Test: Bavaria Sport 35 - Upgrade: Bavaria Sport 35Foto: Werft

MotorbooteTest: Bavaria Sport 35 - Upgrade: Bavaria Sport 35

 

30.7.2015, Lesezeit: 6 Minuten

Die Werft hat ihren Bestseller aufgewertet. Üppige Breite, große Fensterfronten die die Taille schmaler erscheinen lassen und bessere Verarbeitung.

  Ob in Kurven oder einfach geradeaus, die Sport 35 zeigt ein super FahrverhaltenFoto: Werft
Ob in Kurven oder einfach geradeaus, die Sport 35 zeigt ein super Fahrverhalten
  Ob in Kurven oder einfach geradeaus, die Sport 35 zeigt ein super FahrverhaltenFoto: Werft
Ob in Kurven oder einfach geradeaus, die Sport 35 zeigt ein super Fahrverhalten

An der Form hat sich nichts verändert: üppige Breite, aber immer noch sportlicher Daycruiser. Die Proportionen der Bavaria 35 Sport stimmen nach wie vor, zumal nun große Fensterfronten die Taille schmaler erscheinen lassen. Bei der gesamten Verarbeitung und den technischen und elektrischen Installationen attestieren wir in allen Bereichen erneut eine Verbesserung. Nach wie vor muss man allerdings die Wasseralarmsensoren an den Kraftstoffvorfiltern wie auch die (absolut notwendige) in den Motorraum führende Leiter mit Plattform auf der Zubehörliste ankreuzen.

Fahren und Manövrieren

Dank des auf unserem Testboot installierten Joysticks (Extra) gelingen in langsamer Fahrt Fahrmanöver in jede Richtung kinderleicht. Ansonsten benötigt das Boot nicht mehr als knapp drei Bootslängen, stehen beide Schalthebel in Position "vo-raus". In langsamer Fahrt (1100/min) empfiehlt es sich, 7 kn nicht zu überschreiten, damit die vom Boot erzeugten Wellen akzeptabel bleiben. Der Übergang von Verdränger- in Gleitfahrt ist mit einer kurzen Sichtstörung verbunden, weil Vorschiff und Horizont eine Linie bilden. Um etwa 2000/min (13 kn) beginnt das Testboot zu gleiten, dabei bleiben die Z-Antriebe ganz beigetrimmt und die Trimmklappen auf Nullstellung. Die gleichen Bedingungen gelten auch für die kleinste Gleitfahrt. Die wirtschaftlichste Gleitfahrt ermitteln wir bei einem Tempo von 25 kn, wenn beide Motoren 2500/min drehen. In voller Fahrt drehen beide 90/min weniger als der Hersteller erlaubt, was von zu steilen Propellern zeugt. Als Höchstgeschwindigkeit loggen sich 38 kn auf dem GPS ein.

Eine voller Kraftstofftank (520 l) reicht in langsamer Fahrt für einen theoretischen Aktionsradius von etwa 290 sm zuzüglich 15 % Reserve. In schneller, ökonomischer Gleitfahrt errechnet sich eine Nonstop-Strecke von nahezu 175 sm und bei Vollgas von etwa 146 sm, bis die Reserve beansprucht wird. Das passt bei allen Drehzahlen und bedeutet ein "Gut". In den enger verlaufenden Kurven bremst sich die Sport 35 bis auf unterste Gleitfahrt von allein ab und nimmt nach dem Herauslenken wieder Fahrt auf. Die 180°-Wenden durchmessen knapp drei Bootslängen und werden ohne Schaukeln oder Einhaken absolviert. Auf dem Slalomkurs bringt man das Testboot ungefährlich über die Längsachse zum Schwingen. Die Joystick-Aquamatic beeinflusst die Einschlagwinkel der Antriebe, beim Testboot vergeht zwischen Betätigung des Ruders und Reaktionen der Antriebe nahezu eine Sekunde, was in der Summe Extremmanöver verhindert. Zum Verhalten des Testbootes im Rauwasser kann nichts Objektives gesagt werden, da das Mittelmeer vor Palma sich von seiner ruhigen Seite zeigte. Aber von der Vorgängerin Sport 34 wissen wir, dass Rauwasserfahrten sicher und annehmbar komfortabel verlaufen.

