Test: Chris Craft Corsair 30 - Filmreife LeistungFoto: Philip Gätz

MotorbooteTest: Chris Craft Corsair 30 - Filmreife Leistung

 

30.12.2018, Lesezeit: 5 Minuten

Chris Crafts Corsair 30 ist ein nobler Daycruiser, der mit seinen zwei V-8-Motoren ordentlich Fahrspaß bietet

Wer kennt sie nicht, die schönen Bilder und Filme, wenn die Stars an der Cote D’Azur ihre Bootsausflüge machen. Freudestrahlend donnern sie mit ihren offenen Booten und V-8-Motoren über das Mittelmeer und lassen es sich gut gehen. Ein Spaß, den wohl jeder von uns Bootsfahrern versteht.

Wenn die Regisseure oder Filmstars jetzt ein Boot suchen würden, kämen sie an unserem Testboot, der Chris Craft Corsair 30, wohl nicht vorbei. Ein Boot mit elegantem Aussehen und edlen Materialien ergibt den filmreifen Daycruiser.

Dass es auch unter der Motorhaube stimmt, zeigt ein kurzer Blick hinein, denn hier stehen zwei V-8-Motoren, die nicht nur aufgrund ihrer Leistung Spaß versprechen, sondern auch mit ihrem Sound.

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Foto: Philip Gätz
Antrieb down und los gehts: Ohne Haken oder Schaukeln zieht die Chris Craft eng ihre Kurven und beschleunigt nach dem Geradeauslenken wieder unverzüglich
Antrieb down und los gehts: Ohne Haken oder Schaukeln zieht die Chris Craft eng ihre Kurven und beschleunigt nach dem Geradeauslenken wieder unverzüglich
Foto: Philip Gätz
Die Chris Craft mach nicht nur stylisch eine gute Figur. Ihren Einsatzbereich stuft die Werft mit der CE-Kategorie B ein
Die Chris Craft mach nicht nur stylisch eine gute Figur. Ihren Einsatzbereich stuft die Werft mit der CE-Kategorie B ein
Foto: Philip Gätz
Kinderleicht per Knopfdruck öffnet sich die Motorhaube.
Kinderleicht per Knopfdruck öffnet sich die Motorhaube.
Foto: Philip Gätz
Das Cockpit mit seinen bequemen und  exklusiven Polstermöbeln lädt zum Relaxen und Klönen ein
Das Cockpit mit seinen bequemen und exklusiven Polstermöbeln lädt zum Relaxen und Klönen ein
Foto: Philip Gätz
Toilette und Schlafzimmer: unter dem Mittelpolster der bequemen Koje steht das Klo. Standardmäßig gibt es eine Chemietoilette, gegen Aufpreis die Marine-Ausführung
Toilette und Schlafzimmer: unter dem Mittelpolster der bequemen Koje steht das Klo. Standardmäßig gibt es eine Chemietoilette, gegen Aufpreis die Marine-Ausführung
Foto: Philip Gätz
Toilette und Schlafzimmer: unter dem Mittelpolster der bequemen Koje steht das Klo. Standardmäßig gibt es eine Chemietoilette, gegen Aufpreis die Marine-Ausführung
Toilette und Schlafzimmer: unter dem Mittelpolster der bequemen Koje steht das Klo. Standardmäßig gibt es eine Chemietoilette, gegen Aufpreis die Marine-Ausführung
Foto: Philip Gätz
Hinter dem Fahrstand fühlt sich der Skipper pudelwohl
Hinter dem Fahrstand fühlt sich der Skipper pudelwohl
Foto: Philip Gätz
Das Cockpit mit seinen bequemen und  exklusiven Polstermöbeln lädt zum Relaxen und Klönen ein
Das Cockpit mit seinen bequemen und exklusiven Polstermöbeln lädt zum Relaxen und Klönen ein
Foto: Philip Gätz
Bild 9
Foto: Philip Gätz
Antrieb down und los gehts: Ohne Haken oder Schaukeln zieht die Chris Craft eng ihre Kurven und beschleunigt nach dem Geradeauslenken wieder unverzüglich
Antrieb down und los gehts: Ohne Haken oder Schaukeln zieht die Chris Craft eng ihre Kurven und beschleunigt nach dem Geradeauslenken wieder unverzüglich
Foto: Philip Gätz
Antrieb down und los gehts: Ohne Haken oder Schaukeln zieht die Chris Craft eng ihre Kurven und beschleunigt nach dem Geradeauslenken wieder unverzüglich
Die Chris Craft mach nicht nur stylisch eine gute Figur. Ihren Einsatzbereich stuft die Werft mit der CE-Kategorie B ein
Kinderleicht per Knopfdruck öffnet sich die Motorhaube.
Das Cockpit mit seinen bequemen und  exklusiven Polstermöbeln lädt zum Relaxen und Klönen ein
Toilette und Schlafzimmer: unter dem Mittelpolster der bequemen Koje steht das Klo. Standardmäßig gibt es eine Chemietoilette, gegen Aufpreis die Marine-Ausführung
Toilette und Schlafzimmer: unter dem Mittelpolster der bequemen Koje steht das Klo. Standardmäßig gibt es eine Chemietoilette, gegen Aufpreis die Marine-Ausführung
Hinter dem Fahrstand fühlt sich der Skipper pudelwohl
Das Cockpit mit seinen bequemen und  exklusiven Polstermöbeln lädt zum Relaxen und Klönen ein
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Wer sich an den Fahrstand unseres Testbootes setzt, fühlt sich gleich wohl, denn der Sitz bietet eine Sitzverstellungen in Längsrichtung, feste Polster und eine schräge Fußstütze. Stehend fahren? Ebenfalls kein Problem, denn das Lenkrad lässt sich in der Höhe verstellen, während die Schaltung gut erreichbar bleibt.

