LED-Positionslaternen LED-Positionslaternen
Bootsausrüstung

Positionswechsel

Thomas Bock am 01.03.2011

Lichter, Leuchten und Laternen: Bei den Zulassungen für LED-Naviagtionslichter tut sich was. Wir sagen, welche Sie sich an Bord holen dürfen.

LED-Positionslaternen

LED-Positionslichter

Bisher durften nur Navigationslichter an Bord gefahren werden, die den amtlichen Segen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatten. Nur die Laternen, die die strengen Prüfungen in den Licht-labors an der Hamburger Bernhard-Nocht-Straße bestanden hatten, bekamen das begehrte BSH-Zertifikat. Heute werden neben der international anerkannten Steuerradzulassung (Wheelmark) auch die nationalen Zulassungen anderer Länder akzeptiert.

So kann zum Beispiel ein in Polen zugelassenes Navigationslicht problemlos auf einem deutschen Sportboot gefahren werden. Vorausgesetzt die polnische Zulassung stammt von der dortigen anerkannten nationalen Zulassungsstelle. Wir sagen, welche Lichter zurzeit auf dem Markt sind, welche Hersteller welche Zulassung haben und welche Institutionen berechtigt sind, Zulassungen zu erteilen.

Lopo Light: Zulassung in Deutschland: ja. Die Produktpalette des dänischen Herstellers ist in zwei Kategorien, für Boote bis 12 m und bis 50 m Länge, geteilt. Dabei stehen neben den klassischen Seiten-, Top- und Heckleuchten auch Zwei- beziehungsweise Dreifarbenlaternen zur Auswahl. Die Gehäuse sind – je nach Modell – aus Aluminium oder Edelstahl gefertigt, wobei die LEDs im Inneren mit Epoxyharz vergossen sind. Das macht die Konstruktionen wasserdicht. Ein Grund, weshalb unter anderem die schwedische Marine ihre U-Boote mit Lopo-Lights-Leuchten ausstattet. Neben der Steuerrad- und der deutschen BSH-Zulassung verfügen die Geräte über den „amtlichen Segen“ der RINA (Italien), MCA (England) und der USCG (USA). Die Preise beginnen bei 139 Euro, und der

Vertrieb erfolgt in Deutschland über die Peter Frisch GmbH, Isar-Ring 11 in 80805 München, Tel. 089-36 50 75, www.lopolight.com

Lopo Light

LED-Dreifarbenlicht von Lopo Light.

Peters & Bey BluewaterLights: Zulassung: ja. Das Hamburger Traditionsunternehmen Peters und Bey kaufte vor einiger Zeit den ostdeutschen Hersteller BlueWaterLights – einer der Ersten mit einer BSH-Zulassung für seine Lichter. Seitdem werden die LEDs unter dem Label „Peters und Bey (P&B) BlueWaterLights“ angeboten. Die Produkte der Serie Typ 580 besitzen neben der deutschen BSH-Zulassung die Anerkennung des Germanischen Lloyd (GL) und eine Steuerradzulassung, sodass sie auch auf professionell genutzten Sportboote montiert werden dürfen. Das gilt ebenso für die Berufsschifffahrtsleuchten vom Typ 780.

Informationen: Peters und Bey, Schnackenburgallee 151 in 22525 Hamburg, Tel. 040-547 60 00, www.peters-bey.de.

Peters und Bey

Dreifarbenlicht mit eingebauter Ankerlaterne von Peters und Bey.

Hella Marine: Zulassung in Deutschland: ja.Auch wenn die Marine-Abteilung des Konzerns fernab aller EU-Vorschriften im neuseeländischen Auckland ansässig ist, was Konstruktion und Zulassungen betrifft, ist man bei Hella mittendrin. Die fünf zurzeit angebotenen LED-Lichter- Serien sind bis auf eine allesamt vom BSH zugelassen. Einzig der „Deckmount“-Serie fehlt dieses Prädikat, dafür hat sowohl die RINA als auch die US- Coast-Guard (USCG) den amtlichen Segen dazu gegeben. Nach neuesten Bestimmungen (siehe Boote 11/10) wären damit auch diese Lichter auf deutschen Booten zulässig. Die Navi-LED-Pro-Serie verfügt sogar über eine international anerkannte Steuerradzulassung und kann deshalb auch auf professionell genutzten Yachten montiert werden.

