Test: Nimbus 305 Coupé - Buten und binnenFoto: Morten Strauch

MotorbooteTest: Nimbus 305 Coupé - Buten und binnen

 

6.3.2016, Lesezeit: 5 Minuten

Ein Kajütboot mit mehreren Gesichtern, das auf vielen Revieren zuhause ist. Wir fuhren das Boot auf der Mosel in der Höhe von Traben-Trabach.

Test Nimbus 305 Coupé
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Test Nimbus 305 Coupé

Viele Neukunden für die Nimbus 305 Coupé kommen aus dem Segelbootbereich", erklärt uns Patric Polch vom gleichnamigen Bootsservice. Flüsse und Kanäle kann der Segler in der Regel nur mit dem gelegten Mast befahren, was auf Dauer schon den Alltag an Bord stört.

Die Nimbus ist das ideale Kajütoot um sicher die Küstenlandstriche oder Inseln wie beispielsweise Bornholm, Mallorca oder Helgoland aber auch alle Arten von Binnenrevier zu bereisen.

Dieses idealerweise mit zwei Personen, jedoch lassen sich auf dem Boot mit insgesamt 6 Kojen (zwei Bugkabine, zwei Unterflur, zwei Notkojen/Dinette) auch Gäste unterbringen, besonders wenn es sich um Kinder oder Enkelkinder handelt, die in der Unterflukabine einen schönen, kuscheligen Wohnbereich finden. Aber auch der einzelne Erwachsene fühlt sich dort wohl und kann damit auch Stress an Bord – zum Beispiel beim Thema "Schnarchen" – aus dem Wege gehen.

Fahren und Manövrieren

Genauso vielfältig zeigt sich die Motorisierung. Sie beginnt mit einem 110 PS-Diesel und endet bei einem 223 PS-Motor, ihre Kraft bringen alle mit Hilfe von V-Getriebe, Welle und Bronzepropeller ins Wasser. Wir fuhren unser Testboot mit einem 150-PS-Motor, der eine besonders ansprechende Lösung für Segelbootumsteiger ist.

Einerseits ist die Leistung noch nicht so hoch, das man von einem PS-Bolliden spricht, andererseits jedoch die Kraft hat, um auch etwas schneller unterwegs zu sein. Oder anders gesagt, für die Skipper, die ihre Reise meist in langsamer Fahrt unternehmen aber beispielsweise den Rhein mit seiner Strömung nicht fürchten brauchen.

Auch auf See hat die schnelle Gangart natürlich seine Vorteile. In Zahlen ausgedrückt sind das bei unserem Testboot eine Maximalgeschwindigkeit von knapp 17 kn und wenn man etwas wirtschaftlicher unterwegs sein möchte 12 bis gut 14 kn.

Dann errechnen sich akzeptable Reichweiten von gut 130 sm. Spürbar weiter kommt man mit schneller Verdrängerfahrt um die 7 kn, in dieser Situation sind dann Strecken von über 200 sm plus die obligatorischen 15 % Reserve drin. In allen Geschwindigkeiten überzeugt die Nimbus 305 Coupé mit Kursstabilität. Gewichtsverlagerungen von zwei Personen wirken sich in Verdrängerfahrt nur gering auf den Kurs aus.

Ab etwa 1800 U/min hebt sich der Bug der Nimbus an und senkt die Nase auch beim Erreichen der Höchstgeschwindigkeit nicht selbstständig wieder ab. Die Voraussicht bleibt so akzeptabel, jedoch mit Einsatz der Trimmklappen spürbar besser. Zusätzlich erhöht sich mit den Klappen die Geschwindigkeit bei Vollgas noch etwa um 0,5 kn.

In schnellen Kurven legt sich der Rumpf nicht übermäßig auf die Seite und zieht butterweich seine Runden.

Der Propeller bleibt immer kraftschlüssig, sodass man kein Gas wegnehmen oder erneut anfahren muss. Beim Slalomfahren schwingt die 305 Coupé leichtfüßig von der einen zur anderen Seite und ist in dieser Situation genauso exakt zu fahren, wie beim Verreißen der Steuerung. Letztere muss man beim Anlegen nur wenig benutzen, da die installierten Bug- und Heckstrahlruder (Extra) kinderleichtes und exaktes Manövrieren garantieren, was die elektronische Schaltung zusätzlich erleichtert.