Der Blick auf die Instrumente ist uneingeschränkt, und die Kippschalter neben dem Lenkrad vermitteln das Gefühl eines Hubschraubercockpits. Störend wirken sich im unteren Bereich der Windschutzscheibe Spiegelungen aus, und für die Regenfahrt fehlt der Scheibenwischer.

Zum Ablegen aus dem Hafen haben wir einen Helfer an Bord: Unser Testboot ist mit dem Axius-Joysticksystem (fast 20 000 Euro Aufpreis) von MerCruiser ausgerüstet. Einfach den Hebel drücken oder drehen, und schon bewegt sich das Boot in die gewünschte Richtung.

Nicht ganz so simpel, aber immer noch super, geht es mit entgegengesetzt eingekuppelten Motoren und Bugstrahlruder in die Box und an den Steg. Bei Verdrängerfahrt (etwa 3–6 kn) bleibt der Fahrer durch einen guten Geradeauslauf des um 20 Grad aufgekimmten Rumpfes ebenfalls entspannt.

Das Rauwasserverhalten konnten wir nicht wirklich testen, da uns auf der Maas nur selbsterzeugte Wellen, oder die von anderen Sportbooten, zur Verfügung standen. Diese sind auf jeden Fall mit schneller Gleitfahrt locker zu überspringen.

Die beiden V-8-Benziner beschleunigen das Boot mühelos von Verdränger- in Gleitfahrt. Bis auf eine kurze Sichtbehinderung durch den aufsteigenden Bug, bleibt auch der Blick nach vorn gut. Die kleinste Gleitfahrt liegt um 2600 U/min, hierbei empfiehlt sich der Einsatz der Trimmklappen, um das Boot in eine etwas bessere Lage zu bringen.

Ab 3000 U/min fährt man die Klappen wieder hoch und nimmt den Powertrimm zur Hilfe (max. knapp ½ auf der Anzeige). So gleitet die Chris Craft leichtfüßig und kursstabil übers Wasser. Die erzeugte Heckwelle ist recht kräftig und nicht unbedingt etwas für Wasserskianfänger.

Um Wakeboardern oder Wasserskiläufern den richtigen Spaß zu gönnen, fährt man schnelle Kurven am besten mit Antrieb down. Dann behalten die Doppelpropeller immer ihren Grip, und der Rumpf zieht ohne Mucken eng seine Runden.

