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Bootsausrüstung

Lotse an Bord

Thomas Bock am 29.02.2008

Bei Nacht und Nebel ist man für gewöhnlich seltener unterwegs - zu groß sind die Gefahren für uns Sportschiffer. Was aber, wenn auf See plötzlich die Sicht schwindet? Dann kann nur noch ein Radar sagen, wo’s entlanggeht. Sechs Modelle im Vergleich.

Hierbei wird zur besseren Einschätzung der aktuellenSituation das Radarbild mit seinen Echos über die Darstellung der elektronischen Seekarte gelegt. Das erleichtert die Zuordnung der Echos und hilft bei der allgemeinen Orientierung.

Die Plotterfunktionen und den Overlay-Betrieb konnten wir nur bei den Geräten von Garmin, Koden und Lowrance testen. Bei den Geräten von Furuno und Simrad handelt es sich um reine Radaranlagen, die keine elektronischen Seekarten darstellen können. Ihre technischen Daten und Testresultate haben wir deshalb auch in einer separaten Tabelle auf Seite 77 untergebracht. Die Testgeräte der anderen Hersteller sind Kombigeräte, die zusätzlich zur Radarfunktion auch als Kartenplotter fungieren und die sogenannte Overlay-Technik beherrschen.

  • Radarbild
  • allgemeine Radarfunktionen
  • allgemeine Plotterfunktionen
  • Darstellung im Overlay-Betrieb
  • Auflösung im Nahbereich
  • Bedienkomfort

Für unseren Test kamen so sechs Anlagen zusammen, die wir auf einer Trawleryacht montierten. Testgebiet war dieSchlei zwischen Kappeln und Maasholm. In den engen Fahrwassern vor Schleimünde mussten die Geräte zeigen, was in ihnen steckt und wie gut ihre Antennen die einzelnen Echos voneinander trennen. Weiterhin standen folgende Testpunkte im Vordergrund:

  • Furuno
  • Garmin (2)
  • Koden
  • Simrad
  • Lowrance

Wer sich so einen elektronischen Lotsen für Nacht und Nebelan Bord holen will, muss zur Zeit knapp 3000 Euro in dieHand nehmen. In diesem Preissegment bieten folgende Hersteller Kombinationen aus Anzeigegerät und Antenne an:

Am Steuerstand spielt es zum Beispiel keine Rolle mehr, ob Sie einen reinen Kartenplotter oder einen Plotter mit Radarfunktion installieren. Der Platzbedarf ist derselbe, zumal die Hersteller für beide Gerätetypen häufig einheitliche Gehäuse verwenden. Lediglich anhand der komplexeren Funktionen und natürlich wegen der weithin sichtbaren Radarantenne an Deck unterscheidet man reine Kartenplotter von Geräten, die sowohl Kartendarstellungenals auch Radarbilder liefern.

Antennen gab es zwar auch schon ab 40 cm Durchmesser, doch die Anzeigegeräte waren etwa so groß wie ein alter Computerbildschirm. Technik, die früher schon aus Platzgründen nur auf großen Yachten zu finden war. Doch dank moderner Mikroprozessoren sind Radargeräte auf Schuhkartonformat geschrumpft und heute durchaus für kleinere und mittlere Kajütboote geeignet.

Doch was tun, wenn man in Fahrt vom Nebel überrascht wird? Dann hilft nur noch ein Radargerät weiter. Seine Strahlen durchdringen auch die dickste „Suppe“ und weisendem Skipper den rechten Weg. Außerdem zeigt ein Radar andere Fahrzeuge an und warnt vor möglichen Kollisionen. Sie meinen: praktisch, aber teuer? Mitnichten. Am Preis für die elektronischen Lotsen hat sich in den letzten Jahren allerhand getan. Anfang des Jahrtausends waren Geräte mit Radar- und Plotterfunktion (Overlay) erst ab etwa 20 000 Mark im Handel. Ebenso abschreckend wie die Preise warendie damaligen Abmessungen der Gerätekomponenten.

Bei Nacht und Nebel haben wir Sportschiffer auf dem Wasser nichts zu suchen. Zu groß sind die Gefahren, die von engen, schlecht betonnten Fahrwassern, weitläufigen Untiefen und den „großen Pötten“ ausgehen.

Thomas Bock am 29.02.2008
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