Wer die Funktionen von Schaltung und Strahlrudern in einem kompakten Bedienteil möchte: ebenfalls kein Problem, denn Boote Polch ist auch Händler vom "Yachtcontroller".

Mit diesem System lassen sich Hafenmanöver einfach per Fernbedienung oder einem Joy-Stick am Fahrstand durchführen. Letzterer ist mit passabel ablesbaren Motorinstrumenten ausgerüstet. Als Navigationsinstrumente installiert die Werft standardmäßig einen Simrad Kartenplotter mit 9"-Monitor.

Einen Magnetkompass, der auch bei Stromproblemen oder defekter Elektronik noch funktioniert, suchten wir vergeblich.

Besonders positiv fällt die Tür am Fahrstand auf, über die man problemlos das Seitendeck erreicht und beispielsweise beim Einhandschleusen ruck, zuck die Leine für die Mittelklampe "einfädelt". Im normalen Fahr-betrieb schaut der Skipper durch eine ungeteilte Frontscheibe, die für die Fahrt bei schlechtem Wetter vorbildlich mit zwei Scheibenwischern, Waschanlage und Defroster ausgerüstet ist.

Bei schönem Wetter lässt sich ein Luk direkt über dem Fahrer öffnen und man kann, vorausgesetzt die auf der Zubehörliste stehende Klappstufe ist installiert, stehend oben herausgucken. Ohne Stufe hat der 1,80 m große Fahrer genau die Kante des Kajütdaches unvorteilhaft auf Mundhöhe. Sitzend profitiert der Skipper von einem gut gepolsterten und bequemen Schalensitz. Eine Kombibank an Backbord fungiert entweder als Dinettenbank oder umgeklappt als Beifahrersitz.

Technik und Sicherheit

Ein Markenzeichen von Nimbus ist die gute Kapselung des Motors, der sicher verbolzt unter dem Salonboden steht und sich mit maximal 75 dB/A bemerkbar macht. Die gesamten Installationen im Motorraum führt die Werft sorgfältig aus. Absperrhahn und sicher verpresste oder -schraubte Dieselschlauchanschlüsse sowie eine Filterpatrone sind genauso Pluspunkte wie die gut gehalterten Batterien, Relaishauptschalter mit Notfunktion und gut zugängliche Sicherungsautomaten.

Bewegungsicherheit geben rutschfeste Bodenstrukturen, Reling und Handläufe. Einziges Manko ist ein fehlender Haltegriff (hinten) an Backbord, wenn man auf dem Seitendeck steht.

Die Ausrüstung mit Löschanlage im Motorraum und zusätzlichem Feuerlöscher sind ebenso erstklassig, wie der Einbau von einer elektrischen und manuellen Lenzpumpe. Unter Deck sorgen eine serienmäßige Warmluftheizung und Boiler (230 V/Motorwärme) für Wohlfühlkomfort in den bereits genannten Kabinen und der Nasszelle.

Beim Türanschlag der Badezimmertür scheiden sich die Geister: Sie geht Richtung Salon auf, was den Zugang für Tagesgäste erschwert, aber für die Personen aus den Kabinen leicht macht, da sie sich nicht erst auf die Treppen zum Salon begeben müssen, um die Tür zu öffnen. Gekocht wird an einem praktisch aufgeteilten Pantryblock im Salon. Für das Leben an der frischen Luft steht im Cockpit eine gemütliche L-Bank mit Holztisch zur Verfügung.

Datenblatt: Nimbus 305 Coupé

Werft: Nimbus Boats AB

Typbezeichnung: Nimbus 305 Coupé

CE-Kategorie: B - Außerhalb von Küstengewässern

Material von Rumpf und Deck: Kunststoff

Länge: 9,83 m

Breite: 3,25 m

Verdrängung: 4,10 t

Preis: 234.000,00 €