrennerkonkurenz ist das Drehmoment, das direkt bei der ersten Umdrehung in voller Höhe anliegt. Bei den Fremd- und Selbstzündern gibt es hingegen immer eine sogenannte Drehmomentkurve mit An- und Ablaufseiten und natürlich einer Spitze.

Aufgrund der Eigenheit der Elektromotoren ist der Wirkungsgrad sehr hoch, sodass sie gleichstarken Benzinern bei der Beschleunigung überlegen sind. Um das volle Drehmoment der Motoren auch entsprechend nutzen zu können, muss man den Propeller passend zum Motor und Boot wählen. Dabei muss man die maximale Eingangsleistung kontrollieren – das erledigt meist aber schon der Motorenhersteller vor der Auslieferung. Im Vergleich: Beim Verbrenner sollte der Propeller so groß sein, dass man mit der Motordrehzahl bei Volllast auch in den Maximaldrehzahlbereich kommt.

Marktübersicht: Elektro-Außenbordmotoren

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Marktübersicht: Elektro-Außenbordmotoren

Sebastian Gollasch am 20.08.2017
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