Test: Cobalt CS 3 - Edler Bowrider aus AmerikaFoto: Dieter Wanke

MotorbooteTest: Cobalt CS 3 - Edler Bowrider aus Amerika

Ralf Marquard  

29.11.2017, Lesezeit: 4 Minuten

Cobalt CS3: Ein wertiger Bowrider mit dem das Fahren sehr viel Freude macht. Wir fuhren das Boot auf dem Bodensee.

Cobalt CS3: Layout
Cobalt CS3: Layout
Foto: Dieter Wanke
Cobalt CS3: Fahrfoto
Cobalt CS3: Fahrfoto
Foto: Dieter Wanke
Cobalt CS3: Mitteldurchgang
Cobalt CS3: Mitteldurchgang
Foto: Dieter Wanke
Cobalt CS3: Bugbereich
Cobalt CS3: Bugbereich
Foto: Dieter Wanke
Cobalt CS3: Fahrersitz
Cobalt CS3: Fahrersitz
Foto: Dieter Wanke
Cobalt CS3: Beifahrersitz
Cobalt CS3: Beifahrersitz
Foto: Dieter Wanke
Cobalt CS3: Layout
Cobalt CS3: Layout
Foto: Dieter Wanke
Cobalt CS3: Fahrfoto
Cobalt CS3: Fahrfoto
Foto: Dieter Wanke
Cobalt CS3: Fahrfoto
Cobalt CS3: Mitteldurchgang
Cobalt CS3: Bugbereich
Cobalt CS3: Fahrersitz
Cobalt CS3: Beifahrersitz
Cobalt CS3: Layout

Ob mit Wakeboardtower oder ohne, eins ist sicher: Auf der Cobalt CS3 wird der Crew nicht langweilig. Mit ihr lassen sich problemlos Wakeboarder oder Tubefahrer an den Haken nehmen. Um zum Baden rauszufahren oder einfach einen schönen Tag auf dem Wasser zu verbringen, eignet sich die Cobalt ebenfalls prima.

Reichlich Platz dafür bietet der Bowrider auf einer bequemen, sportlich gepolsterten Bugsitzecke sowie Cockpitbänken und einem Beifahrersitz, der sich dank flexibler Lehne zu einer Sonnenliege umfunktionieren lässt.

Über allem thront bei unserem Testboot ein Wakeboard­tower mit Softtop, das gegen Sonnenbrand oder zusammen mit den Seitenteilen gegen schlechtes Wetter schützt.

Für Badelustige hält Cobalt eine Badeplattform mit einer raffinierten Stufe in der Mitte bereit. Diese Einstiegshilfe lässt sich vom Wasser aus gut bedienen; wer sie von der Plattform aus ent- oder verriegeln möchte, sollte allerdings vorher die Ärmel hochkrempeln, da man dabei recht tief in Wasser greifen muss.

Der Fahrer sitzt hinter einer leicht getönten Sicherheitsglas-Windschutzscheibe, die ihre Aufgabe gut erledigt. Manko: Es gibt keinen Scheibenwischer; die Fahrt bei Regen wird so zum Blindflug. Der Fahrersitz lässt sich in alle Richtungen verstellen und bietet mit seinen hochgezogenen Sitzflächen einen angenehmen Seitenhalt.

Das kommt dem Fahrer besonders zugute, wenn er schnelle, enge Kurven zieht, denn dann dreht die Cobalt mit Antrieb down extrem enge Kreise, und es treten ordentlich Fliehkräfte auf.

Der Rest der Crew hält sich an soliden Handläufen fest (zwei vorn, je einer an der Beifahrerbank, im Fußbereich der Steuerbordbank und achtern an der Lehne). Lenkung und Einhebelschaltung kann der Fahrer ohne Einschränkungen bedienen. Weiteres Lob: Beides funktioniert leichtgängig und exakt.

Besonderen Spaß macht es, den Gashebel nach vorn zu drücken, denn dann legt Volvos V6-Motor einen rasanten Spurt hin und drückt die Fahrgemeinschaft spürbar in die Sitze. Dampferwellen und Schwell auf dem Bodensee durchfahren wir mit angepasster Geschwindigkeit von gut 30 kn (5000 U/min). Nach einem Sprung setzt der Rumpf dabei immer trocken und rückenschonend wieder ein.

Wer den Gashebel – auch wenn es schwerfällt – noch weiter auf 3500 U/min zurücknimmt, gleitet am wirtschaftlichsten übers Wasser. Dabei laufen 1,29 l/sm Benzin durch die Spritleitung, und der 189-l-Tank reicht für 125 sm plus 15 % Reserve. Ein passender Wert für diesen Bootstyp. Das gilt auch für die Wendekreise zwischen etwa 1 und 1 ½ Bootslängen sowie das Umschwenken des Bugs nach rund 5 Sekunden, wenn man das höhenverstellbare Lenkrad in Rückwärtsfahrt von einem Endanschlag zum anderen dreht.

Um an den Motor zu gelangen, muss man die Heckliegefläche samt Korpus hochklappen – eine äußerst anstrengende Angelegenheit, denn das Ganze ist so schwer, dass ein Erwachsener es kaum allein anheben kann. Hat man diese Aktion erst einmal geschafft, steht der Motor gut zugänglich vor einem. Leitungen und Schläuche verlegt Cobalt fachmännisch im Schutzrohr, unter dem Fahrstand sind sie super zugentlastet, und an den Durchführungen gibt es vorbildlicherweise einen Scheuerschutz.

Die elektrische Anlage besteht aus zwei 75-Ah-Batterien, Wahlschalter (unter der Heckbank), Trenndiode und Sicherungsautomaten, die man hinter einem abnehmbaren Rückenpolster im "Open Bow" erreicht. Einen guten Eindruck hinterlässt die gesamte Verarbeitung, darunter der ordentliche Schutz­anstrich und solide befestigte Klampen bis hin zu abgerundeten Ecken am Rahmen der Windschutzscheibe, die die Verletzungsgefahr an Bord reduzieren.

Zur Sicherheitsausrüstung unseres Testbootes zählen ein Feuerlöscher, eine Feuerlöschanlage im Motorraum (die allerdings mit gut 1000 Euro auf der Zubehörliste steht) und eine elektrische Bilgenpumpe, die dem BOOTE-Standard jedoch nicht genügt. Wir fordern mindestens eine Handlenzpumpe. Wer in den Genuss der großen Sonnenliegefläche im Cockpit oder Bug kommen will, zahlt ebenso Aufpreis wie für Docking-Light-System, Unter­was­serbeleuchtung, beleuchtete Badeplattform, Cockpitlicht oder Navigations­ins­trumente.

Fazit: Die Cobalt CS3 ist ein wertiger Bowrider, mit dem das Fahren sehr viel Freude macht. Sie hat genug Power, um Tubefahrer bequem hinterherzuschleppen. Zum Relaxen gibt es reichlich Liegeflächen, deren Einlegepolster aller­dings auf der Zubehörliste stehen.

Datenblatt: Cobalt CS3

Werft: Cobalt/USA

Typbezeichnung: Cobalt CS3

CE-Kategorie: C - Küstennahe Gewässer

Material von Rumpf und Deck: Kunststoff

Länge: 7,21 m

Breite: 2,59 m

Verdrängung: 1,68 t

Preis: 90.450,00 €