Larson LSR 2000Foto: Thorsten Baering

MotorbooteLarson LSR 2000

 

6.7.2014, Lesezeit: 4 Minuten

Larson LSR 2000: Wenn’s schnell gehen und Spaß machen soll. Erich Bogadtke fuhr den Bowrider auf dem Bodensee.

  Test Larson LSR 2000Foto: Thorsten Baering
Test Larson LSR 2000
  Test Larson LSR 2000Foto: Thorsten Baering
Test Larson LSR 2000

Ein schwerer und teurer Dieselmotor und ein sechs Meter langer Bowrider made in USA, passt das zusammen? An der Technik und Leistungsstärke der modernen Selbstzünder liegt es nicht, dass potenzielle Käufer in der Preisliste des deutschen Larson-Importeurs vergeblich nach einer Dieselmotorisierung für die LSR 2000 suchen. Der Grund für die Diesel-Abstinenz: Man will es Trailerkapitänen und Sparfüchsen sprichwörtlich leicht machen. Ob’s funktioniert? Klar ist, rund 1200 kg Gesamtgewicht, der Preis von 42 050 Euro (beides mit dem 220 PS starken Testmotor) und nicht zuletzt das sportliche Design sind attraktiv. Aber reicht das?

  Test Larson LSR 2000Foto: Thorsten Baering
Test Larson LSR 2000
  Test Larson LSR 2000Foto: Thorsten Baering
Test Larson LSR 2000

Für jemanden, der mit seinem Boot auch auf der Straße verreisen will, Binnenreviere und küstennahe Gewässer bevorzugt und Spaß am (Sonnen-) Baden, Tauchen, Angeln und Wasserskilaufen hat, ist die LSR sicher interessant. Die Frage, ob weiße Polsternähte und mattschwarz lackierte Scheibenrahmen praktisch sind, rangiert bei der "Fun-Community" unter "ferner liefen". Fakt ist, dass der Lack auf dem Alu-Rahmen unter der schamfilenden Hafen- und Transportplane nicht ewig hält und die schönen Nähte irgendwann unansehnlich werden. Formen und Farben bleiben dagegen auf Dauer echte Hingucker. Der Gelcoat ist erstklassig, das im Spritzverfahren hergestellte Laminat und der abschließende Anstrich auf der Innenseite zweifelsfrei ordentlich.

Test Larson LSR 2000
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Foto: Thorsten Baering
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Vier- oder Sechszylinder? Unabhängig von der Motorenwahl wird bei den LSR-Kunden die Freude am Fahren großgeschrieben. Steht der getestete V-6-Motor mit Single-Z-Antrieb auf dem Bestellschein, kann sich der Eigner nicht allein über einen Topspeed von 46 kn freuen. Hat er sich mit der gut platzierten und in jeder Situation leichtgängigen Einhebelschaltung für Gas und Getriebe und den darin integrierten Trimmschalter ange-freundet, beschleunigt er den "Spitzenreiter" zügig und ohne Sichtbehinderungen zur Höchstgeschwindigkeit. Undurchsichtig wird die Lage erst bei Dunkelheit und Regen. Das Sicherheitsglas der Windschutzscheibe ist getönt, und einen Wischer gibt es nicht. Schlimm? Die Scheibe ist flach, und man sieht eh mehr drüber weg als hindurch. Das kann man gut, aber durchaus auch nicht so gut finden. Der Tester tendiert eher zu Letzterem.

An den Fahreigenschaften gibt es "nix zu meckern". Richtig getrimmt lässt sich die LSR 2000 mit der perfekten Servo-Lenkung auch bei Tempo 35 kn problemlos in normaler Schräglage in enge Kurven und Kreise steuern. Einhaken, Aufschaukeln und Propellerventilation: Fehlanzeige. Den nötigen Seitenhalt finden Fahrer und Beifahrer im schnellen Kreisverkehr in den dick und fest gepolsterten Schalensitzen. Dass sich die Sitze drehen und verschieben lassen und Armlehnen, verstellbare Rückenlehnen und aufstellbare Sitzflächen haben, ist lobenswert. An ihre Grenze kommen die komfortablen Sitzmöbel erst im Rauwasser. Gegen das harte Einsetzen in der Welle hilft nur Gaswegnehmen. Wer sich dabei ein Tempolimit setzt, schont seine Bandscheiben und sein Portemonnaie.

Im wirtschaftlichen Drehzahlbereich (22 kn bei 2500/min) verbraucht der V-6er weniger als einen Liter Superbenzin pro Seemeile. Dass die LSR 2000 damit dennoch nicht zum Dauerläufer mutiert, liegt an dem viel zu kleinen Tank. Mit 72 Liter Sprit an Bord sind halt keine großen Sprünge zu machen. Soll heißen, beim Wasserskilaufen oder Wakeboarden im Volllastbereich ist der Spaß schon nach knapp einer Stunde vorbei. Da sind die kleinen Drehkreise und das zügige Umsteuern in Rückwärtsfahrt, die Anlegemanöver an der Bunkerstation zum Kinderspiel machen, ein schwacher Trost.

Festgemacht wird an fünf ausreichend unterlegten Belegklampen, die, wie die Scheuerleiste, aus Kunststoff und Stahl zur Bootsgröße passen. Unpassend, weil in Deutschland nicht überall zugelassen, sind die Positionslaterne und die Tatsache, dass Biminitop, Cockpitplanen und Cockpitteppich zwar haargenau passen, aber Aufpreis kosten. Zur Standardausrüstung des Cockpits gehören große, integrierte Badeplattform mit Leiter, übersichtlich gestaltete Armaturenkonsole, stabile Handläufe, Heckbank, eine kleine Sonnenliege über dem Motorraum und die geräumigen Staufächer für Ski, Wakeboard und den "alltäglichen Kleinkram".

Die Ausstattungsliste der Techniker beginnt bei A wie Automatik-Feuerlöscher und endet bei Z wie Zugöse für Wasserski. Dazwischen notiert der Tester gut ablesbare Instrumente für die Motorfunktionen, 12-Volt-Sicherungsautomaten, Batterie-hauptschalter, elektrische Lenzpumpe, Motoraumgebläse und einen Kraftstofffilter mit Wasserabscheider. Kabel und Leitungen sind unter dem Armaturenbrett und im servicefreundlichen Motorraum übersichtlich verlegt und ausreichend gehaltert. Im Mittelpunkt der Kritik stehen an dieser Stelle fehlende Handlenzpumpe, Kraftstoffabsperrhahn, Kompass und Echolot und die Motorraumbe- und - entlüftung, über die bei zügiger Rückwärtsfahrt Wasser in die Bilge läuft. Dass der Motorraum keine Schallisolierung besitzt, kann mit Blick auf die (guten) Messergebnisse nicht kritisiert werden.

Fazit: Die Larson LSR 2000 überzeugt mit guten Fahreigenschaften und ordentlicher Verarbeitung. Sie ist das Richtige für alle, die Spaß am Speed haben und ein trailerbares Boot für Wasserski & Co suchen. Defizite sind der kleine Tank und die knappe Standardausrüstung.

Datenblatt: Larson LSR 2000

Werft: Larson Boats

Typbezeichnung: Larson LSR 2000

CE-Kategorie: C - Küstennahe Gewässer

Material von Rumpf und Deck: Kunststoff

Länge: 6,12 m

Breite: 2,33 m

Verdrängung: 1,22 t

Preis: 42.050,00 €