Test: Weekender - Fjord 41 XLFoto: Philip Gätz

MotorbooteTest: Weekender - Fjord 41 XL

 

21.12.2020, Lesezeit: 4 Minuten

Die Neue aus Greifswald verspricht mit ihren 440-PS-Diesel- Innenbordern und Z-Antrieben von Volvo Penta angenehme Fahrt

Fjord-Boote gibt es schon seit über 50 Jahren, einige kennen sicherlich die Legende Fjord Weekender: Fami­lien-Boote, die damals absolut in die Zeit passten und überzeugten. Seit 2005 ist Fjord bei der Hanse Yachts AG angesiedelt, die nun eine ganz andere Art von Booten baut. Die neuen Fjord-Boote haben ein absolut modernes Design, Hanse Yachts selbst nennt sie "eine Design-Ikone". Unser Testboot, die 41 XL, zeigt mit ihrer kräftigen Rumpffarbe noch ein weiteres Highlight. Mit diesem Blau fällt man nicht nur im Hafen auf. Unser Test­hafen war die Ancora Marina in Neustadt. Schon beim Ablegen hatten wir unsere Freude, was am Joystick-System und an den neuen Z-Antrieben von Volvo Penta – die butterweich ein- und auskuppeln – liegt. Damit jongliert man selbst aus etwas engeren Ecken einfach heraus.

Richtung See geht es dann in Schleichfahrt, die synchron laufenden Motoren garantieren einen guten Geradeauslauf. Dann probieren wir auch gleich die Notfallfahrt mit nur einer Maschine aus: Bei gut 2000 U/min läuft die Fjord etwa 10 kn und verbraucht 45 l/h Diesel.

Noch mehr Informationen? Den Test der Fjord 41 XL mit technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 01/2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Zurück in den Normalbetrieb: In der Übergangsphase von Verdränger- in Gleitfahrt helfen Volvo Pentas BTS (Boat Trim System) und das passende optionale Automatikprogramm. Dadurch bleibt die Voraussicht immer erhalten, und ab etwa 2300 U/min geht das Boot in Gleitfahrt über. Auch während der gesamten schnellen Fahrt behält die Fjord eine super Lage. Um die 2750 U/min ist dann die wirtschaftlichste Fahrt mit etwa 23 kn erreicht. Bei einem Verbrauch von 4,1 l/sm er­rechnet sich mit der Tankkapazität von 900 Litern abzüglich 15 % Reserve eine Reichweite von knapp 190 sm, was für die Bootsgröße nicht besonders üppig ausfällt. Die Reichweite bei Vollgas (knapp 39 kn) sinkt nur um etwa 20 sm. Und das Fahren mit Volldampf bringt schon Spaß, denn das Boot läuft superweich, und in engen Kurven zieht es, ohne zu haken oder zu wippen, seine Bahnen. Kreuzt man dabei die eigne Welle, geht die "Rundreise" in einem soften Modus weiter. Auf dem Slalomkurs merkt man von den Lenkausschlägen kaum etwas, wer kräftiger ins Ruder greift, lässt das Boot auf die Seite kippen, bevor es sich dann ruck, zuck wieder stabilisiert.

Diese Manöver fährt der Skipper von einer Art Pilotensitz aus, der keine Wünsche offen lässt. Die Höhe stellt der Fahrer per Knopfdruck ein, und das hochklappbare Sitzpolster ermöglicht entspanntes Fahren im Stehen oder Hocken. Für optimalen Bedienkomfort trägt ebenfalls das griffige Sportlenkrad bei, denn es ist genauso wie die Schaltung gut positioniert und zusätzlich noch höhenverstellbar. Der Blick nach vorn ist gut, es gibt jedoch eine Ausnahme beim Standardboot: Regenwetter – denn der Scheibenwischer kostet Aufpreis. Plus: Der Kompass gehört zur Serienausstattung. Das Testboot ist außerdem mit Monitoren ausgerüstet, die man in Zubehörpaketen ordern kann.

  Fjord 41 XL im TestFoto: Philip Gätz
Fjord 41 XL im Test
  Fjord 41 XL im TestFoto: Philip Gätz
Fjord 41 XL im Test

Überhaupt gibt die Werft dem Eigner reichlich Möglichkeiten, das Boot nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Fjord beschreibt dieses mit: "Die neue Fjord 41 XL verbindet ikonisches Poweryacht-Design mit einer unglaub­lichen Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten." Das trifft auf Cockpit und Fahrstand mit neun unterschiedlichen Layout-Varianten zu und auch auf die verlängerte Badeplattform, die sich auf Wunsch auch hydraulisch absenken lässt. In dieser Variante klappt dann sogar eine bequeme "Badetreppe" mit aus.

Die gleiche Vielfalt lässt sich unter Deck finden: Hier steht die Doppelkoje im Vorschiff, ein Sofa und eine Nasszelle (mit Toilette, Waschbecken und Dusche) gehören zur Standardausrüstung. Ob man nun auch in der Unterflurabteilung eine weitere Koje haben möchte, steht zur Auswahl. Bei unserem Testboot war eine zusätzliche Doppelkoje installiert. Allerdings hatte sie keine Trennwand zur vorderen Kabine, was dem Boot laut Werft ein Loftgefühl geben soll. Der Lichteinfall durch die vielen Fenster unterstützt das gute Gefühl noch zusätzlich. Pantry oder Tagestoilette lassen sich ebenfalls integrieren.

  Fjord 41 XL im TestFoto: Philip Gätz
Fjord 41 XL im Test
  Fjord 41 XL im TestFoto: Philip Gätz
Fjord 41 XL im Test

Der Motorraum besitzt zwei Zugänge, der eine führt über eine Luke unter der Sonnenliege und der zweite mit Leiter mittig durch den zusammengeklappten Cockpittisch. Im Maschinenraum (lichte Höhe 1,25 m) ist alles sauber verlegt und fest verschraubt. Bei der Sicherheitsausrüstung haben uns besonders Spritfilter, Absperrhähne, Feuerlöschanlage und eine Lenzanlage mit manueller Bilgen- und elektrischen Lenzpumpen gefallen.

Fazit: Die Fjord 41 XL sieht aufregend aus und erreicht mit den beiden Dieselmotoren gute Fahrleistungen. Es macht echt Spaß, mit ihr unterwegs zu sein. Mit den individuellen Layout-Optionen kann sich jeder seine eigene Fjord konstruieren. Sie ist gut verarbeitet und hat eine ordentliche Sicherheitsausrüstung.