Diebstahlschutz Diebstahlschutz

Service: Diebstahl-Journal

Diebstahlschutz

Harald Mertes am 09.05.2021

Schutzmaßnahmen: Neue Sicherungen und Elektronik machen Langfingern das Leben schwer. Wir zeigen eine Auswahl

Die Zahl der Boots- und Zubehördiebstähle bleibt seit Jahren auf einem hohen Niveau. Neben kompletten Booten und Außenbordern rücken dabei auch immer öfter hochwertige Ausrüstungs- und Zubehörteile ins Visier der Ganoven. Warum? Erstens ist der Zugang ins Boots­in­ne­re meist nur unzureichend geschützt und zweitens sind Ausrüstungsteile meist einfach zu demontieren, nicht individuell markiert und lassen sich deshalb schnell auf entsprechenden Plattformen verkaufen. Doch auch die Sicherheitsbranche hat diesen Trend erkannt und bietet über den Handel entsprechende Gegenmaßnahmen an. Wir haben uns einige der neuen Präventionsmöglichkeiten sowie die klassischen Lösungen genauer angesehen und zeigen folgend, wie und womit man sein Hab und Gut schützen kann. Besonderes Augenmerk sollte man dabei auf neue elektronische Lösungen lenken. GSM-Kameras, GPS-Tracker und Wegfahrsperren können einen Diebstahl nicht vollends verhindern, tragen aber neben der Abschreckung auch ganz erheblich zu einfacheren Ermittlungen der Polizei bei. Welcher Dieb möchte schon gern in Echtzeit gefilmt, via Handynetz angesprochen, lokalisiert und auf einer inter­­ak­tiven Karte verfolgt werden? So gesehen gibt es also berechtigte Hoffnungen, dass moderne Technik potenziellen Dieben das Leben schwerer macht und Bootsleute beruhigter schlafen lässt.


Tipp der Redaktion
Lukenkontakte lösen Alarm aus, so wie versucht wird, Luken oder Fenster mit Gewalt von außen zu öffnen. Sie lassen sich auch in Alarmanlagensysteme einbinden.

Tresor Kleine Safes sind in erster Linie zur sicheren Aufbewahrung von Bargeld, Papieren, Schmuck oder Uhren gedacht. Sie sind im Fachhandel zu bekommen und werden versteckt im Boot montiert oder gar einlaminiert.

Kameras gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Entweder fest installiert mit Speicherchip, mit entsprechenden Bewegungssensoren oder als GSM-Ausführung, in der sie die Bilder (auch Video) in Echtzeit via Handynetz aufs Telefon des Bootseigners übertragen. Diese Technik hat den Vorteil, dass man jederzeit einen Blick ins eigene Boot werfen kann, ohne ständig in den Hafen fahren zu müssen. Sehr nützlich, wenn das Boot weit entfernt liegt.

Ortungssysteme speichern in bestimmten Zeitabständen die Position des Bootes und können diese im Alarmfall an den Eigner übertragen. Auf diese Weise sind schon viele gestohlene Boote gefunden worden.

Wegfahrsprerren sind in Autos heute gang und gäbe. Auf dem Boot lassen sie sich relativ problemlos nachrüsten. Bei der Nachrüstung alter Motoren können die Hersteller Tipps geben.

Versteckte Hauptschalter sind eine klassische, aber immer noch sinnvolle Maßnahme. Ohne Strom lässt sich kein Boot starten und entwenden.

Sicherungsösen sind für Beiboote und Außenborder sinnvoll. Zwar lassen sie und die dazugehörigen Ketten sich grundsätzlich knacken, schrecken aber ab und verzögern den Diebstahl nicht unerheblich.

Türkontakte bekommt man für wenige Euro im Zubehörhandel, lassen sich simpel nachrüsten und sorgen in Kombination mit Alarmanlagen für ordentlich Aufmerksamkeit.

Schlüsselschalter werden ebenfalls versteckt montiert und können für diverse Funktionen wie beispielsweise die Aktivierung der Alarmanlage, die Unterbrechung der Kraftstoffversorgung oder die Trennung der Zündspannung eingesetzt werden.


Knackpunkt Versicherung

Eine Haftpflicht-Police nützt im Diebstahlfall nichts. Eine Kasko-Versicherung in der Regel schon. Was Sie dabei beachten müssen

Eine Haftpflichtversicherung fürs Boot hat fast jeder – und das ist gut so. Wer mit dem Boot anderen schuldhaft Schaden zufügt, haftet mit seinem Gesamtvermögen. Ein unkalkulierbares Risiko. Anders verhält es sich beim Boot samt Maschinenanlage/Motor und gegebenenfalls Beiboot, Ausrüstung, Inventar und Trailer. Hier steht ziemlich genau fest, welche Werte maximal auf dem Spiel stehen. Wer sich auch hier absichern will, schließt für die genannten Dinge eine Yacht-Kaskoversicherung mit Allgefahrendeckung ab, bei der als versichert gilt, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. Gründliche Lektüre der Versicherungsbedingungen ist deshalb ein Muss, will man nach einem Diebstahlschock nicht eine weitere böse Überraschung erleben. So unterschiedlich die Kaskobedingungen der Assekuranz sind, bei den Ausschlüssen in puncto Diebstahl ähneln sie sich. So leistet die Versicherung keinen Schadenersatz für das gestohlene Boot samt Trailer, wenn der Anhänger nicht durch "geeignete" bzw. "handelsübliche" Vorrichtungen gesichert wurde. Gleiches gilt beim Diebstahl von Außenbordmotoren. Was darunter im Einzelnen zu verstehen ist, sollten Sie vorher mit Ihrer Versicherung klären und sich schriftlich bestätigen lassen. Noch ein Tipp zur Erfüllung Ihrer Obliegenheiten: Legen Sie mit Fotos und Daten eine möglichst detaillierte Dokumentation Ihres Bootes samt Motor, Ausrüstung, Inventar und Trailer an, um für den Fall eines Diebstahls rasch fahndungs­relevante Infos und für den Fall des Wiederauffindens eindeutige Identifikationsmerkmale liefern zu können. Zur Datenpflege empfiehlt sich der von GDV und Polizei herausgegebene Bootspass: www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/105-bootspass/

Seite 1 / 8
Harald Mertes am 09.05.2021
    Anzeige
  • Branchen News
    Anzeige
  • Das könnte Sie auch interessieren