Mit maximal getrimmten Antrieben neigt der Rumpf etwas zum Schaukeln. Spaß machen die Slalomkurse und das Verreißen des Ruders, was auch mit an der Steuerung liegt, denn sie lässt sich immer exakt und leichtgängig bedienen. Wer nur mal ganz schnell vom Hafen in die nahe Ankerbucht möchte, legt den Hebel auf den Tisch und brettert mit 41,6 kn übers Wasser.

Dass die beiden V-8er dann auch die entsprechende Menge an Kraftstoff benötigen, hat die Werft erkannt und stattet die Corsair 30 mit über 500 Liter Tankvolumen aus. Das reicht bei wirtschaftlicher Fahrweise mit gut 22 kn immerhin für 168 sm plus die obligatorischen 15 % Reserve.

Motor, Tank, Elektrik

Dass man sich bei dem Boot nicht den Rücken verbiegen muss, um an den Motorraum zu kommen, ist bei Chris Craft eine Selbstverständlichkeit. Per Knopfdruck fährt der elektrische Antrieb die Heckklappe mit Sonnenliege hoch. Sollten die Batterien einmal leer oder ausgebaut sein, ermöglicht eine Klemmstelle neben dem Tableau das Überbrücken mit einer Hilfsbatterie.

Der Motorraum bietet reichlich Platz zum Hantieren, Leitungen sind fest und übersichtlich verlegt. Die Kraftstoffschläuche werden an den Anschlüssen vorbildlich verpresst, Filterpatronen an den Motoren übernehmen die Spritreinigung. In verschraubten Kunststoffkästen mit Halteriemen stehen die Batterien fest und sicher.

Die dazugehörigen Sicherungen findet man gut platziert am Hauptschaltertableau und unter den Schaltern am Fahrstand. Neben letzterem ist der Aufstieg zum Mitteldurchgang, der jedoch nur mit einer kleinen Trittstufe im unteren Bereich ausgerüstet ist. Besonders schwierig wird es, wenn dann noch die Schiebtür geöffnet ist. Auf dem Vordeck sorgen Stabdeck und Handläufe für Bewegungssicherheit.

Wohnen und Cockpit

Ganz klar: Das Highlight ist der Cockpitbereich mit seinen edlen Möbeln. Hier, oder auf der großen Fläche über dem Motorraum können sich die Stars und Sternchen auf Sonnenliegen räkeln. Das kühle Bad nimmt man von der Badeplattform aus, die man über den Mitteldurchgang an der Heckliege prima erreicht.

Um sich nach dem Bad gleich das Salzwasser von der Haut zu spülen, zieht man sich ruck, zuck den Schlauch aus der Seitenwand und duscht sich mit kaltem oder warmem Wasser ab. Für kühle Getränke steht eine Kühlbox im Cockpit unter der Sitzbank zur Verfügung.

Wer bei längeren Ausflügen aufs stille Örtchen muss, findet in der Kabine unter dem Mittelpolster eine Marinetoilette vor (die Aufpreis kostet). Standardmäßig gibt es eine Chemietoilette. Bequemes Sitzen auf den Polstern in der Kabine gelingt dem 1,80-m-großen Skipper nicht, er stößt immer mit dem Kopf gegen die Decke.

Wer eine Auszeit nehmen möchte, muss das also im Liegen tun. Auch für gelegentliche Übernachtungen bietet die Koje ausreichend Komfort, die Polster haben eine angenehme Festigkeit. Die Kabine hat ein kleines Waschbecken sowie den nötigen Stauraum für einen Tagestrip, oder sogar die Wochenendreise zu bieten.

Fazit

Die Chris Craft Corsair 30 ist ein gelungener Daycruiser, der Freude am Fahren vermittelt. Sie ist gut verarbeitet und bietet im Cockpit ordentlich Platz. Damit stehen Spritz- und Badetouren mit Freun-den nichts mehr im Weg. Allerdings tendiert der Preis für den Spaß ganz oben auf der Skala.

Dieser Test stammt aus BOOTE 1/2018.