Test: Schlauchboot - Aquaspirit 350 CFoto: Thorsten Baering

MotorbooteTest: Schlauchboot - Aquaspirit 350 C

Ralf Marquard  

29.5.2021, Lesezeit: 3 Minuten

Start-Up: Mit führerscheinfreiem 15-PS-Außenborder ist die Aquaspirit 350 C ein gutes Einsteigerboot

Schlauchboot-Einsteiger stehen häufig vor der Frage: ein zerlegbares Boot oder ein sogenanntes RIB? Die zerlegbaren Boote (mit Einlegeboden oder Hochdruck-Luftboden) lassen sich praktischerweise, wie der Name schon sagt, zum Transport auseinanderbauen. Da reicht dann häufig der Kofferraum eines Kombis. Wählt man dagegen ein robusteres RIB – wie unser Testboot Aquaspirit 350 – ist der Rumpf aus Feststoff (Aluminium) und kann bis auf das Luftablassen aus den Schläuchen nicht verkleinert werden. Für den Transport bietet sich ein Trailer oder Anhänger an. Besser ist natürlich der Trailer, da Boot und Außenborder zusammen über die Slipanlage einfach zu Wasser gelassen werden können und umgekehrt. Wer das Boot beispielsweise auf einem Campingplatz stehen hat, kann sich auch einen Hand-Slipwagen besorgen und das RIB damit rangieren.

Auf solch einem Handwagen liegt unser Testboot, und wir können es zu zweit ruck, zuck ins Wassers schieben. Außenborder runterklappen, Druck auf Startknöpfchen und los geht’s. Wir fahren das RIB von einer fest gepolsterten Sitzbank aus, deren Klapplehne ausreichend hoch ist. Das Lenkrad und die Schaltung sitzen an einem Bügel, der fest mit der Bank verschraubt ist. Schaltung und Lenkrad lassen sich gut erreichen und uneingeschränkt bedienen.

Noch mehr Informationen? Den Test der Aquaspirit 350 C mit technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 06/2021 seit dem 19.05.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Schiebt man den Schalthebel zügig auf Vollgas, hebt sich der Bug etwas an, und das Testboot kommt schnell ins Gleiten. Das beginnt bei knapp 3800 U/min und endet bei Vollgas mit 6000 U/min und einer Geschwindigkeit von knapp 21 kn. Mit zwei Personen (etwa 200 kg) kommt die Aquaspirit ebenfalls problemlos in Gleitfahrt.

Sparsam fährt unser Gespann bei 4500 U/min, dann läuft es 15 kn schnell und verbraucht magere 0,17 l/sm. Der 12-l- Außenbordertank reicht dann für 55 sm plus 15 % Reserve. Ein Wert, der für diese Bootskategorie völlig ausreicht, zumal ein 5-l-Reservekanister die Fahrstrecke um 25 sm verlängert. Schnelle Kurven quittiert der Rumpf mit einer geringen Schräglage und spurtreuen Radien ohne große Seitenkräfte. Auf dem imaginären Slalomkurs reagiert er direkt und schwingt nur mäßig von der einen zur anderen Seite. Auf den abrupten Lenkeinschlag gibt es nur einen leichten Schlenker.

In langsamer Fahrt lässt sich die Aquaspirit schlauchboottypisch mit Gewichtsverlagerungen lenken, ansonsten bleibt das Testboot mit etwa 2 und 4 kn gut in der Spur. Manövrierverhalten: wendig und zielgenau, sogar mit nur einer gefüllten Luftkammer.

Noch mehr Informationen? Den Test der Aquaspirit 350 C mit technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 06/2021 seit dem 19.05.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Platz findet die Fahrgemeinschaft auf dem Tragschlauch und auf einer Bank im Bug. Eine schmale Person kann sich noch zum Fahrer auf die Bank gesellen. Bis auf den fehlenden Hauptschalter (rüstet der Importeur nach) sind die Installa­tionen ordentlich ausgeführt. Gleiches gilt für die Verarbeitung des lackierten Festrumpfs und des Tragschlauchs. Um das RIB auch als Beiboot zu nutzen, verschweißt die Werft serienmäßig solide Heißösen. In der C-Ausstattung gehört der Fahrstand zur Serienausrüstung. Eine schützende Persenning steht dagegen auf der Zubehörliste. Wem die Aufteilung unseres Testbootes nicht gefällt, kann auch eine Version mit Mittelkonsole und Jockeysitz ordern oder ein Boot mit nur zwei Duchten.

Fazit
Die Aquaspirit 350 C läuft mit dem 15-PS-Außenborder agil, aber vor allem auch sicher, was besonders für Einsteiger von Vorteil ist. Sie ist ein robustes RIB und lässt sich ebenfalls gut als Dingi auf größeren Booten einsetzen.