Reportage: Duchess of Argyll - Es ist DampfzeitFoto: Michael Häfner, Hildegard Nagler

Leben an BordReportage: Duchess of Argyll - Es ist Dampfzeit

Hildegard Nagler  

13.5.2018, Lesezeit: 3 Minuten

Drei Freunde vom Bodensee geben einer alten Yacht ihre Würde zurück – und bringen die Menschen zum Staunen

Die alte Dame lässt bitten. Unglaublich formschön liegt sie da, hat die Aufmerksamkeit von gleich drei Männern nur für sich. Hochkonzentriert ist das Trio bei der Sache – nach vielen Tagen des Wartens, weil das Wetter nicht mitmachen wollte.

Jetzt wollen die Männer langsam, ganz langsam, der vornehmen Lady Dampf machen, sie tun lassen, was sie 135 Jahre lang gemacht hat: mit unnachahmbarer Eleganz durchs Wasser gleiten und ihre Passagiere vollends in Bann ziehen.

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Die ganze Yacht namens Duchess of Argyll: eine Augenweide. Der Schiffskörper: von beinahe erotischer Form. Die Instrumente: hervorragend in Stand gesetzt. Das Messing: glänzend poliert. Der mit einer Krone geschmückte Schornstein: beeindruckende drei Meter hoch. Der englische Original-Teekessel: ein Relikt aus einer Zeit, als die englische High-Society auf dieser Dampfyacht stilvoll spazieren gefahren wurde.

Es ist ein wunderschöner Tag. Der Himmel ist so blau wie der Bodensee, auf dem sich die Sonne in Abertausenden von Sternchen auf den kleinen Wellenkämmen spiegelt. Auf den Bergspitzen liegt Schnee. Davor, als wäre sie schon immer am Bodensee zuhause gewesen, liegt vor dem österreichischen Hard im Bundesland Vorarlberg die "Duchess of Argyll", jene formschöne Dampfyacht, 1883 gebaut von Turks of Cokham, die die Menschen zum Schwärmen bringt.

Eine äußerst wechselvolle Geschichte hat sie hinter sich, und es war wohl der größte Glücksfall in ihrem ganzen Leben, dass sich drei Männer vom Bodensee für sie mehr als erwärmt haben: Reinhard E. Kloser, Seniorkapitän und Projektleiter zur Instandsetzung der 1913 gebauten "Hohentwiel", des letzten Schaufelraddampfers auf dem Bodensee, Bootsbauer Hubert Hartmann aus Hard und Erich Hoop, ein Geschäftsmann aus dem Fürstentum Liechtenstein.

Foto: Michael Häfner, Hildegard Nagler
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Dezember 2011. Erich Hoop sitzt gerade vor seinem Computer. Er ist Kaufmann, hat viele Oldtimer restauriert, fährt in seiner Freizeit unter anderem einen Sportwagen der Marke Brasier Racer, Baujahr 1908, und nennt einen "Stearman" Doppeldecker aus dem Jahr 1942 sein Eigen. "Fehlte also noch ein Schiff", witzelt der groß gewachsene Liechtensteiner. Nach längerer Suche entdeckt Hoop im Internet die "Duchess of Argyll", einst gebaut für die echte "Duchess of Argyll", die eine bildhübsche Frau gewesen sein soll.

Jetzt bietet der ergraute Eaton-Professor Geoffrey Desbourough das Schiff, mit dem die ausgesprochene Verführerin vornehm unterwegs war, zum Kauf an. Hoop ruft Kloser an, den er über die Oldtimer-Liebhaberei kennengelernt hat. Dieser hatte die Projektleitung bei der Restaurierung des zum Schrotthaufen heruntergekommenen Schaufelraddampfers "Hohentwiel", der seit seiner zweiten Jungfernfahrt im Jahr 1990 als der best restaurierte Dampfer Europas gilt.

Kloser, mit 25 Jahren damals in den 1970er-Jahren jüngster leitender Ingenieur der traditionsreichen Laeisz-Reederei in Hamburg erwarb sich das Know-how und das Rüstzeug zur Instandsetzung von Dampfschiffen auf amerikanischen "Liberty"- und "Victory" Frachtschiffen aus dem zweiten Weltkrieg. Zu seiner "Seefahrerzeit" passierte er 55 Mal den Panamakanal und mehr als ein Dutzend Mal den Suezkanal.

Die vollständige Reportage lesen Sie in der Juni-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 16. Mai 2018 im Handel gibt. Abonnenten natürlich schon eher.

Foto: BOOTE
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