Der Fahrer sitzt (nun) erhöht und wie gehabt sicher auf einem in Längsrichtung verstellbaren Schalensitz, dessen Sitzfläche fürs Fahren im Stehen zum Teil hochgeklappt werden kann. Vor ihm breitet sich ein übersichtliches Armaturenbrett aus, das alles enthält, was wir für die Navigation fordern. Alles im Blick und Griff, nur die Reflexionen in der Windschutzscheibe stören. Ein Scheibenwischer ist Serie, Scheibenwaschanlage oder Defrosterdüsen nicht. Der Beifahrer sitzt ebenfalls höher und nutzt vor sich den Haltegriff am Niedergang zur Kabine. Bei der Lärmdämmung hat Bavaria ihre Haus-aufgaben erfüllt: Selbst bei Vollgas steigt der Schalldruck im Cockpit nicht über 83 dB/A. Das ist gut.

Motor, Tank, Elektrik

Auf Knopfdruck klappt der Motorraumdeckel, zugleich Stauwanne und Hecksonnenliege, nach oben und gibt den Motorraum frei, wo man auf zwei gut zugängliche Diesel blickt. Vor der Schottwand zur Achterkabine steht der Kraftstofftank; die Batterien stecken in einem belüfteten Kasten. Die dazugehörigen Hauptschalter werden per Relais am Fahrstand ferngesteuert, und die Sicherungen findet man entweder am Fahrstand oder an Backbord über den Kojen der Achterkabine. Über Zündung geschaltete Magnetventile regeln den Kraftstofffluss.

Sicherheit

Hier haben sich gegenüber der Sport 34 ein paar Kleinigkeiten wirksam geändert, im Übrigen sind der hohe Sicherheitsstandard – breite Seitendecks, stabile Reling, E- und Handlenzpumpen plus automatische Feuerlöschanlage – und die guten Fahreigenschaften erhalten geblieben. Was fehlt, ist ein Haltegriff an der Cockpitbar. Der Teakbelag im Cockpit und auf Seitendecks und Badeplattform verhindert ein Ausrutschen.

  Unter Deck zeigen sich das insgesamt nun edler wirkende Interieur, besserer Feinschliff und die dickeren PolsterFoto: Werft
Unter Deck zeigen sich das insgesamt nun edler wirkende Interieur, besserer Feinschliff und die dickeren Polster
  Unter Deck zeigen sich das insgesamt nun edler wirkende Interieur, besserer Feinschliff und die dickeren PolsterFoto: Werft
Unter Deck zeigen sich das insgesamt nun edler wirkende Interieur, besserer Feinschliff und die dickeren Polster



Wohnen und Cockpit

In den Dimensionen hat sich gegenüber der 34 nichts geändert, folglich auch nicht Grundriss, Räumlichkeiten und Stauräume. Gesteigert haben sich der gesamte Feinschliff und die Wohnlichkeit. Die separate Bugkabine mit V-Koje bleibt, wie im Salon Pantry und Dinette, wo vier Personen gut Platz haben. Die Möbelkanten sind nun mehr verrundet, Griffleisten bieten an den Möbeln guten Halt, und die Polster sind dicker und bequemer geworden. Ein Highlight stellen im Salon die großen Seitenfenster dar. Bad mit Dusche und Toilette bleiben, wie die Achterkabine samt Sitzbank, unverändert erhalten. Neu ist darin der optimierte Kleiderschrank. Geblieben sind der positive Raumeindruck, die Stauräume unter den Kojen, dass Licht und Luft durch Bullaugen oder Skylight gelangen, die unterschiedlichen Stehhöhen und der Platz für Große im Eingangsbereich. Dass Polster von Kojen und Sitzgelegenheiten unterlüftetet sind ist Serie wie die beidseitig stabilen Handläufe auf dem Weg vom Salon zum Cockpit. Der Geräteträger thront weiterhin über dem Cockpit mit Cockpitpantry und U-förmiger Sitzgelegenheit samt Tisch. Wie vorher kann die Hecksonnenliege durch die klappbare Rückenlehne der Sitzgruppe vergrößert werden. Neu: An der Hecksonnenliege wurde nicht nur der Deckel leichter, man kann nun einfacher auf dem Polster sitzen und hat neben sich guten Halt. Aufs Boot gelangt man entweder über die Reling steigend auf die Seitendecks oder von achtern, von der Badeplattform, durch den Heckeingang an Steuerbord. Der Aufstieg auf beide Seitendecks ist mit Haltegriffen gesichert. Als Stauraum für die Ausrüstung stehen ein Teil der U-Sitzbank oder die große Wanne unter der Sonnenliege zur Verfügung.

