Tobias Reißmann Tobias Reißmann

Porträt

Auf der Welle: Tobias Reißmann

Torsten Moench am 18.12.2015

Tobias „Reto“ Reißmann könnte man ein maritimes Multitalent nennen. Er ist Sportler, Ingenieur und Hobby-Journalist – und alles am und auf dem Wasser.

Kennen Sie den Unterschied zwischen Wakeboarden und Wakesurfen? Ich kannte ihn nicht, bis ich einen wahren Meister dieses Faches kennenlernte. Tobias, Szenename "Reto", Reißmann sitzt mir gegenüber und erläutert detailliert die Unterschiede zwischen beiden Disziplinen: Während beim Wakeboarden der Fahrer durch eine Zugleine mit dem Boot verbunden ist, nutzt der Wakesurfer – ähnlich einem Wellenreiter – allein die Kraft der vom Boot erzeugten Heckwelle. Eine Verbindung zum Boot gibt’s nur in der Startphase.

Reißmann weiß, worüber er spricht. Als mehrfacher deutscher Meister und Gewinner des European Wakesurf-Cups 2013 in der Masters Klasse  gibt es kaum einen kompetenteren deutschen Gesprächspartner zu diesem Thema. Angefangen hat alles Mitte der Siebziger Jahre, als Retos Vater den damals Dreijährigen das erste Mal als Sozius auf seinem Windsurfbrett mitnahm.

"Wakesurfen funktioniert bei deutlich geringeren Geschwindigkeiten als das klassische Wakeboarden. Mit 18 km/h ist das Wasser halt noch deutlich weicher, da kann nicht so viel passieren"

Von da an ließ der Wassersport den jungen Unterfranken nicht mehr los. Es folgten die ersten Motorboot-Erfahrungen mit einer Fiberline von Freunden, die auch als Zugboot für Retos erste Wakeboard-Versuche diente. Vor zehn Jahren stieg der studierte Bauingenieur, der im Hauptberuf bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes für die Inspektion von Schleusen und Wehren zuständig ist, dann vom Wakeboarden aufs Wakesurfen um.

"Wakesurfen funktioniert bei deutlich geringeren Geschwindigkeiten als das klassische Wakeboarden. Mit 18 km/h ist das Wasser halt noch deutlich weicher, da kann nicht so viel passieren", begründet Reto seinen Schritt. Da es damals kaum spezielles Material für diese noch recht junge Sportart gab, packte den Ingenieur Reißmann die Lust, eigene Bretter zu entwickeln.

Erst nur für den Eigenbedarf, inzwischen unter dem Namen "BIAS Wakesurfboards" auch für jeden anderen Interessierten. "Jedes Brett kann nach den Wünschen des Riders gebaut werden", so Reißmann. Doch damit nicht genug. Neben seinem Beruf, den Wettkämpfen und seiner eigenen Boardmarke betreibt Reißmann seit 2003 unter der Domain www.mag71.de  ein Online-Magazin zum Thema Wakeboarding und Wakesurfing, welches sich in der Szene großer Beliebtheit erfreut. "Das alles geht natürlich nur, wenn deine Partnerin mitspielt, sonst klappt das nicht". Gemeint ist Reißmanns Frau Petra, ebenfalls aktive Wakeboaderin und ehemalige deutsche Meisterin.

Torsten Moench am 18.12.2015