Test: Kajütboot - Öchsner SRX30-YachtlineFoto: Dieter Wanke

MotorbooteTest: Kajütboot - Öchsner SRX30-Yachtline

Ralf Marquard  

26.4.2021, Lesezeit: 5 Minuten

Nimm’s leicht: Ein Zehn-Meter-Kajütboot, das mit einem firmeneigenen 3,5-t-Trailer transportiert wird

Trailerboote mit über 10 Meter Länge und fünf Schlafplätzen sind eher Mangelware. Genau in dieser Lücke bedient die Firma Öchsner in Kürnach ihre Kunden. Der Name Öchsner steht allgemein für trailerbare Kajütboote, die bei etwa sechs Meter beginnen und mit der größten Variante der SRX30-Yachtline, unserem Testboot, enden. Wer glaubt, er habe das Boot schon vorher einmal gesehen, der irrt nicht. Denn die SRX30 ist das Nachfolgemodell der SR30. Die neue Bezeichnung heißt im diesem Fall, dass nicht nur Tanks und Ausrüstungsgegenstände verändert wurden, sondern auch teilweise Einbauten und die Innenschale. Letzteres hat zur Folge, dass die Nasszelle größer ausfällt und den Benutzern so mehr Komfort bietet. Gleiches gilt für größere Luken und die Schiebetür zur Bugkabine. In der steht eine Doppelkoje, deren Mittelpolster sich entfernen lässt und die dann auch als Sitzecke genutzt werden kann. Unter den Polstern staut man praktisch die Verdeckteile vom Camperverdeck (Extra). Im Salon ist eine weitere Sitzbank vorhanden, die auch als Einzelkoje dient. Noch einen Schritt weiter Richtung Heck findet man die Unterflurkabine mit Doppelkoje und großem Luk (im Fußraum des Cockpits), das für Licht und frische Luft sorgt. Der Kabineneingang lässt sich mit einem Vorhang vom Salon trennen.

Noch mehr Informationen? Den Test der Öchsner SRX30-Yachtline mit technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 05/2021 seit dem 21.04.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.Delius Klasing-Shop.

Im Salon steht ein Küchenblock, der serienmäßig mit großem Kühlschrank, Spülbecken und Staumöglichkeiten für Geschirr sowie "Pötten und Pannen" ausgerüstet ist. Wer die benutzen möchte, zahlt jedoch für den passenden Kocher Aufpreis. Tische lassen sich im Salon und in der Bugkabine aufstellen. Neben der Küchenzeile ist die vergrößerte Nasszelle mit Toilette, Waschbecken und Dusche. Nicht nur der Raum selbst wurde vergrößert, sondern auch die Eingangstür und die Stehhöhe. Mit meinen 1,80 m muss ich allerdings immer noch den Kopf einen Tick einziehen. Auch hier sorgt ein großes Luk (in der Decke) für Frischluft. Zusätzlich zu den bereits erwähnten Staukästen in der Bugkabine findet man auf dem gesamten Boot reichlich Stauraum. So auch unter den Stufen, die ins Cockpit führen. Dort oben stehen an Backbord ein weiterer Kühlschrank und eine Sitz-Liege-Kombination (längs zur Fahrtrichtung). Im Heck dann die wandelbare Polstereinheit mit drei Verstellvarianten: als Sonnenliege mit hochgestelltem Kopfende, ganz flache Liegefläche oder normale Sitzbank. Die Sitzecke lässt sich mit einem Tisch vervollständigen. Über allem thront ein Multifunktionsdach, das sich in Längsrichtung verstellen lässt. Eine zusätzliches Sonnenpolster für das Vordeck steht auf der Zubehörliste.

  Das Sonnendach lässt sich je nach Wunsch nach vorn oder achtern stellenFoto: Dieter Wanke
Das Sonnendach lässt sich je nach Wunsch nach vorn oder achtern stellen
  Das Sonnendach lässt sich je nach Wunsch nach vorn oder achtern stellenFoto: Dieter Wanke
Das Sonnendach lässt sich je nach Wunsch nach vorn oder achtern stellen

Wasserratten tummeln sich auf der großen Badeplattform, die man bequem über den Heckeingang (die Hecktür kostete extra) erreicht. Die Plattform besitzt eine "Multifunktionsstufe", die sich als Treppe, Wassersitz oder Gangway verwenden lässt. Wer dann noch wie auf unserem Testboot die Sliprollen im sogenannten Beiboot-Paket ordert, kann über diese Einheit sein Dingi einholen und transportieren. In dem Paket sind noch elektrische Heckwinde, Trimmklappen, LED-Lichtpaket und eine zusätzliche lange Teleskop­leiter enthalten. Letztere benötigt man, wenn die Multifunktionsstufe mit dem Dingi im Huckepack belegt ist und nicht mehr als Badeleiter benutzt werden kann. Um sich nach dem Bad kurz abzuspülen, sitzt eine Heckdusche mit langem Schlauch im Durchgangsbereich zur Plattform.

