Zubehörtest - WaschmaschinenFoto: Johannes Erdmann

Leben an BordZubehörtest - Waschmaschinen

Johannes Erdmann  

18.1.2021, Lesezeit: 5 Minuten

Waschen an Bord: Wenn irgendwann im Sommerurlaub der Kleiderschrank leer ist, wünscht man sich, an Bord waschen zu können. Wir haben vier Modelle bis 90 Euro getestet

Der Stegnachbar von der schicken Motoryacht lädt zum Sundowner auf dem Vordeck – doch was soll ich anziehen? Nach zwei Wochen auf dem Boot sind alle guten Hemden verschwitzt, voller Sonnencreme- oder Rotweinflecken. Gerade wenn der Sommerurlaub so richtig entspannend wird, herrscht meist Ebbe im Kleiderschrank. Manche Häfen halten zwar Waschmaschinen bereit – doch häufig sind diese belegt, kaputt oder "irgendwie ekelig". Wie praktisch wäre es da, wenn man an Bord waschen könnte!

Doch für den gelegentlichen Waschgang eine vollwertige Waschmaschine an Bord zu installieren wäre übertriebener Aufwand. Vielleicht reicht es aus, eine der im Campingzubehör beworbenen und günstigen Miniwaschmaschinen anzuschaffen? Wir haben vier Modelle bis zum Preis von 90 Euro ausprobiert.

Foto: BOOTE / Johannes Erdmann
Foto: BOOTE / Johannes Erdmann

Noch mehr Informationen? Den Waschmaschinentest mit Bewertung, technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 02/2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Bei der Recherche zeigte sich bereits, dass viele der im Internet angebotenen Maschinen entweder baugleich unter mehreren Markennamen oder mit leicht verändertem Gehäuse verkauft werden und aus China kommen. Die Funktionsweise ist bei allen ähnlich, deshalb haben wir vier Vertreter gewählt: drei elektrische und eine manuelle Waschtrommel – Letztere ein wenig außer Konkurrenz.

Foto: BOOTE / Johannes Erdmann
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Die Miniwaschmaschinen haben klare Ziele: Sie sollen klein und leicht sein, wenig Wasser und Strom verbrauchen und möglichst schnell zum Ergebnis kommen. Das macht sie von den Spezifikationen her sehr interessant für das Boot. Doch können sie auch eine genügende Waschleistung vollbringen? Zum Vergleich waschen wir pro Maschine, mit den in der Anleitung angegebenen Wasser- und Waschmittelmengen, fünf weiße T-Shirts, von denen wir immer eines mit den härtesten an Bord vorkommenden Flecken versehen: Motoröl, Rotwein, Senf und Ketchup.

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Funktionsweise

Vom Aufbau her sind die meisten Maschinen sehr ähnlich: In eine Art Tonne wird warmes Wasser (im Test: 40 Grad) eingefüllt, das vorher auf dem Kocher erwärmt werden muss, denn keine der Maschinen verfügt über eine Heizspirale. Dazu kommen die Wäsche und das Waschmittel. Auf dem Boden der Tonne befindet sich jeweils eine Scheibe mit Lamellen, die beim Waschen in Rotation versetzt wird und in der Tonne einen beachtlichen Strudel erzeugt. Einige Sekunden lang dreht die Scheibe im Uhrzeigersinn, dann entgegen. Nach der vorgegebenen Waschdauer (je nach Modell zwischen 10 und 15 Minuten) stoppt die Maschine, und das Waschwasser kann abgelassen werden.

Foto: BOOTE / Johannes Erdmann
Foto: BOOTE / Johannes Erdmann

Das Ablassen des Wassers geschieht durch einen außen und ganz unten angebrachten Schlauch und durch Schwerkraft. Dafür muss der Schlauch, der (bis auf bei der Display4Top) über kein Ventil verfügt, waagerecht auf den Boden gelegt werden. Es hilft deshalb, die Maschinen zum Waschen in einer Duschwanne zu platzieren. Einzig die Anleitung der Display4Top rät dazu, die Wäsche in einem zweiten Waschgang in sauberem Wasser auszuwaschen. In der Praxis muss dies aber bei allen Maschinen empfohlen werden.

Foto: BOOTE / Johannes Erdmann
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Als letzten Akt wird die Wäsche kurzzeitig ausgelagert, um eine Trommel auf der Lamellenscheibe zu befestigen, in der die Wäsche geschleudert wird. Bei der Display4Top wird die Wäsche einfach in die rechte Kammer gelegt. Nach dem Schleudern (3 bis 5 Minuten) kann die Wäsche zum Trocknen aufgehängt, und die Maschinen können geleert werden.

Noch mehr Informationen? Den Waschmaschinentest mit Bewertung, technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 02/2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

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Waschqualität

Die Test-Flecken sind selbst für eine Haushaltswaschmaschine keine leichte Aufgabe. In der vom Hersteller angegebenen Waschdauer (je nach Modell zwischen 1:25 bis 15 Minuten) sind sie für die Minimaschinen nicht zu schaffen. Um ihnen eine Chance zu geben, müssen wir die Wasch­zeit verdoppeln. Dann liefern die Maschinen wirklich passable Ergebnisse.

Einzig die manuelle Waschtrommel "White Magic*" kann selbst dann wenig überzeugen. Die angegebene Waschdauer von 1:25 Minuten für ein Kilogramm Wäsche ist aber auch sehr knapp bemessen. Zum Ausspülen verschwitzter Hemden wird sie jedoch völlig genügen.

Noch mehr Informationen? Den Waschmaschinentest mit Bewertung, technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 02/2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Foto: BOOTE / Johannes Erdmann
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Die Syntrox* liefert mit zweimal zehn Minuten Waschzeit ein besseres Ergebnis, ist aber in der Gesamtwertung nur befriedigend. Im Schleudergang ist darauf zu achten, dass die Kleidungsstücke genau im Schwerpunkt der Trommel liegen, weil die ansonsten eine Unwucht entwickelt. Nach dem Schleudern ist die Wäsche zwar trockener, aber auch noch ziemlich nass.

Die Steinborg* wäscht mit überraschend wenig Wasser (zehn Liter), liefert aber ein relativ gutes Ergebnis. Beim ersten Waschen fiel bereits auf, dass aus den Belüftungsschlitzen unter dem Motor schwarzer Staub rieselte. Beim Ausspülen der Wäsche quittierte die Steinborg dann den Dienst, und so konnten wir die Schleudereigenschaften nicht testen.

Die besten Ergebnisse lieferte die Display4Top, die sowohl beim Waschen als auch beim Schleudern überzeugte. Die Waschergebnisse sind überraschenderweise sogar ein wenig besser als die einer Haushaltswaschmaschine im Kurzprogramm (37 Minuten), die wir zum direkten Vergleich bemüht haben. Sie ist zwar auch die sperrigste Maschine und verbraucht am meisten Wasser (21 Liter), doch wer eine Maschine sucht, die vor der Einladung zum Sundowner auch mal schnell den Ketchup-Fleck vom Vorabend aus dem guten Hemd bekommt, der ist mit diesem Modell am besten beraten.

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