Test: XO 250 - Das etwas andere Boot aus FinnlandFoto: Dieter Wanke

MotorbooteTest: XO 250 - Das etwas andere Boot aus Finnland

 

26.5.2016, Lesezeit: 4 Minuten

Die XO 250 läuft mit Evinrudes Etec G2 300 zur Höchstform auf. Wir fuhren das Designerstück auf dem Bodensee.

Alurumpf ist Trumpf: XO Yachts hat sich in den letzten Jahren zu einer der führenden Werften im Alubootsbau entwickelt. Ihre Boote bestehen nicht nur aus speziellem Marine-Aluminium, sondern zum Teil aus GFK.

Fahrer- und Beifahrsitz haben feste Polster und bieten guten Seitenhalt

Letzteres sorgt für ein angenehmeres Bordleben, denn besonders die weiblichen Crewmitglieder empfinden den Alulook, auch wenn das Metall lackiert ist, zu kühl und distanziert. Das Innenleben unseres Testbootes, der XO 250, besteht dafür aus Kunst- stoff und die Decksbeläge aus Esthec Teak.

XO 250: viel Stauraum im Bug
XO 250: viel Stauraum im Bug
Foto: Dieter Wanke/terrapicture
XO 250: wirtschaftliche Gleitfahrt liegt bei gut 26 kn
XO 250: wirtschaftliche Gleitfahrt liegt bei gut 26 kn
Foto: Dieter Wanke/terrapicture
XO 250: an den Spiegel dürfen maximal 300 PS
XO 250: an den Spiegel dürfen maximal 300 PS
Foto: Dieter Wanke/terrapicture
XO 250: zieht ohne Mucke in schnelle Kurven
XO 250: zieht ohne Mucke in schnelle Kurven
Foto: Dieter Wanke/terrapicture
XO 250: wandelbare Heckbank
XO 250: wandelbare Heckbank
Foto: Dieter Wanke/terrapicture
XO. 250: Fahrstand und Mitteldurchgang
XO. 250: Fahrstand und Mitteldurchgang
Foto: Dieter Wanke/terrapicture
XO 250: viel Stauraum im Bug
XO 250: viel Stauraum im Bug
Foto: Dieter Wanke/terrapicture
XO 250: wirtschaftliche Gleitfahrt liegt bei gut 26 kn
XO 250: wirtschaftliche Gleitfahrt liegt bei gut 26 kn
Foto: Dieter Wanke/terrapicture
XO 250: wirtschaftliche Gleitfahrt liegt bei gut 26 kn
XO 250: an den Spiegel dürfen maximal 300 PS
XO 250: zieht ohne Mucke in schnelle Kurven
XO 250: wandelbare Heckbank
XO. 250: Fahrstand und Mitteldurchgang
XO 250: viel Stauraum im Bug

An den Spiegel der XO dürfen Außenborder bis maximal 300 PS. Exakt mit dieser Leistung rüstetet der Importeur unser Testboot aus. Ein Evinrude der neuesten Generation (Evinrude Etec G2 300) bringt den Rumpf auf Trab. Der Zweitakter beschleunigt das Boot in etwa vier Sekunden vom Stand aus in Gleitfahrt und mit weiteren 14 Sekunden bis auf Höchstgeschwindigkeit mit gut 45 kn.

Die XO 250 ist mit Evinrudes 300-PS-Außenborder agil unterwegs

Wer in der Übergangsphase die Automatik von Mente Marine (steuert automatisch die Trimmklappen) benutzt, hat nur für einen kurzen Augenblick den Bug im Sichtfeld. Stellt man die Automatik ab, hat der Fahrer den Bug etwas länger – aber immer noch akzeptabel – im Sichtbereich.

In schneller Fahrt benötigt man die serienmäßigen Trimmklappen nicht, sondern bringt die XO 250 mit dem Powertrimm (maximal 30 %) in die optimale Lage.

Für schnelle Fahrmanöver macht es keinen Unterschied, ob man mit oder ohne Powertrimm fährt, die XO zieht ohne zu mucken sauber ihre Runden. Das dabei ordentlich Seitenkräfte auftreten, liegt in der Natur der Sache, denn die Fliehkräfte drücken Fahrer und Crew spürbar auf die Kurvenaußenseite.

Halt finden die Passagiere dabei im vorderen Bereich an der Reling und achtern am Handlauf neben dem Scheibenrahmen. Auf Salomkurven reagiert der Rumpf direkt auf die Lenkeinschläge, was jedoch nicht heißen soll, dass sich die XO 250 unsicher verhält. Beim Verreißen des Ruders setzt das Heck weich ein, die spezielle E-Tec-Lenkung präsentiert sich dabei ebenfalls von ihrer besten Seite.

Hierfür stehen die Attribute "leicht gängig und exakt". Am Testtag zeigte sich unser Testrevier, der Bodensee, von seiner ruhigen Seite, dennoch haben wir mit der Heckwelle unseres Fotobootes eine "Abschussrampe" gefunden. Das schnelle Anfahren der steilen Welle und der Gasstoß beim Überfahren lässt den Rumpf zu einem ordentlichen Luftsprung abheben.

Das Beste dann zum Schluss: Der Rumpf setzt absolut kursstabil und rückenschonend wieder ein. Verantwortlich dafür ist der tiefe V-Rumpf wie auch der Sitz, denn er besitzt eine Federeinrichtung, die den Sportsessel zur Komfortzone werden lässt. Den gleichen Sitztyp findet der Beifahrer auch auf seiner Seite.

Wer möglichst schnell viel Strecke mit wenig Sprit zurücklegen möchte, lässt den Motor 3500 U/min (26,4 kn) drehen und kommt dann mit einer Tankladung fast 170 sm weit, was unserem Reichweiten- Standard mehr als genügt. Der Geräuschpegel hält sich dann mit 81 dB/A noch in Grenzen, bei Vollgas liegt er um die 86 dB/A. Allerdings hört sich der Zweitakter recht kernig an, was Speedbegeisterte jedoch gar nicht stört, sondern eher anspornt.

Auf langsamen Kursen muss man nur wenig am Lenkrad korrigieren, da die XO super geradeaus fährt, was auch Gewichtsverlagerungen von einer Person nur gering beeinflusst. Enge Wendekreise und direktes Umschwenken beim Umsteuern sind Garanten für exakte Hafenmanöver.

Die technische Ausrüstung besteht aus zusätzlichem Kraftstofffilter, gut befestigten Batterien mit Hauptschalter und Automaten. Zur Sicherheitsausrüstung gehören vorbildlich Feuerlöscher, Handlenzpumpe und elektrische Bilgenpumpe.

Für die Navigationsinstrumente zahlt man genauso Aufpreis wie für das Hafen- und Fahrverdeck. Bis auf wenige Details, wie beispielsweise der bereits losgerüttelte Beifahrerhaltegriff, macht die Verarbeitung der XO 250 genauso einen wertigen Eindruck wie die Installationen.

Fazit:

Die XO 250 ist ein super Runaboat, das nicht nur Spaß bringt, sondern auch in allen Fahrsituationen sicher unterwegs ist. Verarbeitung und Installationen hinterlassen einen guten Eindruck.

Datenblatt: XO 250