Gefahren wird von einem neu entwor­fenen verschiebbaren Sitz mit "Flip-up"-Funktion, die es ermöglicht, die Sitzfläche für mehr Platz bei der Fahrt im Stehen hochzuklappen. Hauptinstrument auf unserem Testboot ist ein 12-Zoll-Monitor. Er lässt sich gut ablesen und bedienen. Gleiches gilt auch für die Bedieneinheiten von Bugstrahlruder, Trimmklappen, Lenkung und Schaltung. Schiebt man den seitlich montierten Schalthebel etwas nach vorn und lässt den Motor um 1000 U/min drehen, läuft der Rumpf mit gut 4 kn durchs Wasser. Dabei zeigt sich, wie auch in schneller Verdrängerfahrt (etwa 6,5 kn), ein gleitertypisches Gieren. Schiebt man den Hebel noch weiter nach vorn, hebt sich der Bug ab etwa 2000 U/min an, und die Nase steht dem sitzenden Fahrer im Sichtfeld. Nach etwa 5 Sekunden beginnt die Gleitphase, und der Bug senkt sich selbstständig wieder ab. Wer die auf unserem Testboot installierten Trimmklappen benutzt, verringert spürbar das Bugan­heben und die Übergangszeit. Der Powertrimm wird über eine Automatik von Volvo Penta (Trimmassistenten) gesteuert. Um die 4000 U/min erreichen wir mit gut 24 kn die wirtschaftlichste Gleitfahrt. Bei einem Verbrauch von 1,40 l/sm errechnet sich mit einem Tankvolumen von 330 l eine Reichweite von 200 sm plus 15 % Reserve, was für diesen Bootstyp einen ordentlichen Wert darstellt. Vollgaspiloten erreichen gut 35 kn und verbrauchen dann 2,30 l/sm. Zieht man in dieser Situation eine enge Kurve, neigt der Duoprop mit Einsatz des Trimmassistenten zum Luftziehen. Die schnelle Wende auf dem Main ist aber auch so möglich. Ganz eng herum geht es mit ausgeschalteter Trimmautomatik und Antrieb ganz auf "down". Für den Slalomkurs haben wir den Assistenten wieder eingeschaltet und konnten problemlos unsere Schlangenlinien fahren, Gleiches gilt für das Verreißen der immer leichtgängigen Lenkung. Bei langsamen Hafenmanövern unterstützt ein serienmäßiges Bug­strahlruder das exakte Anlegen.

Noch mehr Informationen? Den Test der Öchsner SRX30-Yachtline mit technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 05/2021 seit dem 21.04.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.Delius Klasing-Shop.

Als vorbildlich lässt sich die Ausrüstung mit elektrischen Bilgenpumpen, Handlenzpumpe, Feuerlöschanlage und Feuerlöscher bezeichnen. Ein hohes Maß an Sorgfalt zeigen ebenfalls die Verarbeitung und die Installationen.
Zu einem Trailerboot gehört natürlich auch der passende Trailer, hier empfiehlt die Werft einen 3,5-t-Alu-Trailer aus eigener Produktion.

  Die Nasszelle ist mit allem Wichtigen ausgerüstetFoto: Dieter Wanke
Die Nasszelle ist mit allem Wichtigen ausgerüstet
  Die Nasszelle ist mit allem Wichtigen ausgerüstetFoto: Dieter Wanke
Die Nasszelle ist mit allem Wichtigen ausgerüstet

Fazit
Die Öchsner SRX 30-Yachtline ist ein trailerbares 10-Meter-Kajütboot, auf dem fünf Personen gut unterkommen – also passend für Familie wie für Freunde. Das Testboot ist ordentlich verarbeitet und macht mit Volvo Pentas 280-PS-Innenborder eine gute, sichere Fahrt. Dank des 330-l-Kraftstofftanks sind auch ordentliche Reichweiten drin.