Test: Traveller - Linssen Grand Sturdy 500 Sedan VariodeckFoto: Werft

MotorbooteTest: Traveller - Linssen Grand Sturdy 500 Sedan Variodeck

Ralf Marquard  

20.6.2021, Lesezeit: 4 Minuten

Eignet sich gut für Seegebiete und Binnenreviere – für Letztere ist die geringe Durchfahrtshöhe von Vorteil

Die Grand Sturdy 500 Sedan Variodeck ist die größte Sedan aus dem Hause Linssen. Die Werft bezeichnet ihr neustes Boot als "Luxus-Traveller" – mit einer praktischen Durchfahrtshöhe von nur 2,75 m. Hierzu weiter: "Mit der Grand Sturdy 500 Sedan Variodeck erleben Sie viele komfortable Bootsfahrten, sogar quer durch das Fahrparadies Frankreich." Das bedeutet also, die Sedan-Ausführung eignet sich prima für Kanäle, Seen und Flüsse. Unter Letzteren kann auch der Rhein sein, ohne dass man ein sogenanntes Rhein-Patent benötigt, denn die Badeplattform ist angesetzt und gehört nicht zur Rumpflänge, die damit unter 15 m Länge liegt. Die gute Binnentauglichkeit heißt jedoch nicht, dass man auf Seegebieten schlechter unterwegs ist. Das zeigt ja schon die Doppelmotorisierung, die bei Ausfall einer Maschine immer noch die Weiterfahrt ermöglicht und den rettenden Hafen erreichen lässt. Außerdem hat das Boot die CE-Zertifizierung "B", und als Option ist das Stabilisierungssystem "Magnus Master" erhältlich – die Einbau-Vorbereitung dafür gehört sogar zum Standard.

Noch mehr Informationen? Den Test der Linssen Grand Sturdy 500 Sedan Variodeck mit technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 07/2021 seit dem 16.06.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Ich betrete das Boot über den Steg und die seitlichen Einstiege mit Leiter. Auf dem breiten Seitendeck geben rutschfeste Strukturen und die hohe Reling die nötigen Bewegungssicherheit, Handläufe am Kabinendach tun das Übrige. In der offenen Plicht zeigt sich eine gemütliche Sitz­ecke, die Besonderheit sind die Seitenteile (Persenningstoff) vom Hardtop. Sie lassen sich nach dem Lösen von wenigen Knöpfen und dem Öffnen von Reißverschlüssen elektrisch einfahren und werden dann in den Kabinendachsäulen (hinter Klappen) verstaut. Wer aus Plicht und Salon einen großen Gemeinschaftsraum machen möchte, öffnet dafür die vierteilige Glashecktür. Besonders gefallen haben mir hier die verletzungsverhütenden Kappen an den Ecken der Türelemente. Im Salon steht an Backbord eine Sitzecke, deren hinterer Platz sich praktisch um 180 Grad Richtung Plicht drehen lässt. Auf der anderen Seite steht ein Sideboard mit Tischplatte, an der zwei Personen etwa bequem frühstücken können. Das Essen bereitet man in einer voll ausgestatteten Pantry zu, in die viele ideenreiche Stauräume integriert sind. Das Boot hat insgesamt zahlreiche praktisch Staumöglichkeiten; man findet diese beispielsweise auch unter dem Niedergang, der zu den Kabinen führt. Im Bug befindet sich die Eignerkabine mit Doppelkoje (mit Lattenrost), von hier sind ein WC-Raum und ein sepa­rater Duschraum zugänglich. Anders die Gästenasszelle: Man erreicht sie vom Vorraum. Schräg gegenüber ist dann der Eingangs­bereich zur Mittelkabine, die in der Regel mit zwei Einzelkojen, die sich zusammenschieben lassen, aus­gerüstet ist. Es sind aber auch andere Kojenlösungen möglich– zum Beispiel mit nur einer Liegefläche.

Im Salon steht der Fahrstand unter einem großen Sonnendach von Webasto. Damit der Skipper beim Anlegen immer guten Kontakt zur Crew auf dem Seitendeck hat oder auch mal selbst die Mittelklampe belegen kann, ist direkt neben seinem Platz eine Seitentür installiert.

Noch mehr Informationen? Den Test der Linssen Grand Sturdy 500 Sedan Variodeck mit technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 07/2021 seit dem 16.06.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Das An- und Ablegen erleichtern auf unserer Test-Linssen ein Bug- und ein Heckstrahlruder (Letzteres gegen Aufpreis). Bei normalen Fahrmanövern kann der Skipper entweder das Steuerrad, einen Lenkhebel (von Raymarine) benutzen oder den Autopiloten einschalten. Gas und Schaltung bedient der Fahrer an der leichtgängigen EVC-Schaltung von Volvo Penta. Schiebt man die Hebel ganz nach vorn (maximaler Speed 9,5 kn) und dreht eine enge Kurve, bleibt das Boot fast waagerecht liegen und zieht soft seine Radien. Bei einer Drehzahl von gut 2000 U/min macht die Linssen eine Marschfahrt um die 7 kn, und es errechnet sich eine stattliche Reichweite von etwa 700 sm (plus 15 % Reserve). Der Lautstärkepegel bei Cruising-Speed: angenehme 62 dB/A. Verantwortlich dafür ist eine gute Kapselung der beiden Diesel, die man über Klappen im Salonboden erreicht. Dort unten leisteten die Techniker genauso gute Arbeit wie die Bootsbauer beim Kasko.

  Unter Deck geben helle Decken- und Wandverkleidungen und Polsterauflagen den Räumen ein freundliches, einladendes AmbienteFoto: Werft
Unter Deck geben helle Decken- und Wandverkleidungen und Polsterauflagen den Räumen ein freundliches, einladendes Ambiente
  Unter Deck geben helle Decken- und Wandverkleidungen und Polsterauflagen den Räumen ein freundliches, einladendes AmbienteFoto: Werft
Unter Deck geben helle Decken- und Wandverkleidungen und Polsterauflagen den Räumen ein freundliches, einladendes Ambiente

Fazit
Die Linssen Grand Sturdy 500 Sedan Variodeck ist ein Reiseboot, auf dem zwei Personen reichlich Platz und Komfort finden, aber auch problemlos zwei Gäste mitnehmen können. Dabei ist die Fahrt auf See genauso gut möglich wie auf Binnenrevieren. Bei der Verarbeitung und den Installationen kann man sich auf die Linssen-Qualität verlassen.