Wachwechsel an der ElbeFoto: Thomas Bock

MotorbooteWachwechsel an der Elbe

Thomas Bock  

26.6.2011, Lesezeit: 3 Minuten

Bei Wassersport Durdel in Dresden hat Sohn Sven das Ruder von Vater Bernd übernommen. Die Bertriebsgeschichte geht bis in DDR-Zeiten zurück.

Wer im Südosten unserer Republik aktiv Boot fährt, kommt an Wassersport Durdel in Dresden-Heidenau nicht vorbei. Schon zu DDR-Zeiten hat Firmengründer Bernd Durdel „volkseigene“ Außenbordmotoren der Marken „Forelle“ und Co. repariert.

Damals gab es eine Regelung, die besagte, dass in jedem Betrieb fünf Prozent „bevölkerungswirksame“ Leistungen zu erbringen sind. Da der Sektor „Reparatur von Bootsmotoren“ gerade frei wurde, griff Durdel als gelernter Maschinenbauer sofort zu. „Die Leute haben in dieser Zeit viel improvisieren müssen“, so Durdel und zeigt dabei auf einen alten DDR-Außenborder wo man mangels passender Ersatzteile einen Starter vom Trabi angebaut hat.

Wer bei Durdel in den Geschäftsräumen ist, findet natürlich nicht nur „Ostalgisches“ und Kurioses aus DDR-Zeiten. Heute werden unter anderem Motoren von Mercury, Honda und Suzuki verkauft und natürlich gewartet. Der Service ist dabei so gut, dass der Name Durdel schon weit über die Landesgrenzen von Sachsen hinaus bekannt ist. Für die nötige Publicity sorgt natürlich auch Junior Sven Durdel.

Der heute 32-jährige Diplomkaufmann übernahm vor Kurzem das Geschäft vom Vater und ist begeisterter Schlauchbootfahrer. Wobei die Bezeichnung „Schlauchboot“ für sein Valiant V 750 RIB mit 300 PS starkem „Mercury Verado“-Motor wohl leicht untertrieben ist. Sowie es Wetter und Betrieb zulassen, ist Durdel junior mit dem „Gummiboot für große Jungs“ auf dem Wasser unterwegs.

Beliebte Ziele dabei die Elbe vor der Haustür, die Lausitzer Seen und, wenn es ganz gut läuft, auch mal die Ostsee. „Wir merken schon deutlichen Zulauf, seitdem wir mit dem RIB auf den einschlägigen Gewässern rund um Dresden unterwegs sind. Die Leute fragen immer öfter nach, welche Möglichkeiten sich bieten, aufs Wasser zu kommen. Dabei spielt natürlich das nötige Kleingeld eine große Rolle, doch unsere Angebotspalette reicht vom 2,30-Meter-Schlauchboot bis zur 11-Meter-Motoryacht, sodass für jeden Geldbeutel und Geschmack etwas Passendes dabei ist.“

Wer sich bei Durdel nicht für eins der angebotenen Neuboote von Quicksilver, Glastron, Terhi und Viper entscheiden kann, wird vielleicht bei den Gebrauchtbooten fündig, die ebenfalls in Heidenau ausgestellt sind.
Nach Booten und Zubehör ist es immer öfter auch die Motorentechnik, die die Kunden fasziniert und zum Kauf anregt. „Wir sehen da schon einen Trend in letzter Zeit, sich mehr Leistung an Bord zu holen,zumal die moderne Motorentechnik effizienter und spar­samer ist.“ So noch einmal Sven Durdel.

Neben dem Wassersport gibt es in dem Betrieb noch den industriellen Maschinenbau als ein weiteres Firmenstandbein. Diesen Sektor leitet Svens älterer Bruder Uwe. Er ist Herr über einen ganzen Park von modernen CNC-gesteuerten Maschinen, die ohne Unterlass Metallteile aller Art für die Serienfertigung von Aggregaten ausstoßen.

Damit Boote, Motorenersatzteile und Material korrekt ge­lagert werden können, hat man bei Durdels vor Kurzem
„angebaut“. Ein benachbarter Dreiseitenhof, der kurz vor dem Verfall stand, wurde liebevoll restauriert und stilvoll wiederhergestellt. Wo einst Schweine, Kühe, Pferde und schwere Traktoren standen, stehen jetzt unter den alten Eichenbalken Boote aller Art und warten auf ihren Einsatz in der nah gelegenen Elbe.

Wer die findigen Sachsen an der Elbe einmal selber besuchen will, findet Wassersport Durdel in Dresden-Heidenau gleich links hinter dem Rathaus.

Weitere Informationen über Wassersport Durdel, Pillnitzer Straße 8, 01809 Heidenau, Tel.: 035 29- 52 09 33, www.durdel.de