Neuheit: Regal 2800 - Offener RaumgleiterFoto: Dieter Wanke

MotorbooteNeuheit: Regal 2800 - Offener Raumgleiter

 

22.8.2016, Lesezeit: 3 Minuten

Die Regal 2800 ist ein Spitzenprodukt der US-Werft und bietet durch den offenen Bug viel Platz bei hohem Qualitätsniveau

Seit der Saison 2015 ist der neue US-Bowrider verfügbar, doch noch ist er eine Rarität. Das mag auch am Preisgefüge liegen, denn rund 130 000 Euro für ein knapp neun Meter langes Spaßboot sind kein Pappenstiel. Dafür gibt es aber ein Topprodukt dieses Segments.

Seit 1969 werden in dem Familienbetrieb in Orlando, Florida, Sportboote gebaut, inzwischen unter Führung der Nachkommen des Gründers Paul Kuck. Derzeit werden 33 Modelle zwischen 19 und 54 Fuß angeboten, davon 16 Bowrider. Die neue Regal 2800 gehört zur Oberliga und wird nur noch durch die 29 OBX und die 3200 übertroffen.

Der Rumpf ist eine Neukonstruktion mit der von Regal schon 1995 eingeführten Stufenrumpf-Technologie, hier FasTrack genannt.

Dadurch gelangt Luft unter den Rumpf, was die Reibung reduziert. Das bringt Vorteile bei Geschwindigkeit und Verbrauch. Um dennoch eine enge Kurvenfahrt zu garantieren, hat der Rumpf auch im hinteren Bereich eine besonders tiefe V-Form. Das unterscheidet die Rümpfe von denen mancher Mitbewerber.

Zielgruppe sollen erfahrene Eigner sein, die von größeren, hochwertigen Yachten kommen und nach einem kompakteren Tagestourer Ausschau halten. Na­­tür­­­lich richtet sich das Konzept auch an anspruchsvolle Neulinge.

Im Cockpit beeindruckt das Raumgefühl. Überall um den mittigen Durchgang befinden sich kombinierte Sitz- und Liegeflächen mit feinster Polsterung, die durch schwenkbare Rückenlehnen variabel nutzbar sind.

Die große Badeplattform erreicht man ungehindert über den leicht erhöhten Motorraum. Auf der Plattform (gegen Aufpreis auch hydraulisch absenkbar) gibt es genügend Platz für Brettsportler oder Taucher, um sich vorzu­bereiten. Heckdusche und versenkbare Wasser­skistange sind Serienausstattung. Wer den elektrisch klappbaren Tower möchte, muss inves­tieren.

Ein Gasgrill steht neben dem Kühlschrank, dem Teppich im Cockpit und dem Flexi-Teak-Belag auf der Op­tionsliste. In der Konsole an Backbord verbirgt sich ein Bad mit Chemie-WC und Glaswaschbecken. Eine elek­trische Toilette mit Tank ist ebenso Option wie die Luke zur Belüftung. Gegenüber wartet ein breites Polstermöbel auf Fahrer und Beifahrer.

Die Ins­trumente samt Tiefenmesser und Schalter sind am edel gepols­terten Steuerstand gut ablesbar und erreichbar montiert. Der Scheiben­wischer kostet extra. Einen Kompass sucht man vergeblich. Zwischen den Konsolen geht es über das aufklapp­bare Mittel­segment der Windschutzscheibe und eine Tür in den Bug. Hier gibt es ebenfalls umfangreiche Sitz- und Liegemög­lichkeiten für die Crew. Die Polstersätze sind optional.

Basismotorisierung ist ein Mercruiser 8,2 MAG mit 283 kW (380 PS) und angeflanschtem Bravo Three. Im Testboot arbeitet der Volvo Penta V8-380 mit gleicher Leistung, wahlweise mit Duoprop oder der für Salzwasser optimierten OceanX-Variante. Außerdem steht der Volvo Penta V8-430 auf der Liste.

Die Testmotorisierung kann voll überzeugen. In 6 Sekunden gleiten wir bei 3500 U/min und rund 18 kn. Die Spitzengeschwindigkeit von 40,8 kn ist nach 30 Sekunden erreicht. Der Geradeauslauf ist tadellos. Der Rumpf reagiert zügig auf Lenkbewegungen. Bei extremer Kurvenfahrt ist alles auch für Ungeübte auf sicherem Niveau. Die Topmotorisierung verspricht mehr Fahrspaß, nötig ist das Upgrade nicht.

Zu den 124 917 € für die Basisversion kommen in Europa noch 4296 € für das "International Technology Package" mit 220-Volt-Ladegerät, elektrisch verstellbarem Fahrersitz und weiterem Zubehör sowie 758 € für die CE-Homologation mit automatischem Feuerlöscher und Gas-/Benzin-Detektor.