Test: Langstreckenyacht - Bestevaer 53 M/YFoto: Werft

MotorbooteTest: Langstreckenyacht - Bestevaer 53 M/Y

 

12.1.2021, Lesezeit: 4 Minuten

Die andere Art zu Reisen: Eine Motoryacht mit neuester Technik und Komfort für die Langstreckenfahrt

In Seglerkreisen ist KM Yachtbuilders schon länger bekannt, denn seit etwa 20 Jahren fertigen die niederländischen Bootsbauer Segelboote zwischen 40 und 100 Fuß in Aluminium. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch unser Testboot aus dem Hause KM Yachtbuilders in Alu gebaut wird. Wen möchte die Werft mit dem Boot ansprechen? Erst mal die Menschen, die Lust auf große Seetouren haben, denn die Yacht ist mit der CE-Kategorie A zertifiziert und hat viel Technik an Bord, um die Fahrt komfortabel zu gestalten. Außerdem möchte die Werft Se­gel­um­stei­gern aus den eigenen Reihen und natürlich von anderen Werften ein Motorboot der Spitzenklasse anbieten können.

Foto: Werft
Foto: Werft

Damit die Kunden auch möglichst umfassend ihre Reisegeschwindigkeit wählen können, gibt es drei Motor-Offerten: Die mit der langsamsten Fahrt ist ein Diesel mit 250 PS; hier gibt die Werft als Maximalgeschwindigkeit 12,5 kn an. Die zweite Variante ist die Motorisierung mit zweimal 250 PS als "Semi-Glider" und einem Speed von maximal 18 kn. Die letzte Möglichkeit besteht aus zwei kräftigen 2-x-440-PS-Diesel-Motoren, die das Boot als "Fast Semi-Glider" mit bis zu 25 kn fahren lassen. Die Marsch­geschwindigkeit liegt laut Werft bei den drei Booten zwischen etwa 8,0 und 12,5 kn.

Noch mehr Informationen? Den Test der Bestevaer 53 M/Y mit technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 02/2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Wir fahren die mittlere Version, also den Semi-Glider mit 2 x 250 PS. Die Werft sagt, bei 9,5 kn liege die Cruising-Geschwindigkeit, und es sei eine Reich­weite von 1250 sm drin. Wir errechnen bei etwas weniger Geschwindigkeit (gut 9 kn) etwa die gleiche Reichweite, allerdings lautet unser Ergebnis 1077 sm – da wir ja immer eine Reserve von 15 % berücksichtigen. Dass man in schneller Fahrt ordentlich Aufschlag zahlen muss, ist wohl jedem klar, dann kommt man mit Vollgas (3800 U/min, fast 18 kn) bei einem Verbrauch von knapp 6 l/sm noch etwa 300 sm weit plus 15 % Reserve. Damit die Bestevaer 53 das – wie auch während der Beschleunigungsphase – in einer möglichst guten Lage macht, sitzen auf dem Testboot Trimmklappen von Humphree, die außer der normalen Trimmlage auch Rollbewegungen ausgleichen können. Als weiteres Stabilisierungssystem lassen sich "Humphree carbon stabilisator fins (SU553)" ordern.

Unser Testrevier ist das IJsselmeer. Am Testtag haben wir etwa 4 Bft. und eine harte Kabbelsee, diese kann das Testboot erwartungsgemäß nicht aus der Ruhe bringen. Selbst bei schnellen Kurven und Kreiseln legt der Rumpf eine gute Per­formance an den Tag. Die elektrische Lenkung tut bei allen Manövern ein Übriges.

Anlegemanöver fährt man mit unserem Testboot ganz exklusiv per Hand­fern­bedienung (Dockmate), natürlich lässt sich die Bestevaer auch ganz normal vom Fahrstand anlegen. Hierbei sitzt der Skipper auf einem hochfahrbaren Einzelsitz, bei dem die Polster recht weich aus­geführt sind, während die Lehne sehr senkrecht ausfällt. Hier will die Werft jedoch noch Änderungen vornehmen.

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Alle Bedien­elemente erreicht man gut, und zwei gut ablesbare, große Monitore zeigen die Informationen von Motoren und Schiff sowie die Position an. Der Blick Richtung Bug ist auch bei Regenwetter und Spritzwasser gut gewährleistet, da die Werft drei solide Scheibenwischer mit Wasch­anlage installiert.

Außer dem Fahrstand befinden sich im Salon eine gemütliche Sitzecke und die Pantry. Die Küchenzeile ist schon ein Hingucker mit ihren klaren Linien und Me­tall­o­ber­flä­chen. Der Salon wird reichlich von Tageslicht durchflutete, dafür sorgen große Seitenfenster und die klappbare Hecktür mit Scheiben. Von oben kommt ebenfalls Licht durch Dachfenster. In den Schlaf- und Pflegebereich geht es über einen Niedergang neben dem Fahrerplatz. In der ersten Kabine liegen die Gäste auf zwei Einzelkojen (0,75 x 2,00 m) und haben im Eingangsbereich einen Schreibtisch. Gegenüber ist die Gäste-Nasszelle angeordnet, die auch gleichzeitig als
Ta­ges­toi­lette dient.

Foto: Werft
Foto: Werft

Nach vorn schließt sich der Eignerbereich an. Hier gibt es einen begehbaren Kleiderschrank und eine Doppelkoje (1,65 m x 2,05 m). Dass der Eigner über eine Nasszelle verfügt, die nur über seine Kabine zugänglich ist, überrascht nicht. Was in der Nasszelle stört, ist der schmale Eingang in die
Dusche mit nur etwa 0,35 m Breite.

Nun zur Technik: Egal ob man in den Motorraum (unterm Salonboden) schaut oder in den Technikraum (zugänglich durch Hochklappen des Niedergangs): Das ist schon Arbeit vom Feinsten. Da ist zum einen der Alu-Bau gleich gefolgt von festen und übersichtlich verlegten Leitungen und Schläuchen. So etwas bekommt man selten zu sehen. Dass bei dieser Art von Verarbeitung auch Sicherheitsstandards großgeschrieben werden, ist nicht verwunderlich. Hierzu zählen beispielsweise komplette Feuerlösch- und Lenz­einrichtung genauso wie die breiten Seitendecks, solide Handläufe, Reling und Seitentüren in Salonaufbau und Schanzkleid sowie eine Notleiter in der hydrau­lischen Badeplattform, die gleichzeitig als Heckwand dient.