Informationen: Bukh Bremen, Kornstr. 243, 28201 Bremen, Tel. 0421-53 50 70, www.hellamarine.com

Hella Marine

Hella-Klassiker mit LEDs.

Nasa Marine: Zulassung in Deutschland: nein. Der in England ansässige Hersteller ist bekannt für preiswerte Navigationsinstrumente und Geräteserien. Seine unter der Bezeichnung „Supernova“ gehandelten Navigationslichter sollen für Boote bis 12 m Länge geeignet sein, haben aber nach eigenen Angaben keinerlei in der EU gültige Zulassungen. Zur Verfügung stehen neben Ankerlichtern und Dreifarbenlaternen die klassischen Seiten- und Hecklichter. Diese entsprechen der CE-Norm für Umweltverträglichkeit und sollen nach IP 65 und IP 67 spritzwassergeschützt sein.

Nasa-Geräte bekommen Sie in Deutschland zum Beispiel über Mörer Schiffselektronik, Bäckerstr.18, 21224 Buchholz, Tel. 04181- 974 83. www.nasamarine.com

Nasa Marine

Bisher noch ohne Zulassung: die LED-Lichter von Nasa Marine.

Mantagua Breizelec: Zulassung in Deutschland: ja/ nein. Der zum französischen Elektronik-Konzern Breizelec gehörende Anbieter beschäftigt sich mit Bootsbeleuchtung aller Art, sowohl für den Gebrauch unter als auch über Deck. Hierzu gehören auch vermehrt Produkte mit LED-Technik. Die Navigationslichter mit diesen Leuchteinheiten stehen in drei Versionen zu Verfügung, wobei die Serie „Classical“ laut Hersteller den Bestimmungen nach COLREG 72 entspricht und eine Zulassung des norwegischen Bureau Veritas hat. Damit wären Lichter dieser Produktgruppe in Deutschland zugelassen. Bei den beiden anderen LED-Lichter-Serien „Competition“ und „LED-Navigation“ fehlt dieser Hinweis – damit sind sie nicht zugelassen.

Informationen: Breizelec, Julie Tenier, Tel.0033-298-86 50 36, www.mantagua.fr

Lichter, Leuchten und Laternen

Aus Frankreich: Navigationslichter von Mantagua.

Trem Italy: Zulassung in Deutschland: nein: Die Produkte des italienischen Ausrüsters werden bei uns über Lankhorst Hohorst angeboten. In dem umfangreichen Katalog finden sich derzeit die LED-Lichter-Serien Gemini, Pegaso und Orione. Zumindest die erstgenannte Produktlinie soll gemäß den Sicherheitsvorschriften der IMO und nach COLREG 72 konstruiert sein. Ferner findet sich im Katalog ein Hinweis, wonach die Gemini-Serie den Bestimmungen der RINA für Boote bis 12 m Länge entspricht, was aber nicht einer nationalen beziehungsweise Steuerradzulassung gleichkommt.

Informationen: Lankhorst Hohorst, Bonifatiusstr. 411, 48432 Rheine, Tel. 05971-970 70, www.trem.net

Trem Italy

Trem bietet drei Modellreihen mit LED-Technik an.

Aqua Signal: Das Bremer Unternehmen hat zurzeit drei LED-gefeuerte Produktserien auf dem Markt, die eine amtliche Zulassung besitzen. Die Bezeichnungen lauten „Serie 32“, „34“ und „43“. Alle Lichtquellen sollen sich durch lange Lebensdauer und höchste Belastbarkeit auszeichnen. Neben dem BSH bestätigen die RINA, die US-Coast-Guard und der Germanische Lloyd die Konformität der Lichter. Eine genaue Übersicht, welches Licht von Aqua Signal welche Zulassung hat und für welchen Bootstyp geeignet ist, befindet sich auf den letzten Seiten des Kataloges, den man direkt bei Aqua Signal, Von-Thuenen- Str. 12 in 28307 Bremen, anfordern kann.