Ausrüstung

Die Preispolitik bestimmt das serienmäßige Ausstattungspaket, mit dem man aber zurechtkommt. So gehören attestierte Navigationslampen genauso dazu wie die LED-Leuchten unter Deck. An den Belegklampen gibt es ebenso wenig auszusetzen wie an dem selbstlenzenden Ankerkasten mit Bugbeschlag. Elektrowinsch, Kette und Anker kosten extra. Analogkompass und Echolot zählen zum Standard, Verdeck oder Persenning nicht.

Die Werft sagt

Mit der Sport 35 ist ein perfekter Auftritt garantiert. Auch Familien werden sich hier wie zu Hause fühlen. Dafür sorgen das durchdachte Raumkonzept und die hohen Sicherheitsstandards. Unter Deck herrscht ein helles, freundliches Ambiente – die breiten Rumpffenster lassen viel Licht ins Innere. Großzügige Stauräume und viele intelligente Detaillösungen machen jeden Aufenthalt an Bord zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Wir sagen

Die Sport 35 ist eine konsequente Weiterentwicklung der Sport 34, wenn auch nur in Details. Die aber sind mehr als gelungen. Hinsichtlich der Qualitätssteigerung hat die Werft wieder einen Schritt nach vorn gemacht, was insgesamt die Wertigkeit erhöht. Wir wiederholen, was auch hier zutrifft: bis jetzt die beste Bavaria.

Standardausrüstung

Verstellbares Steuerrad, Edelstahl-Bugbeschlag mit Ankerrolle, GFK-Geräteträger, Ankerkasten, 6 Edelstahlklampen, Teakholz auf Badeplattform mit Teleskop-Badeleiter, Heckdusche, Cockpitbar mit Waschbecken, Stb.-Scheibenwischer, Analog-Kompass, Bidata-Sumlog-Echolot, Cockpittisch, zwei Einzelkojen wandelbar in Doppelbett, V-Doppelbett in Bugkabine, Pantry mit Ceran-Kochfeld, 12-V-Kühlschrank 80 L und Edelstahlspüle, CE-Feuerlöschsystem, 2 Feuerlöscher und Feuerlöschdecke, attestierte Navigationslampen, elektrische Druckwasserpumpe, Pump-WC mit Fäkalientank, elektrische Motorraumöffnung, Handlenzpumpe, elektrische Lenzpumpe, Landstromanschluss 230 V, 2 Starter- und 1 Verbraucherbatterie, Motorinstrumentierung mit Verbrauchsanzeige.

  Bavaria 35 SportFoto: Werft
Bavaria 35 Sport
  Bavaria 35 SportFoto: Werft
Bavaria 35 Sport

Datenblatt: Bavaria Sport 35

Werft: Bavaria GmbH

Typbezeichnung: Bavaria Sport 35

CE-Kategorie: B - Außerhalb von Küstengewässern

Material von Rumpf und Deck: Kunststoff

Länge: 10,80 m

Breite: 3,59 m

Verdrängung: 6,20 t

Preis: 205.632,00 €