Test: Sturier DM 52 OC - Glanzstück aus den NiederlandenFoto: Michael Amme

MotorbooteTest: Sturier DM 52 OC - Glanzstück aus den Niederlanden

 

4.12.2017, Lesezeit: 4 Minuten

Sturier DM 52 OC: Nach dem Sandstrahlen durchläuft sie eine aufwendige Lackierprozedur. Heraus kommt ein Stahlboot der Oberklasse

Die Lackierung ist im Stahlbootbau neben den Schweißarbeiten ein ganz wichtiges Qualitätsmerkmal. Das reicht vom Sandstrahlen mit sofor­tiger Grundierungsschicht bei passender Luftfeuchtigkeit in einer klimatisierten Halle über Spachtelarbeiten und Zwischenanstriche bis zum Endlack.

Sturier DM 52 OC: Nasszelle
Sturier DM 52 OC: Nasszelle
Foto: Michael Amme
Sturier DM 52 OC: VIP-Kabine
Sturier DM 52 OC: VIP-Kabine
Foto: Michael Amme
Sturier DM 52 OC: Marschfahrt
Sturier DM 52 OC: Marschfahrt
Foto: Michael Amme
Sturier DM 52 OC: Salon
Sturier DM 52 OC: Salon
Foto: Michael Amme
Sturier DM 52 OC: Fahrstand
Sturier DM 52 OC: Fahrstand
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Sturier DM 52 OC: Marschfahrt
Sturier DM 52 OC: Marschfahrt
Foto: Michael Amme
Sturier DM 52 OC: Essecke
Sturier DM 52 OC: Essecke
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Sturier DM 52 OC: Strahlruder-Bedienhebel
Sturier DM 52 OC: Strahlruder-Bedienhebel
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Sturier DM 52 OC: Eignerkabine
Sturier DM 52 OC: Eignerkabine
Foto: Michael Amme
Sturier DM 52 OC: Cockpit
Sturier DM 52 OC: Cockpit
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Sturier DM 52 OC: Gerätemast
Sturier DM 52 OC: Gerätemast
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Sturier DM 52 OC: geklappter Gerätemast
Sturier DM 52 OC: geklappter Gerätemast
Foto: Michael Amme
Sturier DM 52 OC: Nasszelle
Sturier DM 52 OC: Nasszelle
Foto: Michael Amme
Sturier DM 52 OC: VIP-Kabine
Sturier DM 52 OC: VIP-Kabine
Foto: Michael Amme
Sturier DM 52 OC: VIP-Kabine
Sturier DM 52 OC: Marschfahrt
Sturier DM 52 OC: Salon
Sturier DM 52 OC: Fahrstand
Sturier DM 52 OC: Marschfahrt
Sturier DM 52 OC: Essecke
Sturier DM 52 OC: Strahlruder-Bedienhebel
Sturier DM 52 OC: Eignerkabine
Sturier DM 52 OC: Cockpit
Sturier DM 52 OC: Gerätemast
Sturier DM 52 OC: geklappter Gerätemast
Sturier DM 52 OC: Nasszelle
Und auch hier, so erklärt uns Werftchef Auke van der Werf, wird bei Sturiër mügenau gearbeitet, um immer ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Herausgekommen ist nach unseren Eindrücken ein qualitativ hochwertiges Boot, was nicht nur für die Lackier- und Schweißarbeiten gilt, sondern für das gesamte Mobiliar und die Installationen.

Im Motorraum stehen die beiden John Deeres auf soliden Fundamenten, die Leitungen und Schläuche liegen meist in Kabelbühnen und sind fest verstrapst. Die Dieselleitungen bestehen aus Rohren oder Schläuchen mit verpressten Anschlüssen. Doppelte Filteranlagen mit elektrischen Alarmgebern (für den Fall, dass sich zu viel Wasser in den Filtern befindet) sind ebenfalls ein Garant für einwandfreien Betrieb. Gleich gut präsentiert sich die E-Anlage mit elektrisch gesteuerten Hauptschaltern, die sich im Notfall auch per Hand bedienen lassen. Eine Feuer­löschanlage im Maschinenraum rundet die ganze Sache ab.

Erreichen lässt sich der Raum über eine Schotttür, die über den Heckstaukasten (Cockpit) zugänglich ist. Ein 1,80 m großer Techniker kann zwar nicht darin stehen, aber leicht gebückt erreicht er alle wichtigen Bauteile und Ag­gregate. Die gemessene Maximaltemperatur im Motorraum von 40 °C bei etwa 20 °C Luft- und Wassertemperatur ist ein Zeichen für ausreichende Belüftung.