Informationen über die Produktpalette (Sportboote) von Aqua Signal stehen auch im Lindemann-Katalog, der unter Tel. 040-211 197 0 zu bestellen ist.

Aqua Signal

Serie 34 mit Racing-Optik.

K2W Lights: Zulassung in Deutschland: ja. Die Produkte sind baugleich mit den Lichtern von Peters und Bey/BlueWaterLights, sie stammen vom selben Kons-trukteur. Der Vertrieb erfolgt über das Unternehmen K2W Lights. Die Lichter haben die Zulassung des BSH und eine Ankerzulassung für die Rheinschifffahrt.

Informationen K2W Lights, Mozartstr. 3, 07607 Eisenberg, Tel. 036691-86 04 78, www.k2wlights.de.

K2W Lights

Dreifarbenlaterne von K2W Lights.

ABKÜRZUNGEN UND FACHBEGRIFFE

RINA: Registro Italiano Navale. Italienischer Zertifizierer (Zulassungsstelle).
BSH: Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie, amtliche deutsche Zulassungstelle.
IMO: International Maritime Organization. Sonderorganisation der UN mit Sitz in London.
COLREG 72: International Regulations for Preventing Collisions at Sea 1972. Kollisionsverhütungsregeln 1972.
USCG: United States Coast Guard. US-Küstenwache, amtliche Zulassungsbehörde in den USA.
Bureau Veritas: Internationaler Schiffszertifitierer.
MCA: Maritime and Coastguard Agency, amtliche englische Zulassungsstelle.
ABYC: American Boat and Yacht Council. Sportbootzertifizierer in den USA.
MarED: Marine Equipment Directive (Steuerradzulassung).
GL: Germanischer Lloyd. Deutscher Schiffszertifizierer mit Hauptsitz in Hamburg.
UL 1104: Underwriters Laboratories, Standard für Navigationslichter.

NATIONALE STELLEN, DEREN ZULASSUNGEN FÜR NAVIGATIONSLICHTER IN DEUTSCHLAND ANERKANNT WERDEN

Canada: Marine Safety Directorate
China: CCS China Classification Society
Dänemark: Danish Maritime Authority
Finnland: Finnish Maritime Administration
Frankreich: Bureau Veritas S.A.
England: MSA, Marine Safety Agency
Griechenland: Ministry of Merchant Marine
Island: Icelandic Maritime Administration
Italien: Registro Italiano Navale
Japan: Nippon Kaiji Kyokai Material & Equipment
Kroatien: Croatian register of Shipping
Niederlande: Directorate-General for Freight Transport, Shipping Inspectorate
Norwegen: Sjofartsdirektoratet, Norwegian Maritime Directorate
Polen: Polski Rejestr Statkow S.A.
Russland: Russian Maritime Register of Shipping

AMTLICHE STELLEN (NOTIFIED BODIES), DIE EINE STEUERRAD-ZULASSUNG GEMÄSS MARED ERTEILEN DÜRFEN

Lloyd’s Register (England) ID: 0038
Bureau Veritas (Frankreich) ID: 0062
Germanischer Lloyd (Deutschland) ID: 0098
Qinetiq (UK) ID: 0191
Force (Dänemark) ID: 0200
Nemko (Norwegen) ID: 0470
RINA (Italien) ID: 0474
Det Norske Veritas (Norwegen) ID: 0575
BSH (Deutschland) ID: 0735
GL Luxembourg (Luxemburg) ID: 0801
Polish Register of Shipping (Polen) ID: 1463

Die ID-Nummer ist immer in Zusammenhang mit der Steuerrad-Zulassung (Wheelmark) angegeben und auf dem Lampenkörper aufgedruckt oder eingrafiert.
 

Thomas Bock am 01.03.2011
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