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Motoren

MerCruiser feiert den 50. Geburtstag

Sebastian Gollasch am 17.11.2011

Tradition verpflichtet: Der amerikanische Motoren- und Antriebshersteller MerCruiser blickt auf ein halbes Jahrhundert Firmengeschichte zurück.

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„Nur mit MerCruiser bleiben Sie ganz weit vorne“: Prospekt des Motoren- und Antriebsherstellers aus dem Jahr 1988.

Der Name Carl Kiekhaefer war zu seiner Zeit, nämlich  1950, in den USA für leistungsstarke Außenborder bekannt. Sie liefen unter der Bezeichnung „Mercury“. Als einer der Ingenieure die Skizze eines Motors mit Z-Antrieb vorlegte, war der Firmenchef jedoch von diesem Konzept nicht überzeugt und forderte seinen Angestellten auf, seine Zeit nicht zu vergeuden. Jede mögliche Ablenkung könne Marktanteile kosten. Daraufhin präsentierte der Ingenieur die Zeichnungen in Europa, und zwar bei der Firma Volvo Penta – wo er auf offene Ohren stieß.

Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es. Nicht anderes wird es 1959 gewesen sein, als Volvo Penta den ersten modernen Z-Antrieb auf der New York Bootshow vorstellte. Woraufhin sich die Meinung von Kiekhaefer zum Konzept des Z-Antriebs schlagartig änderte. „Aus einer ,schlechten‘ wurde eine ,wirklich gute‘ Idee,“ so Sohn Fred Kiekhaefer.

Der erfolgreiche Außenborder-Konstrukteur fordert seine Mitarbeiter auf, eine stärkere und bessere Anlage zu produzieren als die des Konkurrenten Volvo Penta mit ihren 80 PS. Kiekhaefer will den Markt mit leistungsstärkeren Modellen beliefern, in denen er das größte Verkaufspotenzial sieht.

Ein Testmotor wird in der Mercury- Niederlassung bei Fond du Lac gebaut und bei Florida unter strengster Geheimhaltung getestet. Carl Kiekhaefer ist mit der Leistung der Maschinenanlage zufrieden und überzeugt, mit diesem Objekt ein Prachtstück konstruiert zu haben.

Der erste Motor mit dem Namen „MerCruiser“ mit Z-Antrieb wird 1961 auf der Bootshow in Chicago der Öffentlichkeit präsentiert. Die Produktpalette umfasst zu dieser Zeit Motoren von 125 PS bis 200 PS, und die Konkurrenz hat mit ihren schwächeren Produkten das Nachsehen.

Carl Kiekhaefer ist bewusst, dass der Z-Antrieb den Bootsmarkt verändern wird. Der Verwendung von Automobilmotoren als Innenborder für Boote steht nichts im Wege. Zudem sind die Motoren leistungsfähiger und günstiger als die Sonderkonstruktionen für die Außenborder.

Gegenüber Wellenantrieb mit Ruderblatt ist der Z-Antrieb eben vielseitig begabt. So kann man mit ihm neben dem Steuern auch trimmen. Ermöglicht wird dies durch die vertikale und horizontale Schwenkbarkeit des Antriebes. Durchaus ähnlich wie beim Außenbordmotor, nur waren diese damals noch nicht so leistungsfähig.
Über ein Dutzend Motorenhersteller produziert nun eigene Z-Antriebe.

Jedoch kann niemand mehr MerCruiser die Marktherrschaft streitig machen. Die Überlegenheit der MerCruiser-Motoren und Antriebe hat Carl Kiekhaefer bei vielen Rennen durch zahlreiche Siege untermauert. Außenborder wurden weiterhin an Booten unter 18 Fuß montiert – bei größeren Sportbooten wurden Innenborder mit Z-Antrieb verbaut.

Einen erneuten Aufschwung konnten die Ingenieure zum zehnten Jahrestag des Unternehmens verzeichnen. Grund dafür war die Einführung des MerCruiser 888, ein V8-Motor mit 188 PS, Power-Trimm und Propellernaben-Auspuff. Wenig später kletterte die Leistung auf 198 PS, und dann bis auf stolze 330 PS.

Die Marke von einer Million verkauften MerCruisern mit Z-Antrieb wurde Mitte 1985 erreicht. 1986 und 1987 brachten die Amerikaner aus Fond du Lac den Alpha- und Bravo- One-Antrieb auf den Markt. Doch auch die Motoren selbst wurden weiterentwickelt, und so konnte man den Wassersport-Enthusiasten Ende der 80er-Jahre drei Magnum-Maschinen anbieten. Die Bekanntheit der Marke MerCruiser wuchs weiter, und am 15. März 1995 wurden zwei Millionen Verkaufseinheiten überschritten.

Heute bietet MerCruiser mehr als 20 verschiedene Pakete mit Z-Antrieben an. Erfindungen wie Axius, der erste Navigationsjoystick für Z-An-triebe, oder der Sea-Core-Korrosionsschutz garantieren dem Unternehmen weiterhin einen der vorderen Plätze im Markt der Innenborder mit Z-Antrieb.

Sebastian Gollasch am 17.11.2011