Angesteuert werden die beiden Motoren über eine elektronische Doppelschaltung, die sich ebenso wie die hydraulische Lenkung leicht und exakt bedienen lässt.

Kuppelt man die Maschinen ein, drehen sie 700 U/min und schieben das Boot mit 3,6 kn durchs Wasser, was für Hafen­gebiete noch gerade so passt. Strecken­läufern empfiehlt die Werft etwa 8,5 kn (1750 U/min). Das liegt etwa 1 kn unter der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit und ergibt nach unseren Messungen einen Verbrauch von 2,6 l/sm. Daraus errechnet sich mit einem Tankinhalt von 2700 Litern eine Reichweite von beachtlichen 875 sm plus 15 % Reserve.

Wer die Hebel ganz auf den Tisch legt, fährt noch etwa 2 kn schneller als bei Marschfahrt, muss dafür jedoch ein Reichweitenminus von 600 sm hinnehmen. Das heißt, Vollgas macht nur Sinn, wenn man über eine kurze Strecke mal etwas schneller vorankommen möchte, um beispielsweise vor einer Schlechtwetterfront den rettenden Hafen zu er­reichen. Ein Geräuschpegel von maximal 65 dB(A) am Fahrstand bei geschlossener Salontür und 68 dB(A) bei geöffneter spricht für eine super Schallisolierung und Motorlagerung.

Ein großer Vorteil von zwei Dieseln ist die Sicherheit bei Motorproblemen, denn mit nur einem Antrieb erreichten wir immerhin noch maximal 9 kn.

Weitere Pluspunkte beim Thema Sicherheit: die standardmäßige Ausrüstung mit einer Not­pinne, mit der man auch bei defekter Hydrauliksteuerung das Boot auf Kurs hält. Im Normalbetrieb sorgt die Lenkung für eine direkte Ruderbewegung. Wer damit eine enge Vollgaskurve fährt, bemerkt das nicht nur an der Kursänderung, sondern ebenfalls an einer kräftigen Krängung in Richtung Kurvenaußenseite. Bei Geradeausfahrt überzeugt die gute Kurs­stabilität; dabei spielt es keine Rolle, ob man langsam oder schnell unterwegs ist.

  Test Sturier DM 52 OCFoto: Michael Amme
Test Sturier DM 52 OC
  Test Sturier DM 52 OCFoto: Michael Amme
Test Sturier DM 52 OC

Über Heckwellen von Fähren auf dem Ijsselmeer bügelt der Rumpf trocken rüber; wer es mit mehr Rauwasser zu tun bekommt, schaltet einfach die Stabi-Anlage ein (mit Magnus-Effekt 52 000 Euro Aufpreis). Um im Hafen wendig zu sein, verfügt unser Testboot über ein hydraulisch angetriebenes Bug- und Heckstrahlruder.

Damit man mit der Sturiër nicht nur auf See (CE-Kategorie A) problemlos unterwegs ist, sondern ebenfalls auf Binnenrevieren, besitzt der Rumpf eine Länge von 14,98 m, die mit dem normalen Sportbootführerschein Binnen gefahren werden darf.

Um die Durchfahrtshöhe auf 3,49 m zu reduzieren, lässt sich der Mast klappen – und zwar bei unserem Boot nicht nur auf die Dachverlängerung über dem Cockpit, sondern in den Sonnendachausschnitt, der im Normalbetrieb die Sonne auf die bequeme Sitz­ecke mit schwerem Holztisch scheinen lässt.

Cockpit und Salon legt man durch Öffnen der Doppeltür und Drehfenster zusammen. Vom Salon führt der Weg nach vorn über eine Treppe zur Essecke und gut ausgerüsteten Pantry. Von dort geht es weiter in die Tagestoilette, die Gästedusche und die beiden Kabinen mit Doppelbetten (mit Lattenrosten). Die zweite Nasszelle lässt sich nur direkt von der Eignerkabine aus betreten. Als Option bietet Sturiër noch ein Layout mit weiterer Kabine (die Pantry steht dann im Salon) oder ein Flybridge-Modell an.

Datenblatt: Sturier DM 52 OC

Werft: Sturier Yachts B.V.

Typbezeichnung: Sturier DM 52 OC

CE-Kategorie: A - Hochsee

Material von Rumpf und Deck: Stahl

Länge: 15,80 m

Breite: 4,85 m

Verdrängung: 32,00 t

Preis: 950.810,00 €